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Die Computeranimation zeigt die Rückseite des Gebäudes an der Straße Hinter der Saline sowie die beiden Gebäude, die im hinteren Teil des Gründstückes entstehen sollen. Grafik: nh
Die Computeranimation zeigt die Rückseite des Gebäudes an der Straße Hinter der Saline sowie die beiden Gebäude, die im hinteren Teil des Gründstückes entstehen sollen. Grafik: nh

500 Anfragen für 56 Wohnungen in Lüneburg

ahe Lüneburg. Das Vorhaben ist ehrgeizig, weil kostspielig, doch die Mitglieder — zumindest jene, die jetzt zur Jahresversammluing kamen — stehen voll hinter den Plänen: Rund 10 Millionen Euro will der Ortsverein Lüneburg-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den Bau einer Seniorenwohnanlage mit betreutem Wohnen investieren. Einstimmig hat die Mitgliederversammlung jetzt die Pläne abgesegnet. Ein Meilenstein für den Verein, sind sich Geschäftsführerin Sabine Reckermann und Schatzmeister Dr. Harald Grürmann einig.

Denn dass die Mitglieder so überzeugt hinter dem Bauvorhaben stehen, war nicht immer so. Schon vor zehn Jahren gab es Pläne für einen Neubau, aber scheiterte die Umsetzung am Veto der Basis. Dass sich die Stimmung gedreht hat, sieht Grürmann im veränderten Konzept und in geänderten Rahmenbedingungen begründet: „Der jetzige Entwurf sieht 20 Wohnungen mehr vor, wir haben also eine bessere Wirtschaftlichkeit als damals. Außerdem haben wir jetzt eine pfiffige Architektur, die Tagespflege mit integriert, und die finanziellen Bedingungen am Zinsmarkt haben sich positiv entwickelt.“

Die Eckdaten des Baus, der auf einem knapp 5000 Qua­dratmeter großen Grundstück zwischen Soltauer Straße, der Straße Hinter der Saline und einem Privatweg zum Postgelände entstehen soll, auf dem früher die Firma Frido Anders ansässig war:

  • 56 Mietwohnungen, teilweise rollstuhlgerecht
  • Größe zwischen 50 und 100 Quadratmeter, wobei große Wohnungen eher die Ausnahme sind
  • stationäre Tagespflege mit 16 Plätzen
  • Büro der ambulanten Pflege
  • Ansprechpartner rund um die Uhr vor Ort
  • Tiefgarage
  • Gemeinschaftsraum für Feiern oder andere Veranstaltungen
  • Bauherr ist der Ortsverein
  • anvisierter Baubeginn: 1. Quartal 2017, im günstigsten Fall schon im 4. Quartal des laufenden Jahres.

Dass es für betreutes Wohnen für Senioren in Lüneburg einen großen Markt zu geben scheint, belegt die Zahl der Anfragen von potenziellen Mietern: „Wir haben 500 Nachfragen, allein nach dem jüngsten LZ-Bericht sind 300 hinzugekommen“, sagt Grürmann. Einen Bauantrag hatte das DRK zwar schon eingereicht, aber dass noch keine Genehmigung vorliegt, liege nicht etwa an der Bauverwaltung, stellt Grürmann klar. Denn es fehlte noch das grüne Licht der Basis. Nachdem nun der Vorstand offiziell von der Versammlung ermächtigt worden sei, alles Notwendige in die Wege zu leiten, sollen innerhalb der nächsten 14 Tage alle noch fehlenden Unterlagen beim Bauamt der Stadt vorgelegt werden.

Leichter Mitgliederrückgang

Bei der Mitgliederversammlung wurden auch einige langjährige Mitglieder geehrt. Für jeweils 60 Jahre wurden Dr. Peter Hennings und Ingrid Rönneburg, für jeweils 40 Jahre Waltraut Grotehans und Ursula Hiller ausgezeichnet. Insgesamt ist der Verein leicht geschrumpft, 64 Abgängen im Jahr 2015 stehen 38 Neuzugänge gegenüber, das macht unter dem Strich nun 797 Mitglieder. 40 waren bei der Versammlung anwesend. Sie hörten Tätigkeitsberichte und segneten den Haushalt ab. Im Vorstand bestätigt wurde Helena Benzin als Vertreterin der Seniorengruppe. Noch gesucht werde eine ehrenamtliche Leitungskraft für den Bereitschaftsdienst, dort gebe es aktuell einen personellen Engpass. Die Auswirkungen nennt Susanne Reckermann: „Unsere Bereitschaft beim Theater werden wir aufrechterhalten, aber beim Stadtfest zum Beispiel werden wir künftig wohl weniger präsent sein.“