Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Straße An der Münze, die Fußgängerzone zwischen Markt und Schröderstraße, könnte noch gut weitere Geschäfte vertragen. Das steht und fällt mit der Strategie der Sparkasse. Bäcker Kruse ist bereits Mieter des Geldhauses, die NBank zieht bald aus, auch da könnte was passieren. Foto: t&w
Die Straße An der Münze, die Fußgängerzone zwischen Markt und Schröderstraße, könnte noch gut weitere Geschäfte vertragen. Das steht und fällt mit der Strategie der Sparkasse. Bäcker Kruse ist bereits Mieter des Geldhauses, die NBank zieht bald aus, auch da könnte was passieren. Foto: t&w

An der Münze könnte die Kasse lauter klingeln

ahe/jj Lüneburg. Breite Flaniermeilen wie Bäckerstraße und Grapengießerstraße mit vielen Filialisten. Einzelhandels-Paradiese An den Brodbänken oder Am Berge, Geheimtipps im Wasserviertel, Café- und Kneipen-Vielfalt an Schröder- oder Heiligengeiststraße oder Stint, ein bunter Mix an Sand und Markt. Lüneburgs Handelszone blüht. Nur in einer Straße stockt es: An der Münze.

Die kurze Straße hat unbestritten eine Menge Potenzial, dort residiert die Ledermanufaktur Ackermann, das In-Café Chandlers, die Bekleidungshäuser P&C und Wehrt. Doch den wesentlichen Raum in der Mitte nimmt die Schalterhalle der Sparkasse ein. Für die ist und bleibt die Münze das „Flaggschiff“, wie es in einem internen Bericht des Verwaltungsrates heißt. Aber strategisches Ziel für dieses Gebäude seien nicht nur Wirtschaftlichkeit und Energieoptimierung, sondern auch ein „schlüssiges Gesamtkonzept aus den Themen Einzelhandel, Büro und Parken“, wie es im Bericht heißt. Sparkassen-Sprecher Steffen Müller hält sich bedeckt: „Die Münze ist strategisch unser Hauptstandort, den wir stärken wollen. Die NBank wird in jedem Fall umziehen ins Haus des Arbeitgeberverbandes, es wird in absehbarer Zeit also Fläche frei. Da prüfen wir, was da künftig stattfinden soll.“

Schon weil die Münze strategisch so günstig zwischen der Gastromeile Schröderstraße und dem stark frequentierten Marktplatz liegt, könnte sie einen Handels-Schub vertragen. Das steht und fällt mit der Sparkasse, die schon einmal das Tor für den Handel geöffnet hat, als sie den Komplex an der Ecke Marktplatz/An der Münze räumte und den Weg für P&C frei machte.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge, stellvertretender Vorsitzender im wichtigen Verwaltungsrat der Sparkasse, ist seit Jahren ein Freund der Idee, mehr Geschäfte an die Münze zu locken. „Das wäre gut für die Stadt.“ Ein richtiger Ansatz sei es gewesen, die Bäckerei Kruse als Mieter der Sparkasse einziehen zu lassen. „Das hat sich bewährt.“ Würde die Schalterhalle mit den Geld- und Konto-Terminals tiefer in den Raum verlegt, könnten vorne womöglich noch zwei, drei kleine Geschäfte öffnen, durch eine Passage mit Schaufenstern wären die Geldautomaten weiter schnell zu erreichen. Die Attraktivität der Straße würde deutlich zulegen. Mädge: „Wir erinnern uns, wie lange es gedauert hat, die Schröderstraße zu dem werden zu lassen, was sie heute ist, man muss nur anfangen.“ Denkmalschutz ist beim Sparkassen-Bau mit dem Charme der 70er-Jahre jedenfalls kein Hindernis beim Laden-Lückenschluss. Sparkassen-Verwaltungsrat Mädge sagt: „Ende des Jahres wollen wir noch einmal über das Raumkonzept der Sparkasse beraten.“

Zeitpunkt für Geschäfts­ideen ist günstig

Der Zeitpunkt für Geschäfts­ideen ist zudem günstig, auch weil nebenan die alte Musikschule saniert und umgebaut wird. Dort enstehen nicht nur Wohnungen, sondern auch Gewerbeflächen an der Münze, sagt Architekt Peter Kleine von der Conplan GmbH. Im Herbst/Winter 2017 sollen sie bezugsfertig sein.

Karl-Henning Hohmann vom Lederwarengeschäft Ackermann An der Münze würde sich über neue Nachbarn freuen. Er sagt: „Das wäre ein Schritt in Richtung Einkaufsstraße, es würde nicht mehr so zerfleddert wirken.“

Auch Heiko Meyer, Chef des Lüneburger Citymanagements (LCM), fände eine Belebung gut: „Es ist ja unser Ziel, den klassischen Rundlauf mit Bäckerstraße, Grapengießerstraße, Kuhstraße, Schröderstraße, An der Münze und Markt möglichst attraktiv zu gestalten. Deshalb würde ich mir wünschen, dass sich An der Münze was tut. Aber die Sparkasse ist wichtig an dem Standort, gerade weil sie auch sonnabends öffnet. „Ob es denkbar wäre, dass die Sparkasse sich innerhalb des Gebäudekomplexes nach hinten verlagert, um vorne Platz für Läden oder Gastronomie zu machen, muss sie natürlich selbst beantworten. Für die Kunden würde das die Straße attraktiver machen, wenn dort noch weitere kleine Läden einziehen, die ich da lieber sehen würde als Gastronomie, von der wir im nahen Umfeld ja schon viel haben. Denn wir müssen uns im Klaren sein, dass für kleinere Boutiquen die Mieten in der Bäcker- oder Grapengießerstraße nicht erschwinglich sind.“

LCM-Chef Meyer sieht die Zukunft der Münze als Gemeinschaftsprojekt: „Man muss vielleicht auch mal auf die Vermieter zugehen, dass sie mit Mietforderungen runtergehen. Da sehe ich die Stadt gefordert, aber natürlich auch uns und die Marketing GmbH in der Verantwortung. Gemeinsam bekommen wir es vielleicht hin, etwas zu erreichen.“