Aktuell
Home | Lokales | Drohnen fliegen nicht im rechtsfreien Raum
Wer Drohnen steuert, muss sich an Regeln halten. So dürfen sich die kleinen Flieger Flughäfen nur bis auf 1,5 Kilometern nähern. Foto: be
Wer Drohnen steuert, muss sich an Regeln halten. So dürfen sich die kleinen Flieger Flughäfen nur bis auf 1,5 Kilometern nähern. Foto: be

Drohnen fliegen nicht im rechtsfreien Raum

rast Lüneburg. Das Geschäft mit den Mini-Drohnen boomt, die ferngesteuerten Multikopter und kleinen mehrrotorigen Flugdrohnen sind auch über der Hansestadt und Orten im Landkreis Lüneburg immer häufiger zu sehen. Für Modellflieger und Fotografen haben die Drohnen, die in günstigen Varianten schon für unter 200 Euro zu haben sind, einen besonderen Reiz: Sind sie mit Kameras ausgerüstet, lassen sich herrliche und spektakuläre Fotos und Filmaufnahmen aus der Vogelperspektive machen. Die Besitzer dürfen dabei aber eines nicht vergessen: Sie lassen ihr Fluggerät nicht in einen risiko- und rechtsfreien Raum aufsteigen.

Die Mini-Drohnen dürfen genehmigungsfrei nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen inklusive einer möglichen Kamera. Für Gewichte darüber hinaus ist eine spezielle Aufstiegserlaubnis der Luftfahrtbehörde notwendig, für die Lüneburger Region ist für diesen Bereich die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Wolfenbüttel, zuständig.

Steigen die Drohnen auf, könnte der Spaß den Besitzer im Falle eines Unfalls teuer zu stehen kommen, weiß Hendrik Hampel, Sprecher des Bezirks Lüneburg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): „Denn wenn der Multikopter irgendwo gegendonnert oder außer Kontrolle gerät und einen Schaden anrichtet, ist der Hobbypilot voll schadensersatzpflichtig. Das kann bei Personenschäden in die Hunderttausende, manchmal sogar in die Millionen gehen. Die bestehenden privaten Haftpflichtversicherungen decken in der Regel diese Risiken nicht ab.“

Für die Drohnenpiloten gibt es wie für andere Modellflieger auch spezielle Haftpflichtpolicen, für die pro Jahr ab 80 Euro zu bezahlen sind. Der Tipp des Versicherungsmannes: „Besitzer sollten dabei darauf achten, dass die Mindestdeckungssumme fünf Millionen Euro beträgt, egal ob für Personen- oder Sachschäden.“ Er weist auch auf einen weiteren Punkt hin: „Wichtig ist, dass die Fliegerei nicht professionell betrieben wird. Denn dafür braucht es noch einen besonderen Versicherungsschutz.“

Das ist tabu

Absolutes Flugverbot für Mini-Drohnen herrscht über Menschenmengen und in deren Umkreis von 100 Metern, militärischen Objekten, Kraftwerken und Krankenhäusern, bei Flugplätzen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern. Auch das Ausspähen von Nachbars Garten ist verboten. Das Recht auf Privatsphäre und Urheberrecht gilt auch bei Kameradrohnen.

Tabu ist das Filmen in fremde Fenster ebenso wie der Spionageflug über fremde Pools. Auch bei Aufnahmen von öffentlichen Gebäuden oder Gartenanlagen gibt es Einschränkungen. Blicke über Hecken und Zäune hinweg sind aber erlaubt. Gefilmt oder fotografiert werden darf in der Regel, was sich auch dem bloßen Auge ohne Hilfsmittel zeigt. Der Flugbetrieb darf nur in direkter Sichtweite des Steuerers stattfinden.

Ein Fernglas oder die Kamera an Bord halten nicht als Ausreden her. Der Luftraum ist während des Fluges, insbesondere im Hinblick auf anderen Verkehr, ständig vom Steuerer oder einer zweiten Person, die mit ihm in Kontakt steht, zu beobachten.