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Die Fassade des Audimax ist fast fertig, die Innenarbeiten dauern aber noch an. 1200 Gäste können in dem Auditorium, das auch Stadt und Landkreis für Veranstaltungen nutzen möchten, Platz finden. Bis heute gibt es nur einen Vertrag-Entwurf für die Audimax-Nutzung. Foto: t&w
Die Fassade des Audimax ist fast fertig, die Innenarbeiten dauern aber noch an. 1200 Gäste können in dem Auditorium, das auch Stadt und Landkreis für Veranstaltungen nutzen möchten, Platz finden. Bis heute gibt es nur einen Vertrag-Entwurf für die Audimax-Nutzung. Foto: t&w

Noch kein Vertrag in Sicht

ap Lüneburg. Mit sieben Millionen Euro wollen sich Stadt und Landkreis am Libeskind-Bau beteiligen, weil die Universität einer der wichtigsten Standortfaktoren Lüneburgs sei. Im Gegenzug will die Leuphana Stadt und Kreis eine Mitnutzung des Audimax einräumen. Die generelle Absprache liegt mittlerweile fast zehn Jahre zurück, seit April 2007 laufen immer wieder mal Gespräche zwischen Kommune und Hochschule. Bis heute gibt es nur den Entwurf einer Nutzungsvereinbarung.

Bis zu 30 Veranstaltungen pro Jahr sollen Stadt und Kreis im Audimax ausrichten dürfen, das Platz für 1200 Gäste bietet. Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagt: „Die Nutzungsvereinbarung ist in Grundzügen festgehalten. Über die Details sind wir mit der Leuphana im Gespräch. Wir haben noch etwas Zeit.“ Denn zum einen habe sich der Bau um Jahre verzögert, soll nun erst Ende des Jahres fertig werden. Zum anderen sind die Millionen von Stadt und Kreis noch nicht geflossen.

Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck macht deutlich: Parallel wolle man ein Verfahren entwickeln, über das mögliche Nutzer Interesse an einem Termin bekunden können. Auch über konkrete Veranstaltungen hat sich die Stadt schon Gedanken gemacht. Beim Besuch einer Delegation aus der japanischen Partnerstadt Naruto im März 2017 wird natürlich Beethovens 9. gespielt — am liebsten im neuen Audimax. „Wir gehen davon aus, dass danach in den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme eine Vielzahl von Uni-Veranstaltungen geplant ist“, sagt Suzanne Moenck. Mit öffentlichen Terminen rechne man nicht vor Herbst.

Auch der Landkreis hat schon Pläne für das Auditorium maximum. „Es ist vorstellbar, dass von uns aus Schulentlassungsfeiern oder ähnlich große Veranstaltungen dort stattfinden werden“, nennt Pressesprecher Hannes Wönig ein Beispiel. Man rechne außerdem damit, dass die Vereinbarung bis Ende des Jahres abgeschlossen werde.

In dem Entwurf heißt es bislang, dass die Räumlichkeit gedacht sei für „nichtkommerzielle Nutzungen durch Einrichtungen der Hansestadt und des Landkreises Lüneburg einschließlich der von ihnen mehrheitlich gehaltenen kommunalen Gesellschaften und eingetragenen Vereine“ sowie für „nichtkommerzielle Veranstaltungen von dem Gemeinwohl verpflichteten Organisationen, deren Durchführung im Interesse von Hansestadt, Landkreis oder Stiftung liegen.“

Unklar ist bislang, ob die Nutzung dann wirklich „kostenlos“ verlaufen soll oder ob Stadt und Kreis für Betriebskosten wie Strom, Wasser und Reinigung aufkommen müssen. Auf LZ-Nachfrage sagt Uni-Pressesprecher Henning Zühlsdorff: „Für die nichtkommerzielle Nutzung im vereinbarten Umfang werden Stadt oder Landkreis keine Mietkosten entstehen.“ Auch hier heißt es, man befinde sich in Gesprächen, um die „Details der künftigen Nutzung zu klären“. Dabei sind die Eckpunkte der Vereinbarung seit vielen Jahren die gleichen. So ist sie beispielsweise auf zehn Jahre befristet — mit zweimaliger Option auf Verlängerung.

Für die Uni ist der 7-Millionen-Zuschuss ein wichtiger Finanzierungsbaustein. Stadt und Landkreis machen die Ausschüttung aber vom Land Niedersachsen abhängig. Erst wenn die zugesagte Förderung des Landes überwiesen sei, wolle man nachziehen. Das hatte Mädge mehrfach gegenüber der LZ kommuniziert. Doch aufgrund neuer Risikokosten muss die Universität dem Wissenschaftsministerium eine neue Nachtrags-Bauunterlage vorlegen. Und über diese entscheidet der Haushaltsausschuss erst nach der Sommerpause.

Dies Academicus

Am Mittwoch, 6. Juli, findet der Dies Academicus der Leuphana Universität Lüneburg statt. Dann versammelt sich die akademische Gemeinschaft der Universität mit geladenen Gästen, um mit einem Festakt das akademische Jahr 2015/2016 zu beschließen.

Der Tag bietet traditionell Anlass für die Verleihung von Ehrendoktor-Titeln, mit denen die Leistungen renommierter externer Wissenschaftler durch die Fakultäten der Leuphana Universität gewürdigt werden. Außerdem erhalten an diesem Tag Lehrende der Leuphana Preise für innovative Lehrveranstaltungen, Forschungs- und Wissenstransfer-Leistungen. Studenten werden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Präsident Sascha Spoun wird den Besuchern einen Rück- und Ausblick auf die Entwicklung der Universität geben. Oberbürgermeister Ulrich Mädge und eine Sprecherin des Allgemeinen Studierendenausschusses werden ebenfalls Redebeiträge liefern.