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Regionalmanagerin Hanna Fenske (l.) und Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen hoffen auf zusätzliche Projektideen für die aktuelle Leader-Förderperiode für die Naturparkregion Lüneburger Heide. Foto: dth
Regionalmanagerin Hanna Fenske (l.) und Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen hoffen auf zusätzliche Projektideen für die aktuelle Leader-Förderperiode für die Naturparkregion Lüneburger Heide. Foto: dth

Naturpark Lüneburger Heide sucht „Macher“ + + + Mit LZplay-Video

dth Südergellersen. Der Aussichtsturm in Südergellersen ist ein greifbares Projekt der vergangenen Förderperiode. Jetzt sind neue Ideen gefragt. Die beiden Frauen auf der Aussichtsplattform lassen den Blick in die Ferne schweifen und hoffen auch auf den Weitblick künftiger Projektträger. „Man müsste mal …“, so fangen oft viele Vorschläge an. Auch gegenüber Vertretern des Naturparks Lüneburger Heide. Man müsste mal … neue Wanderwege anlegen, neue Busangebote schaffen, regionale Produkte besser vermarkten. Und Ideen sind jetzt auch gefragt, aber gut gemeinte Vorschläge allein reichen nicht. „Wir suchen Macher!“, sagt Hilke Feddersen, Geschäftsführerin des Naturparks.

Der Auftakt für die neue „Leader“-Förderperiode hat längst begonnen. Allein in diesem Rahmen stehen für die Leader-Region des Naturparks bis zu 2,8 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Die ersten Projekte wurden bereits angeschoben, überwiegend von Kommunen. Feddersen und Regionalmanagerin Hanna Fenkse wollen nun Firmen, Vereine und Privatpersonen dazu ermutigen, Projekte im und für den Naturpark Lüneburger Heide anzugehen.

„Wir fördern vom Naturpark Projekte, die die Region lebenswerter machen, den Tourismus und auch die Landschaftspflege stärken sollen“, sagt Regionalmanagerin Fenske. Sie ist die Ansprechpartnerin zum EU-Förderprogramm „Leader“ für die Naturparkregion. Anträge können Landkreise und Kommunen stellen, aber auch Vereine, Verbände, Firmen und Privatpersonen, dreimal jährlich, die aktuelle Frist läuft bis zum 6. September (Kontakt: Tel.04171/693145 oder hanna.fenske@naturpark-lueneburger-heide.de).

Fenske: „Es reicht aber nicht, eine Idee zu haben, man sollte die Idee auch umsetzen wollen und man muss Eigenmittel mitbringen.“ Das gilt auch für den gemeinnützigen Trägerverein des Naturparks: Der Verein hat beispielsweise das Dialogverfahren Kutsche angestoßen. Ziele sind eine Qualitätssicherung des touristischen Angebots und verbindliche Vereinbarungen für gemeinsame Strukturen.

Weitere Beispiele: Der Kreis Lüneburg will zusätzliche Naturpark-Begrüßungsschilder aufstellen lassen, die Gemeinde Jesteburg einen Kunstpfad entwickeln oder Bispingen einen „Interkommunalen Tourismuspavillon“ aufbauen. Ebenfalls bei den ersten Projekten dabei ist die Erweiterung des touristischen Ansagesystems für die vierte Ringbuslinie „Heide-Shuttle“ durch de Stadt Soltau. Für insgesamt acht Projekte stehen Fördermittel in Höhe von insgesamt 180.000 Euro zur Verfügung und lösen so eine Investitionssumme von mehr als 400.000 Euro aus. Für die nächsten gut sieben Jahre sind, nach Abzug laufender Kosten, noch rund zwei Millionen Euro zu verteilen.

Neue Projekte sollten laut Fenske in jedem Fall zu den Zielen des „Regionalen Entwicklungskonzeptes“ passen, das die Naturparkregion verfasst hat. Zentrale Handlungsfelder sind „Klima-, Umwelt- und Naturschutz“, „Demografische Entwicklung“ sowie „Naturparkspezifische Wirtschaftsentwicklung“. Gefördert werden Projekte nicht, wenn sie bereits begonnen haben oder bereits Geld aus anderen EU-Fonds erhalten. Die Förderobergrenze liegt bei 50.000 Euro. Vereine und Verbände können wie Kommunen auf einen Fördersatz von 50 Prozent der Projektkosten hoffen, Firmen auf immerhin noch 30 Prozent, Voraussetzung ist aber in beiden Fällen eine öffentliche Kofinanzierung von 25 Prozent. Einen Bonus von zehn Prozent gibt es für Kooperationsprojekte, wenn sie mindestens samtgemeinde- bzw. einheitsgemeindeübergreifend umgesetzt werden.

Feddersen: „Wenn es Privatpersonen gibt, die etwas zum Thema regionale Wertschöpfung machen möchten, seien es Landwirte, Künstler oder Kulturschaffende, könnten auch die eine Förderung bekommen.“ Zwar zählt auch der Bereich Erhaltung der regionalen Baukultur zu den erklärten Zielen. In dem Fall reicht es aber nicht, wenn eine Privatperson nur das Reetdach ihres Hauses sanieren möchte. Aber auch da hilft Fenske weiter: „Wenn eine Idee nicht zu uns passt, beraten wir gerne, welche Fördermöglichkeiten es noch gibt.“

Der Naturpark

Lange war das Gebiet des Naturparks Lüneburger Heide mit dem Naturschutzgebiet (234 Quadratkilometer), in Obhut des VNP (siehe oben), identisch. Seit der Erweiterung 2007 umfasst der Naturpark 1070 Quadratkilometer mit Teilen der Kreise Lüneburg, Harburg und Heidekreis. Die „Leader“-Region ist mit 1500 Quadratkilometern etwas größer als der Naturpark, da fast alle Gemeinden und Städte mit ihren gesamten Flächen im Leader-Prozess beteiligt sind.