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Nicht gegen Thorsten Schnell, sondern für Hans-Christian Höhne als neuen Direktor hatten sich viele Herderschüler bei einer Solidaritätsaktion ausgesprochen. Foto: t&w
Nicht gegen Thorsten Schnell, sondern für Hans-Christian Höhne als neuen Direktor hatten sich viele Herderschüler bei einer Solidaritätsaktion ausgesprochen. Foto: t&w

Herderschule: Höhnes Kampf war vergebens

ahe Lüneburg. Es bleibt dabei: Thorsten Schnell wird neuer Leiter der Herderschule. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat die Beschwerde von Hans-Christian Höhne, der im Bewerbungsverfahren um den Direktorenposten das Nachsehen hatte, zurückgewiesen. Höhne sagt: „Ich werde den rechtlichen Weg nun auch nicht mehr weitergehen.“

Damit endet eines der langwierigsten Besetzungsverfahren an Lüneburgs Schulen. Im November 2014 hatte die damalige Direktorin Michaela Thauffenbach das Gymnasium am Ochtmisser Kirchsteig verlassen. Bei der Suche nach einem Nachfolger blieben am Ende zwei Bewerber übrig, die ihren Hut in den Ring warfen: Thorsten Schnell, aktuell stellvertretender Leiter der Wilhelm-Raabe-Schule, und Hans-Christian Höhne, langjähriger Stellvertreter an der Herderschule und seit Thauffenbachs Abschied auch kommissarischer Leiter dort. Zwar sprachen sich der Schulvorstand der Herderschule und der Schulausschuss des Lüneburger Rates für Höhne aus, das Kultusministerium aber entschied sich für Schnell. Auch Solidaritätsbekundungen der Herderschüler und ein Krisengipfel mit Elternvertretern in der Landesschulbehörde konnten Ministerin Frauke Heiligenstadt nicht umstimmen.

Höhne wählte daraufhin den Rechtsweg, wollte per Eilantrag beim Verwaltungsgericht die Besetzung stoppen — erfolglos. Es sah keinen Grund, die Auswahlentscheidung des Kultusministeriums rechtlich zu beanstanden. Schnell habe, so das Verwaltungsgericht, schon nach den aktuellen dienstlichen Beurteilungen, die aus Anlass der Bewerbungen erstellt worden waren, einen — wenn auch geringen — Leistungsvorsprung und habe auch im Auswahlgespräch besser abgeschnitten. Die dienstlichen Beurteilungen beider Bewerber seien auch fehlerfrei und unter Wahrung der Chancengleichheit erstellt worden. Daraufhin legte Höhne Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes ein. Der zuständige 5. Senat wies die nun zurück.

Ende eines der langwierigsten Besetzungsverfahren an Lüneburgs Schulen

Das OVG hat die verwaltungsgerichtliche Entscheidung im Ergebnis bestätigt. „Soweit sich der unterlegene Bewerber auf die Fehlerhaftigkeit seiner eigenen dienstlichen Beurteilung berufen hat, ist der Senat dieser Argumentation ebenso wie das Verwaltungsgericht nicht gefolgt“, heißt es in der Begründung. „Anders als das Verwaltungsgericht, ist der Senat jedoch der Auffassung, dass die dienstliche Beurteilung des erfolgreichen Mitbewerbers — bezogen auf einen Teil von insgesamt vier beurteilungsrelevanten Verfahrensteilen — an einem Fehler leidet, der jedoch letztlich keinen Einfluss auf den Ausgang des Auswahlverfahrens hat.

Zwar müsste der fehlerhafte Verfahrensteil an sich wiederholt und der erfolgreiche Mitbewerber sodann unter Einbeziehung der übrigen drei, jeweils eigenständigen Verfahrensteile erneut dienstlich beurteilt werden. Eine solche, verfahrensfehlerfrei erstellte neue Beurteilung des erfolgreichen Mitbewerbers könnte jedoch nicht dazu führen, dass der unterlegene Bewerber allein aufgrund eines Beurteilungsvergleichs einen Leistungsvorsprung gegenüber dem erfolgreichen Mitbewerber aufweist. Denn dessen positive Bewertungen in Bezug auf die anderen, eigenständigen Verfahrensteile bleiben erhalten.“ Dass Schnell im Auswahlgespräch besser abgeschnitten hatte als er, habe Höhne laut OVG im Beschwerdeverfahren nicht mehr angezweifelt.

Höhne will die Entscheidung nun hinnehmen. „Ich werde selbstverständlich zum Schuljahresbeginn in drei Wochen auch wieder ganz normal meinen Dienst antreten. Das bin ich schon dem Kollegium und den Eltern schuldig, die sich so für mich eingesetzt haben.“

Thorsten Schnell soll schon heute, Donnerstag, „der Dienstposten übertragen“ werden, teilt Susanne Schrammar, Sprecherin des Kultusministeriums, mit. Nun muss also ein neuer Vize für das Gymnasium an der Feldstraße gefunden werden.

3 Kommentare

  1. SommerSonneSonnenschein:)

    Ich freue mich für Herrn Schnell, dass er nun Schulleiter wird. Ich finde er hat es verdient. Höhne muss sich damit abfinden, dass Herr Schnell eben besser abgeschnitten hat, da bringt klagen auch nicht viel.
    Ich finde es war nicht fair, dass die ganze Schule (Lehrer, Eltern und Schüler) ihn so sehr bei seiner Klage unterstützt haben und so sehr gegen Herrn Schnell als Schulleiter waren und finde sie sind ihm eine Entschuldigung schuldig, vorallem Höhne. Sie kennen ihn doch gar nicht und wissen nicht ob Schnell nicht vielleicht doch besser als Höhne für die Stelle geeignet ist.

    Ich kenne ihn und bin mir sicher dass Herr Schnell seinen Job sehr gut machen wird und mit vollem Einsatz und Herzblut seinen Beruf ausüben wird. Er ist ein sehr lieber Mensch und möchte immer das Beste für seine Mitmenschen:)

    Ich hoffe dass seine Kollegen zu ihm genauso freundlich sind wie er es zu ihnen ist und er gut in der neuen Schule aufgenommen wird. Hoffentlich vertragen sie sich alle, vorallem Höhne und Schnell, denn ein Streit in der Schulleitung würde der Schule nur Schaden. Aber wenn alle sich vertragen, zusammenhalten und zusammenarbeiten dann kann die Schule sich entwickeln und es bergauf gehen.

    Ich wünsche Herrn Schnell alles Gute und einen guten Start in der neuen Schule, sowie der Schule ein gutes Schulklima und gute Zusammenarbeit.

    • bitte Herr Höhne, die Höflichkeit fehlt. Es sind beide Profis, das wird schon klappen. Das Engagement an der Schule war toll und wird das Schulleben jetzt auch weiter beflügeln. Viel Glück!

  2. Ich wüsste nicht warum sich Lehrer, Eltern und Schüler entschuldigen sollten! Dafür das sie hinter einem der Ihren gestanden haben? Das wird heute viel zu wenig getan. Darüberhinaus hätten sie erwähnen müssen, dass sich auch die Gremien der Stadt etc. dann entschuldigen müssten, weil auch sie eine Empfehlung zugunsten von Herrn Höhne ausgesprochen haben.

    Ein grundsätzlicher Schaden ist bereits eingetreten, da die Stelle über 20 Monate unbesetzt geblieben ist. Eine wichtige Funktion die mit ihren Aufgaben auf vielen Schultern der Verantwortlichen der Herderschule gemeistert worden ist. Das war eine Belastung aller auf der Herderschule.

    Ausserdem heißt es „Herr“ Höhne, wie sie auch Herr Schnell schreiben. Soviel Zeit muss sein.

    Herr Höhne hat die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausgenutzt. Das ist legitim. Weiterhin verhält er sich auch die ganze Zeit fair und argumentiert mit sachlichen und tatsächlichen Argumenten. Das wurde mir über seinen Konkurrenten leider gegenteilig berichtet.

    Herr Höhne hat zugesagt weiterhin auf der Herderschule seine Amt auszuüben. Das würde nicht jeder tun. Davor ziehe ich meinen Hut.

    P.S.:
    Es gibt auch die Möglichkeit jemanden Wegzuloben um im eigenen Stall wieder Ruhe einkehren zu lassen….