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Sowohl der Geschäftsführer des Herbergsvereins, Michael Elsner (l.), als auch der Chef des Diakonieverbandes, Gabriel Siller, sind von einer gemeinsamen Zukunft überzeugt Foto: nh
Sowohl der Geschäftsführer des Herbergsvereins, Michael Elsner (l.), als auch der Chef des Diakonieverbandes, Gabriel Siller, sind von einer gemeinsamen Zukunft überzeugt Foto: nh

Fusion von Diakonieverband und Herbergsverein verzögert sich

ca Lüneburg. Bei der Heirat bleibt es, doch das Paar tritt später vor den Traualtar: Die Fusion von Diakonieverband und Herbergsverein verzögert sich. Das bestätigen die Beteiligten. „Gut Ding braucht Weile“, sagt Superintendentin Christine Schmid. Statt — wie mal geplant — im Herbst 2017, dann verschoben auf den Jahreswechsel 2017/18, könne es auch ein Jahr später werden. Es seien noch viele Fragen zu klären, für die es mehr Zeit brauche, als ursprünglich gedacht. Christine Schmid ist Vorstandsvorsitzende des Diakonieverbandes und Sprecherin der Kerngruppe, die den Zusammenschluss begleitet.

Sowohl der Geschäftsführer des Herbergsvereins, Michael Elsner, als auch der Chef des Diakonieverbandes, Gabriel Siller, sind von einer gemeinsamen Zukunft überzeugt. Die Organisationen, die in sozialen Bereichen von Drogenberatung bis Wohnungslosenhilfe vor allem in den Kreisen Lüneburg und Uelzen arbeiten und schon jetzt kooperieren, würden sich ergänzen. Siller sagt: „Wir wollen die Fusion.“ Elsner sieht es ähnlich und betont, den Plänen hätten die zuständigen Gremien wie die Kirchenkreistage bereits zugestimmt. Für den Herbergsverein arbeiten 200 Beschäftigte, für den Diakonieverband 70. Trotzdem knirscht es im Getriebe. Aus dem Herbergsverein ist von einem strengen Kostenmanagement zu hören. Wesentlich genauer schaue die Geschäftsführung auf Ausgaben, versuche Kosten zu reduzieren.

Über den Hintergrund hatte die LZ vor Monaten berichtet: Der Herbergsverein muss die Insolvenz seiner Tochter Neue Arbeit verdauen, zu der Betriebe wie Sack&Pack gehören. Die Neue Arbeit hat unrentable Zweige wie die Cafés im Museum und im Kurpark abgeschnitten. Trotzdem muss der Verein über Darlehen und Bürgschaften nach eigenen Angaben einen Ausfall von rund einer Dreiviertelmillion Euro schultern. Elsner betont, dass der Herbergsverein finanziell gesund dastehe: „Die Vermögensstruktur ist gut.“ Das habe auch die Expertise des Wirtschaftsprüfers ergeben.

Superintendentin Schmid nennt für die Verzögerung einen anderen Grund. Das Kirchenkreisamt, bei dem der Diakonieverband in Abrechungsfragen angesiedelt ist, stelle sein Buchhaltungssystem von Kameralistik auf Doppik um. Somit dauere es, bis vergleichbare Eröffnungsbilanzen vorlägen. Die benötige man aber für die Zusammenarbeit. Christine Schmid geht davon aus, dass die Arbeitsgruppe den Kirchenkreistagen im Frühjahr 2017 ein Konzept zur Abstimmung vorlegen kann.

Personalwechsel

Auch personell hat die neue Linie Konsequenzen: Eigentlich sollte die Fusion mit dem Ruhestand Gabriel Sillers verknüpft werden, weil die Leitung des Verbandes neu installiert wird. Zwar bleibt Siller nun ein paar Monate länger bis ins nächste Frühjahr, doch nicht bis zum Hochzeitstermin. Daher komme eine Interimslösung, sagt die Superintendentin: Die Kirchenkreissozialarbeiter für Lüneburg und Uelzen, Holger Henning und Tanja Klomfass, sollen bis zum Zusammenschluss die Geschäftsführung des Diakonieverbandes übernehmen. Dem neuen Großverband steht künftig ein Dreigestirn vor, das die Bereiche Soziales, Kaufmännisches und Theologie abdeckt.