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Den Firmen im Industriegebiet an den Söllerwiesen geht es so gut, dass die Stadt Lauenburg eine Million Euro mehr als erwartet an Gewerbesteuereinnahmen verbuchen kann.
Den Firmen im Industriegebiet an den Söllerwiesen geht es so gut, dass die Stadt Lauenburg eine Million Euro mehr als erwartet an Gewerbesteuereinnahmen verbuchen kann.

Lauenburg im Gewerbesteuer-Hoch

tja Lauenburg. Der Richtkranz weht mit flatternden grünen, blauen und weißen Bändern den typischen Farben des Chemiewerkes Worlée im Wind. Das Richtfest für das neue Verwaltungsgebäude des Unternehmens im Industriegebiet an den Söllerwiesen ist nur ein deutliches Zeichen dafür, dass es den Firmen in Lauenburg scheinbar gut wie nie geht. Die im Haushalt für das ganze Jahr 2016 angesetzten 2,6 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen sind bereits in den ersten sechs Monaten um eine Million Euro übertroffen worden. „Das ist die größte Gewerbesteuereinnahme der Stadt aller Zeiten“, freut sich Bürgermeister Andreas Thiede.

Details, welche Firmen für die Einnahmen verantwortlich sind, dürfen aufgrund des Steuergeheimnisses nicht genannt werden. Kämmerer Thomas Burmester sagt nur soviel: „Es geht den drei großen Firmen im Industriegebiet gut und auch der Schiffbau hat wieder Fahrt aufgenommen.“ Damit ist schon deutlich, welche vier Unternehmen die Kassen klingeln lassen. Burmester: „Wir hatten zwar den Hebesatz für die Steuern erhöht, aber das war nur marginal. Es läuft einfach gut bei den Unternehmen.“ Der Kämmerer geht davon aus, dass 52 Prozent der unerwarteten Mehreinnahmen bei der Stadt bleiben werden. 2017 muss der Rest des Geldes über Umlagen an Kreis und Land abgeführt werden.

Im Jahr 2015 hatte die Stadt insgesamt 2,65 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen verbucht. Burmester geht nicht davon aus, dass es für das vergangene Jahr noch zu nennenswerten Erstattungen kommen wird.

Derweil wurde bei Worlée kräftig gefeiert. Firmenchef Reinhold von Eben Worlée ließ die Handwerker hochleben. „Es ist beachtenswert, wie weit das Projekt seit der Grundsteinlegung am 12. April gebracht wurde“, sagte er. Das Unternehmen investiert 4,1 Millionen Euro in den Neubau und will 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Ein klares Bekenntnis zum Standort Lauenburg. „Ein schönes Werk ist uns gelungen“, sinnierte Betonbauer Jürgen Rotter von Groth beim Richtspruch.

Bereits zum Jahresende soll das Bauvorhaben fertiggestellt sein. Worlée setzt bei dem dreigeschossigen Neubau mit 1400 Quadratmetern Nutzfläche auf moderne Techniken. So soll eine auf dem Dach geplante Fotovoltaikanlage Strom für die vorgesehenen eigenen Elektrofahrzeuge liefern, die Heizwärme kommt aus der benachbarten Biogasanlage.

Als Worlée vor 40 Jahren nach Lauenburg kam, hatte das Chemiewerk hier 30 Mitarbeiter, heute sind es 200. Und die Zahl soll weiter deutlich steigen. Mehr als 40000 Tonnen Kunstharze und Zusatzstoffe für Farben und Lacke im Jahr werden aktuell weltweit ausgeliefert. Von Lauenburg aus gehen die Sachen in die ganze Welt, bis China, Indien oder Australien.