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Egal welche Führerscheingeneration  bis spätestens 2033 muss getauscht werden. Fotos: ap
Egal welche Führerscheingeneration bis spätestens 2033 muss getauscht werden. Fotos: ap

Der alte Führerschein muss weg

ap Lüneburg. Der Umtausch wird zur Pflicht: Jeder, der einen Führerschein besitzt, muss ihn gegen eine einheitliche EU-Karte austauschen lassen. Von dem Vorschlag des Verkehrsausschusses im Bundesrat ausgenommen sind nur diejenigen, die ihren Führerschein nach dem 19. Januar 2013 erworben haben. Allerdings bleibt dafür noch reichlich Zeit: Der Umtausch soll gestaffelt bis zum Jahr 2033 passieren. Die Führerscheinstelle Lüneburg ist aber schon heute täglich mit dem Umtausch alter Führerscheine beschäftigt.

„Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden bereits 351 alte Führerscheine ausgetauscht“, sagt Landkreis-Sprecher Hannes Wönig auf LZ-Nachfrage. 2015 seien es 623, im Jahr davor gar 660 ausgetauschte Exemplare gewesen. Eine Umtauschpflicht bis zum 19. Januar 2033 sei dem Landkreis als zuständiger Behörde seit Januar 2013 bekannt. Denn Führerscheine sind seitdem nur noch 15 Jahre gültig, haben also ein „Verfallsdatum“. Wolfram Kallweit, Fachbereichsleiter Ordnung und Umwelt, sagt: „Eine zeitliche Staffelung, die jetzt im Gespräch ist, wäre zu befürworten. Dadurch würde die gesamte Umtauschaktion auch für unsere Führerscheinstelle besser umzusetzen sein. Wir werden uns darauf einstellen und gut vorbereitet sein.“

Anstelle des alten grauen Papiers, des rosa Hefts oder auch der hellgrünen Scheckkarte soll ein fälschungssicherer Ausweis mit Hologramm ausgegeben werden. Die Staffelung (siehe Infobox), die der Ausschuss vorschlägt, soll vor allem den bürokratischen Aufwand für die Führerscheinstellen reduzieren und koordinieren. Der Umtausch variiert je nach Geburtsjahr des Inhabers oder Ausstellungsdatum der Fahrerlaubnis.

Die Polizei Lüneburg hält die Vereinheitlichung vor allem aufgrund von Fälschungen für sinnvoll. Die Ordnungshüter sehen bei Verkehrskontrollen noch die gesamte Bandbreite an Führerscheinen. „Auch die alten grauen Papiere werden uns immer mal wieder noch liebevoll eingeschweißt entgegen gereicht“, sagt Pressesprecherin Antje Freudenberg. Häufig seien weniger gepflegte Objekte aber auch gar nicht mehr lesbar. „Bei vielen wurde nie das Bild geändert, da kleben dann noch Jugendfotos. Dann fordern wir den Personalausweis zum Abgleich.“ Für die Polizei sei ein einheitlicher Führerschein eine Erleichterung, „die Klassen werden in den verschiedenen Versionen auch anders bezeichnet“. Man müsse sich schon gut auskennen, um zu erkennen, ob jemand auch die entsprechende Erlaubnis für ein Fahrzeug habe. Durch den Umtausch würden außerdem wichtige zusätzliche Daten über die jeweiligen Personen eingeholt werden, beispielsweise ob jemand seit der Ausstellung im Jahr 1983 eine Brille trägt. „Es ist wichtig, bestimmte Informationen mit anzugeben“, verdeutlicht Antje Freudenberg.

Ein weiterer positiver Effekt könnte außerdem im Bereich der Fälschungen spürbar werden. „Die neuen Führerscheine werden durch Hologramme sehr viel sicherer sein.“ Vor allem bei ausländischen Führerscheinen habe man es gelegentlich mit Duplikaten zu tun.

Wer wann dran ist

Bei Führerscheinen, die bis einschließlich

31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ist das Geburtsjahr des Inhabers maßgeblich:

  • Vor 1953 geboren: Umtausch bis 19. Januar 2033*
  • 1953 bis 1958: 19. Januar 2021
  • 1959 bis 1964: 19. Januar 2022
  • 1965 bis 1970: 19. Januar 2023
  • 1971 oder später: 19. Januar 2024Bei Führerscheinen, die ab 1. Januar 1999, aber vor 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, ist das Jahr der Ausstellung relevant:
  • Zwischen 1999 und 2000 ausgestellt: Umtausch bis 19. Januar 2025
  • 2001 bis 2002: 19. Januar 2026
  • 2003 bis 2004: 19. Januar 2027
  • 2005 bis 2006: 19. Januar 2028
  • 2007 bis 2008: 19. Januar 2029
  • 2009: 19. Januar 2030
  • 2010: 19. Januar 2031
  • 2011: 19. Januar 2032
  • 2012 bis 18. Januar 2013: 19. Januar 2033
    *Personen, die vor 1953 geboren sind, sind von dem vorzeitigen Umtausch ausgenommen. Der Ausschuss begründet dies mit dem Alter, es sei fraglich, ob diese Personen nach dem Stichtag noch Gebrauch von ihrer Fahrerlaubnis machen würden.