Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Fünf dieser 30 Meter langen und 35 Tonnen schweren Stahlträger überspannen seit Mittwoch die Ilmenau in Höhe Schröders Garten. Foto: t&w
Fünf dieser 30 Meter langen und 35 Tonnen schweren Stahlträger überspannen seit Mittwoch die Ilmenau in Höhe Schröders Garten. Foto: t&w

400-Tonnen-Kran muss Präzisionsarbeit leisten + + + Mit LZplay-Video

us Lüneburg. Der 400-Tonnen-Kran muss Präzisionsarbeit leisten, um die fünf gelben Stahlriesen zentimetergenau aufzulegen. Die mächtigen Stahlhohlkästen sollen dafür sorgen, dass die Ilmenauquerung im Verlauf der Willy-Brandt-Straße für die nächsten einhundert Jahre für Fahrzeuge und Fußgänger passierbar sein wird. Jeder einzelne Koloss bringt 35 Tonnen auf die Waage, ist 30 Meter lang und 1,50 Meter breit. Seit Mittwoch schließen sie die Lücke, die auf der Baustelle für die neue Wandrahmbrücke zuletzt klaffte.

Bereits in der Nacht zuvor waren die fünf von einer Stahlbaufirma im sächsischen Niesky hergestellten Kolosse in Lüneburg eingetroffen, jeder einzelne per Spezialtieflader antransportiert. Weil nur nachts gefahren werden durfte, machte sich der Tross bereits am Montag von Niesky aus auf den Weg. Parallel wurde der aus Hamburg georderte Schwerlastkran für den Einsatz an der Baustelle vorbereitet. Er war erforderlich geworden, da die tonnenschwere Last weit ausgelegt werden musste, um die Träger passgenau zwischen die bereits kürzlich fertiggestellten Widerlager beiderseits der Ilmenau setzen zu können.

„Im Anschluss werden Korrosionsschutzarbeiten durchgeführt, danach die bereits hier vorgefertigten Betonfertigteile aufgelegt“, sagt Lüneburgs Stadtbaurätin Heike Gundermann. Des Weiteren folgen unter anderem Abdichtungen, der Aufbau des Geländers, Asphaltierungsarbeiten und der Anschluss der Versorgungsleitungen.

Mitte Oktober und damit einen Monat früher als ursprünglich geplant soll die Brücke fertig sein. Möglich wurde die verkürzte Bauzeit durch eine sogenannte Beschleunigungsvergütung, die mit dem bauausführenden Unternehmen kürzlich vereinbart wurde. Dadurch werden sich die ursprünglichen Kosten von rund 3,5 Millionen Euro zwar um 60000 Euro erhöhen, für Heike Gundermann ist das aber gut angelegtes Geld: „Zum einen freuen wir uns, wenn der Verkehr einen Monat früher wieder fließen kann, zum anderen vermeiden wir dadurch mögliche witterungsbedingte Verzögerungen, die im November bei den dann noch anstehenden Arbeiten auftreten können.“ 60 Prozent der Kosten einschließlich der neu hinzugekommenen Beschleunigungsvergütung werden vom Land übernommen.

Für Gundermann ist das anvisierte Bauzeitende kein Problem — „wir liegen voll im Plan“ –, auch hinsichtlich der Haltbarkeit der neuen Träger gibt sich die Stadtbaurätin optimistisch. „Das haben unsere Berechnungen ergeben“, sagt Gundermann. „Und wenn künftig weniger Autos und dafür mehr Fahrräder über die Brücke fahren, hält sie vielleicht noch länger.“ Die Vorgängerbrücke hatte es lediglich auf 60 Jahre gebracht.

Anders als bei der alten Brücke werden die gelben Stahlträger auch künftig sichtbar bleiben. „Die Konstruktion ist eine andere“, sagt Sarah Cramer von Clausbruch von der Pressestelle der Stadt. „Und damit es auch an den beiden Widerlagern nicht so trist aussieht, sollen dort nach Fertigstellung der Brücke Graffiti aufgebracht werden.“

Daten und Fakten

Stahlträger:
Typ: Stahlhohlkasten
Anzahl: 5 Stück
Gewicht: 35 Tonnen
Brücke insgesamt:
Länge: 35 Meter
Bauzeit: 20. Februar bis Mitte Oktober 2016
Kosten: 3,5 Millionen Euro
Verkehr: ca. 30000 Fahrzeuge täglich