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Mit uns beiden, das passt einfach. Charlott Arzberger und Mumford sind ein eingespieltes Team, wie vertrauen uns blind, sagt die 23-Jährige. Foto: t&w
Mit uns beiden, das passt einfach. Charlott Arzberger und Mumford sind ein eingespieltes Team, wie vertrauen uns blind, sagt die 23-Jährige. Foto: t&w

Tierisch talentiert: Mumford, der Trickkünstler

Sie machen Handstand auf zwei Pfoten, putzen Schuhe oder teilen mit ihren Besitzern eine ganz besondere Partnerschaft: tierische Talente. In der neuen gleichnamigen Serie stellt die LZ jede Woche eines von ihnen vor. In Teil 1: Mumford, der Trickkünstler.

off Bleckede. Mumford ist fünf und auf den ersten Blick ein ganz normaler Mischling. Dunkle Schlappohren, gelocktes grau-weißes Fell, ein Auge blau, das andere braun — ein Hund mit Genen von Schafspudel und Border Collie. Und ganz besonderen Begabungen. Wenn Frauchen Charlott Arzberger das Kommando gibt, kann Mumford im Handstand auf den Vorderpfoten laufen, auf ihrem Rücken Männchen machen oder verschämt die Pfote vor die Augen legen. Insgesamt beherrscht der Rüde rund 200 Lektionen, hat bereits diverse Trick-Wettbewerbe gewonnen und erst kürzlich eine Rolle in der ZDF-Fernsehproduktion „Matula“ ergattert. „Mumford ist ein echtes Multitalent“, sagt Charlott Arzberger. „Und mein kleines persönliches Wunder.“

Eine Wiese bei Bleckede, Mumford sitzt vor seinem Frauchen im Gras und wartet. Mehrere Wochen im Jahr arbeitet die Münchenerin in der Region für den Filmtierhof Elsässer, trainiert neben Mumford auch andere Tiere wie Krähe, Wildschwein oder Katze. Schon als Jugendliche hat Charlott Arzberger, die sich selbst als „Charly“ vorstellt, mit ihrer Hündin Maja erste Tricks einstudiert. Dann kam 2011 Majas Sohn Mumford zur Welt. „Der geborene Trickkünstler.“

An erster Stelle steht bei Charlott Arzberger immer das Tier

Während Charly auf einer Parkbank sitzt und erzählt, lässt Mumford sie keine Sekunde aus den Augen. „Der will endlich loslegen“, sagt sie, „und zwar am liebsten sofort.“ Als Schafspudel-Border-Collie-Mischling stecken in dem Rüden gleich zwei Arbeitshunderassen, „entsprechend intensiv muss man einen Hund wie ihn auch beschäftigen“. Die 23-Jährige hat nach und nach sein Trick-Talent entdeckt, dabei selbst immer mehr dazugelernt. Ihre Philosophie bei der Arbeit mit Tieren, ein Zitat von „Pu der Bär“: „Eine Menge Leute reden mit Tieren, aber nur wenige hören zu. Und das ist das Problem.“

An erster Stelle steht bei Charlott Arzberger immer das Tier, „ich sage lieber Bitte und Danke statt Click zu meinen Hunden, krame erstmal in meinen eigenen Problemen, als sofort diverse Hilfsmittel zu zücken“, sagt sie. Bei der Arbeit mit Mumford heißt das auch, rechtzeitig Stopp zu sagen, den Rüden zu regelmäßigen Pausen zu zwingen. „Er würde von sich aus immer weitermachen“, sagt sie, „ohne Rücksicht auf die eigenen Kräfte.“

Klare Körperbewegung und ein kurzes Komando

Für den ersten Trick reicht eine klare Körperbewegung und ein kurzes Komando, schon springt Mumford auf die Parkbank und macht Männchen. Er kann auch einen Stock auf der Nase balancieren, auf Kommando in die Luft werfen und mit dem Maul auffangen. Oder eine Art Salto in der Luft vorführen. Alles mögliche hat Charlott Arzberger ihm schon beigebracht, ist mit ihm auf Dutzenden Shows aufgetreten und in etlichen Werbe- und TV-Produktionen dabei gewesen. „Da Mumford von klein auf bei all meinen Reisen immer dabei war, hat er eine unheimliche Offen- und Gelassenheit neuen Menschen und Situationen gegenüber“, sagt sie. „Egal, wo er hinkommt, für mich gibt er immer 110 Prozent.“

Trainiert die 23-Jährige einen neuen Trick, führt der Weg dorthin in der Regel über viele kleine Etappen — und ganz, ganz viel Lob. „Unsere Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, da haben Strafen nichts zu suchen“, sagt sie. Klappt etwas nicht, sei nie der Hund schuld. „Dann probiert man es eben später wieder, macht es anders nochmal oder verzichtet einfach.“

Eine Dreiviertelstunde Training ist rum. Charly sitzt wieder auf der Parkbank, Mumford liegt neben ihr — und hat wie gehabt nur Augen für sein Frauchen. „Mit uns beiden, das passt einfach“, sagt die 23-Jährige. Oder wie sie es auf ihrer Internetseite beschrieben hat: „Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass Gott, oder Buddha, das Universum, oder wer auch immer, mich eines Tages zufällig hat über die Erde springen sehen, mitleidig gelacht und mir diesen Hund geschenkt hat. Es kann einfach kein Zufall gewesen sein.“

Nächsten Donnerstag zeigen zwei Katzen ihr tierisches Talent. Sollten auch Sie ein tierisches Talent kennen, melden Sie sich unter Tel. 04131/740287 oder schreiben Sie eine E-Mail an landredaktion@landeszeitung.de

Fotos: t&w