Donnerstag , 8. Dezember 2016
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In dem sogenannten Rahmenplan Elbe werden derzeit ein Bündel an Einzelvorhaben des Hochwasserschutzes erarbeitet und zusammengefasst, Hauptziel ist die Verbesserung des Abflusses im Hochwasserfall. Foto: Hans-Joachim Boldt
In dem sogenannten Rahmenplan Elbe werden derzeit ein Bündel an Einzelvorhaben des Hochwasserschutzes erarbeitet und zusammengefasst, Hauptziel ist die Verbesserung des Abflusses im Hochwasserfall. Foto: Hans-Joachim Boldt

Finanzspritze für Hochwasserschutz

off Bleckede. Warmer Geldregen für den Hochwasser- und Naturschutz in der Elbtalaue: Jeweils rund 500.000 Euro fließen in die beiden Projekte „Rahmenplan Elbe“ und „Auenmanagement“. Das gab die Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium Almut Kottwitz im Bleckeder Elbschloss bekannt.

Beide Projekte sind laut Kottwitz „wichtige Bestandteile der Strategie, die die Landesregierung seit 2013 verfolgt“. Ziel seien dauerhafte Lösungen, „die sowohl die Belange des Hochwasserschutzes in der Elbtalaue berücksichtigen als auch den hohen Stellenwert, der dem Naturschutz in diesem rechtlich besonders geschützten Gebiet zukommt“.

Und darum geht es konkret: In dem sogenannten „Rahmenplan Elbe“ werden derzeit ein Bündel an Einzelvorhaben des Hochwasserschutzes erarbeitet und zusammengefasst, Hauptziel ist die Verbesserung des Abflusses im Hochwasserfall.

Rückdeichung bei Radegast

„Der erste Entwurf des Rahmenplans wird derzeit diskutiert“, erklärte Staatssekretärin Kottwitz. Die zusätzlichen 500.000 Euro — 60 Prozent Bundes- und 40 Prozent Landesmittel — sollen in Maßnahmen zur Wiedergewinnung von Überflutungsflächen an der Elbe fließen. Ein Hauptprojekt liegt im Kreis Lüneburg: die geplante Deichrückverlegung im Bereich der Vitico zwischen Bleckede und Radegast.

Wie berichtet, erstellt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Artlenburger Deichverbandes derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Deichrückverlegung. Auf Basis der Ergebnisse soll dann entschieden werden, ob der Deich bei Radegast tatsächlich verlegt wird oder nicht. Finanziert wird die Studie aus den 500.000 Euro Bundes- und Landesmitteln. Fortgesetzt werden mit dem Geld auch die Arbeiten mit dem aufgestellten 2-D-Modell.

Finanziell beteiligen will sich Niedersachsen mit den Mitteln „Rahmenplan“ zudem an zwei Brandenburger Projekten, die im Ernstfall den Pegel um jeweils 25 Zentimeter senken könnten. Die Havel-Polder sind bereits umgesetzt und erprobt, „eine weitere Polderanlage soll bei Lenzen entstehen“, berichtete Kottwitz.

Beweidung im Deichvorland

Weitere 500.000 Euro stehen bereit für die Einrichtung eines „Kooperativen Auenmanagements“ im Biosphärenreservat niedersächsische Elbtalaue. In den kommenden sechs Jahren sollen mit dem Geld — 80 Prozent EU- und 20 Prozent Landesmittel — Sachmittel wie Zäune sowie eine zusätzliche Stelle in der Biosphärenreservatsverwaltung finanziert werden. Ziel dabei ist es, die Flächen im Deichvorland frei von abflussbehinderndem Bewuchs zu halten — „und zwar in erster Linie dort, wo bereits Busch zurückgeschnitten wurde“, erklärte der Leiter des Biosphärenreservates, Dr. Johannes Prüter.

Welche Maßnahmen auf welcher Fläche notwendig sind — von Beweidung bis Einsatz von Maschinen –, soll in Zukunft in den sogenannten Auenpflegeverbünden ermittelt werden. In den Bereichen Bleckede/Scharnebeck, Amt Neuhaus, Elbtalaue und Gartow arbeiten dafür in je einem Verband Kommunen, Landkreise, Landwirte und Grundstückseigentümer zusammen. „Außerdem kooperieren wir übergreifend mit dem hiesigen Bauernverband und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen“, sagt Prüter.

Kottwitz will vor allem die ortsansässigen Landwirte mit ins Boot holen: „Wir wollen sicherstellen, dass der Hochwasserabfluss durch weiterhin offenes Vorland gewährleistet bleibt.“ Und dafür müsse die Landwirtschaft mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen in alle Arbeiten eng eingebunden werden.

Grundsätzlich hofft die Staatssekretärin im Umweltministerium, mit den zusammen mehr als eine Million Euro zusätzlichen Fördermitteln in Sachen Hochwasserschutz endlich ein Stück weiterzukommen. „Denn noch ist einiges zu tun“, betonte sie.