Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Kennzeichnungspflicht für Hunde zeigt Wirkung
Terrier-Mix Dakota lässt sich von Tierheim-Leiterin Tina Wunderling seinen Registrierungscode auslesen  mittels Lesegerät geht das ganz schmerzfrei. Foto: t&w
Terrier-Mix Dakota lässt sich von Tierheim-Leiterin Tina Wunderling seinen Registrierungscode auslesen mittels Lesegerät geht das ganz schmerzfrei. Foto: t&w

Kennzeichnungspflicht für Hunde zeigt Wirkung

mkl Lüneburg. Tina Wunderling ist zufrieden. „Die Leute sind anscheinend vernünftiger geworden, es werden deutlich weniger Tiere in der Ferienzeit ausgesetzt“, sagt die Leiterin des Lüneburger Tierheims. Dass bei vielen offenbar die Vernunft obsiegt, hat aber vermutlich noch einen weiteren Grund: Laut Niedersächsischem Hundegesetz besteht seit 2011 die sogenannte Kennzeichnungspflicht für Hunde, seit 2013 auch die Registrierungspflicht. Danach sind jedes Tier und dessen Halter eindeutig identifizierbar. Theoretisch.

„Leider übernimmt nicht jeder Tierarzt auch die Registrierung“, sagt Tina Wunderling. Die fällt an, nachdem ein Chip ein meist etwa zwölf Millimeter langer und zwei Millimeter breiter Transponder mit Mikrochip dem Tier eingesetzt worden ist. Erledigt wird dies von Tierärzten, die Chips werden dabei an der linken Halsseite des Hundes implantiert. Zu kennzeichen sind Hunde, die älter als sechs Monate sind.

Es besteht Registrierungspflicht

Doch während einige Tierärzte auch die Registrierung vornehmen, überlassen andere dies den Haltern und vergessen laut Wunderling gelegentlich, die Halter über die Registrierungspflicht zu informieren. „Wir würden uns wünschen, dass die Tierärzte mehr darauf achten würden“, sagt die Leiterin. Wichtig dabei: Der Tierarzt vergibt bei der Implantierung des Chips die 15-stellige Transpondernummer des Chips, die für die Registrierung beim Hunderegister benötigt wird.

Was für Hunde schon gilt, wünscht sich Frauke Girus-Nowoczyn auch für Katzen. „Leider gibt es für sie die Chip-Pflicht noch nicht“, sagt die Geschäftsführerin des Tierheims. Allerdings werden Katzen, die im Tierheim aufgenommen werden, „von uns auch gechipt, geimpft und kastriert“. Gerade Letzteres sei wichtig, um eine überbordende Population zu vermeiden. „Katzen werfen zwei Mal im Jahr, im Mai und Oktober“, sagt Girus-Nowoczyn. Da sie aber Haustiere seien, könnten sie ohne Pflege und Fütterung allein nicht überleben. „Viele gehen elendiglich an Krankheiten zugrunde.“ Eine Kastrationspflicht, wie sie für Katzen bereits in den Samtgemeinden Amelinghausen, Dahlenburg, Ostheide und in Bleckede gibt, wünscht sie sich daher auch für die übrigen Gemeinden im Landkreis.

Chip auch für Katzen?

Viele junge Katzen landen daher früher oder später im Tierheim, wo sie, nachdem sie aufgepäppelt wurden, „im Top-Zustand“, also gechipt und geimpft, an ihre neuen Halter abgegeben werden. Mit Zahlung der Gebühr erhält der Halter dann auch einen Gutschein zur späteren Kastration des Tieres.

Rund 1000 Tiere werden jährlich vom Tierheim aufgenommen, neben Katzen und Hunden auch Hamster, Meerschweinchen und andere Kleintiere. Viele von ihnen wurden von ihren Haltern ausgesetzt, insbesondere in der Urlaubszeit. Während Hunde oft irgendwo angeleint würden, werden Katzen und Kleintiere häufig in Käfigen oder Boxen abgestellt. Aber auch aus dem Tierheim adoptierte Tiere werden gelegentlich zurückgebracht, „nicht immer läuft zu Hause alles optimal“, sagt Wunderling und verweist auf die zweiwöchige Probezeit. „Danach kann man das Tier problemlos zu uns zurückbringen.“ Auch die Schutzgebühr gibt es dann zurück.

Wer gern Tiere um sich hat, kann sich auch beim Lüneburger Tierschutzverein engagieren, der das Tierheim an der Bockelmannstraße betreibt. Wunderling: „Wir freuen uns über neue Patenschaften oder ehrenamtliche Mitarbeiter.“