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Zweitfamilie in Lüneburg: Karlotta Timm, Yule Timm, der Freiwillige Felipe Lopez und Sven Timm sind seit neun Monaten eine Familie. Mutter Maren Timm und Sohn Fynn Timm fehlen auf dem Bild.
Zweitfamilie in Lüneburg: Karlotta Timm, Yule Timm, der Freiwillige Felipe Lopez und Sven Timm sind seit neun Monaten eine Familie. Mutter Maren Timm und Sohn Fynn Timm fehlen auf dem Bild.

„Zugvögel“ suchen Gastfamilien

aweg Lüneburg. Das zweite Jahr in Folge werden Freiwillige aus Südamerika für ein Jahr in Lüneburger Kindergärten arbeiten. Die Regionalgruppe des Vereins Zugvögel begrüßt am Ende des Sommers zwei neue internationale Freiwillige. Für Ricardo de la Rosa Cruz aus Mexiko und Luis Carguacundo Sanchez aus Ecuador werden ab Anfang September Gastfamilien gesucht. Warum gerade die Gastfamilie ein wichtiger Bestandteil während der zwölf Monate in Deutschland ist, weiß Felipe Lopez aus Ecuador, der seit 2015 als Freiwilliger bei Familie Timm in Lüneburg lebt.

Vor allem die Kommunikation sei am Anfang wichtig. „Wenn es irgendwelche Prob­leme und Missverständnisse gab, egal ob sprachlich oder im Alltag, hat es mir geholfen, wenn wir da einfach offen drüber gesprochen haben“, sagt er.

Gastvater Sven Timm ergänzt: „Ich denke, das Wichtigste ist, dass keiner sich verstellen muss. Weder fühlt sich Felipe nach den neun Monaten noch als Gast, noch sieht sich die Familie Timm als Gastgeber. Felipe ist ein Familienmitglied, wie ein Sohn.“ Er sei ganz normal in die Familie integriert, egal ob es dabei um zu erledigende Hausarbeit, das Kochen oder einen Spieleabend geht. Der Sohn auf Zeit neckt seine jüngeren „Schwestern“ oder scherzt mit seinem Gastvater inzwischen in fließendem Deutsch.

Die Lüneburger Familie ist bereits erprobt, was diese Form des Zusammenlebens angeht: Seit die Kinder klein waren, hatten sie Au-Pairs und auch Schüler bei sich aufgenommen, die im Austausch zeitweise unter ihrem Dach lebten. Sven Timm sagt: „Die Sprache war nie ein Problem, man kann sich mindestens mit Händen und Füßen unterhalten. Und jedes Mal lerne ich als Gastvater wieder, dass man in der Zeit mehr bekommt als man gibt.“

In diesem Jahr folgen auf Felipe zwei neue Freiwillige mit gleichem Einsatzgebiet. Die Projekte sind bereits gefunden: Luis Carguacundo Sanchez wird im Musikkindergarten Rasselrübe arbeiten, Ricardo de la Rosa Cruz aus Mexiko im Kinderhaus Hollerbusch.
Beide freuen sich schon auf das Freiwilligen-Jahr in Lüneburg, das hat sich bereits im Skype-Gespräch mit Mitgliedern der Zugvögel gezeigt. Für Luis ist es egal, ob es eine große oder kleine Familie sei, die ihn aufnimmt. Gewohnt sei er beides. Zurzeit wohnt er mit seiner Mutter in Riobamba. „Ich habe aber auch eine enge Bindung zu meinen Cousins, Cousinen, Tanten und Onkels“, sagt der 26-Jährige.

Der 19-jährige Ricardo würde sich ebenfalls über eine Gastfamilie mit Geschwistern freuen, denn in San Cristobal wohnt auch er seit sein großer Bruder ausgezogen ist zu zweit mit seiner Mutter. „Außerdem liebe ich Musik und freue mich schon darauf, die deutsche Musik kennenzulernen“, sagt Ricardo, der am liebsten Jazz auf dem Schlagzeug und der Gitarre spielt. Auch Luis mag die Musik: „Ich werde wahrscheinlich am meisten meine Tango-Tanzgruppe während der zwölf Monate in Lüneburg vermissen“, vermutet er.

Lüneburger Familien, die Interesse daran haben, einen Freiwilligen ab Anfang September bei sich aufzunehmen, können sich per E-Mail bei lueneburg@zugvoegel.org oder telefonisch unter %(0152)52718945 bei den Zugvögeln melden.