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Rund 590 Teilnehmer kommen eine Woche lang zusammen für das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager. Die Veranstaltung findet nur alle drei Jahre statt. Foto: t&w
Rund 590 Teilnehmer kommen eine Woche lang zusammen für das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager. Die Veranstaltung findet nur alle drei Jahre statt. Foto: t&w

Lüneburger Kreisjugendfeuerwehrzeltlager startet in Bardowick + + + Mit Video

dth Bardowick. Der Qualm von großen und kleinen Grills steigt in der Abendsonne über die Zeltdächer, hier und dort quäken Partylieder aus Handys und mobilen Lautsprechern. Zwischen den Zelten werden Fuß- und Volleybälle getreten oder geschmettert. Vier Jugendliche ziehen mit einem musikspielenden Bollerwagen, der wie ein kleines Feuerwehrauto gestaltet ist, an den weißen Zeltreihen vorbei, transportieren Wasser für ihren Pool. Es herrscht Festivalstimmung am Eröffnungstag des derzeit größten Zeltlagers des Landkreises Lüneburg. Rund 590 Kinder, Jugendliche und Betreuer von 60 Jugendfeuerwehren campieren und spielen eine Woche auf dem Areal der Schützengilde und des TSV Bardowick. Die jüngste Teilnehmerin ist gerade einmal neun Jahre alt.

Als Bardowicks Wurzelkönigin Saskia Matthies das „Kreisjugendfeuerwehrzeltlager“ für eröffnet erklärt, tönt ihre Stimme über die Lautsprecheranlage über den ganzen Sportplatz, auf dem sich die Teilnehmer in U-Form wie eine Wand aufgereiht haben. Bardowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann sagt zur Begrüßung: „Ich finde es geil, dass ihr Spaß an so einem Zeltlager habt.“ Zudem sieht er am Sonnabend den Sieg der deutschen Fußballnationalelf gegen Italien voraus. „Mit so einer Steilvorlage von den Fußballern kann euch hier auch nichts mehr passieren. Wir haben alles möglich gemacht, damit ihr euch hier wohlfühlen könnt.“ Wenn die Gäste Bardowick am kommenden Wochenende wieder verlassen, dann mit dem Gedanken, so Luhmann, „so schön, wie es gewesen ist, konnten wir uns das gar nicht vorstellen“.

Rund 80 Zelte, die größten bieten für bis zu 20 Personen Platz, stehen auf dem Gelände der Schützengilde Bardowick, unterteilt in drei Zeltdörfer. Auf dem Nachbarareal des TSV Bardowick werden sich die Jugendfeuerwehren bei verschiedenen Wettbewerben messen.

Das Ziel des Zeltlagers sei, die Kinder und Jugendlichen mal wegzubekommen von PC, Playstation, Youtube und Facebook, „sondern sich einfach zu begegnen, miteinander zu spielen, Spaß zu haben“, sagt Kreisjugendfeuerwehrwart Stefan Schulz. Er war 1982 selbst im Alter von zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten und hat bis zu seinem 18. Lebensjahr an solchen Zeltlagern teilgenommen, „und das waren immer tolle Erlebnisse“, beispielsweise wenn man im Zeltlager bei einem der Wettbewerbe zum Kreissieger gekürt wurde.

80 große Zelte in drei „Dörfern“

Vor allem auf die Schwimmwettbewerbe freut sich die jüngste Teilnehmerin: „Ich bin eine richtige Wasserratte“, sagt Annika, die unter den sonst zehn bis 17 Jahre alten Teilnehmern die Ausnahme ist. Sie wollte partout nicht auf das nächste Kreiszeltlager warten, das nur alle drei Jahre stattfindet. Die Neunjährige ist am ersten Tag des Zeltlagers noch etwas aufgeregt. „Ich weiß ja noch nicht, wie das so alles wird.“ Aber ihr Vater ist ganz in der Nähe: Eckard Vogt ist Jugendwart der Feuerwehr Wetzen, hat sich zur Betreuung seiner Wetzener Truppe, so wie andere auch, eine Woche Urlaub genommen. Er sagt: „Im Zeltlager entsteht eine besondere Gemeinschaft. Und jeder kennt irgendwann die Macken des anderen, auf die man Rücksicht nehmen muss.“

Das kennt auch Vanessa Marsemann, Betreuerin bei den Jugendlichen von der Lüneburger Ortsfeuerwehr Häcklingen. Sie wohnen diese Woche nur wenige Meter von den Wetzenern entfernt im Zeltdorf „Ilmenau“. Die 21-Jährige ist seit sechs Jahren in der Feuerwehr engagiert, seit drei Jahren bei den Aktiven. Als Betreuerin ist das schon ihr zweites Zeltlager. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen mache ihr Spaß und auch Neues über die Feuerwehr zu erfahren, bleibe interessant: „Man lernt nie aus.“ Während sie erzählt, wird im Zelt hinter ihr laut Poker gespielt. Nebenan sitzt die Jugendfeuerwehr Hohnstorf zusammen. Es qualmt. Die Betreuer Lena Marie Reich (18) und Marten Ahrens (21) schmeißen den Grill an. Beim Handorfer Zelt ertönt Musik …

Fotos: t&w