Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Teufelsbrücke für einen Monat gesperrt
Die 24 Meter lange Teufelsbrücke muss instand gesetzt werden. Foto: Hansestadt Lüneburg
Die 24 Meter lange Teufelsbrücke muss instand gesetzt werden. Foto: Hansestadt Lüneburg

Teufelsbrücke für einen Monat gesperrt

sp/lz Lüneburg. Seit 123 Jahren gibt es ist die älteste der 58 Lüneburger Brücken. Immer wieder hat die Stadt Lüneburg die Teufelsbrücke an den Ilmenauwiesen überholen und instand setzen lassen. Jetzt heißt es für die Querung einmal mehr: weg mit dem Rost. Von Montag, 1. August 2016, an ist die Teufelsbrücke für einen Monat voll gesperrt.

Die Brücke liegt in einem der beliebtesten Naherholungsgebiete Lüneburgs, viele Jogger, Fahrradfahrer, Spaziergänger und auch Reiter nutzen sie täglich. „Es ist ärgerlich, dass wir die Brücke ausgerechnet im Sommer sperren müssen, aber leider nicht zu verhindern“, sagt Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin für Straßen- und Ingenieurbau bei der Hansestadt Lüneburg. „Denn wir sind auf trockenes und beständiges Wetter angewiesen damit die verschiedenen Beschichtungen gut trocknen können.“ In dieser Zeit müssen alle, die sonst die Teufelsbrücke nutzen über die Amselbrücke oder die Brücke an der Roten Schleuse ausweichen. Kanuten und auch Lüneburgs Ausflugsboot können die Teufelsbrücke aber mit Einschränkungen weiterhin passieren.

Die instandgesetzte Stahlbrücke wird vom äußeren Erscheinungsbild genauso aussehen wie bisher. Bis auf einen Unterschied: „Wir haben uns für dunkelgrüne Farbe entschieden, ein kräftiges Waldgrün. Damit wird sich die Brücke noch besser in ihre Umgebung einfügen“, so die Fachbereichsleiterin.

Und eine weitere Veränderung muss es auch noch geben: die sogenannten Liebesschlösser müssen verschwinden. „Derzeit hängen an der Bücke einige Liebesschlösser. Eine schöne Tradition, allerdings für die Brücken ein echtes Problem“, so Jörg Silex, der Brückenexperte bei der Hansestadt. „Durch die Schlösser nutzen die Beschichtungen viel schneller ab und dann rostet die Brücke. Und auch das Gewicht der Schlösser summiert sich.“ Die Schlösser, die sich derzeit an der Teufelsbrücke befinden, können noch bis 31. Juli 2016 von ihren Besitzern abmontiert werden. Danach müssen sie entfernt werden. Die Stadt bittet außerdem darum, keine Schlösser an der erneuerten Brücke anzubringen.

Schon im Bauausschuss im Dezember vergangenen Jahres hatte Hesebeck die Erneuerung der Brücke angekündigt. Sie ist stark verwittert und von Korrosion befallen, so dass sie über kurz oder lang nicht mehr standsicher wäre. 60.000 Euro kostet die Instandsetzung der 24 Meter langen Teufelsbrücke.

Ablauf der Arbeiten

In der ersten Woche lässt die Hansestadt Lüneburg Pontons ins Flussbett der Ilmenau legen. Einerseits dienen sie als Arbeitsfläche für die Handwerker und andererseits fangen sie herabfallende Teile der Brücke auf, so dass sie nicht in die Ilmenau geraten. In der ersten Woche werden auch die Arbeitsgerüste aufgestellt und die Holzbeläge demontiert.

Die zweite Woche ist dann für das Austauschen der Stahlteile vorgesehen. Teile die nicht so stark von Korrosion befallen sind, werden von dem Rost befreit.

Diese Arbeiten werden sich auch in die dritte Woche ziehen. Wenn sie abgeschlossen sind, folgt das Auftragen der Beschichtungen, erst der Korrosionsschutz, dann eine Deckschicht, die der Brücke auch die neue, dunkelgrüne Farbe geben wird. In der letzten Woche werden dann neue Holzbohlen angeschraubt.

Die Teufelsbrücke…

…wurde 1893/94 gebaut und ist damit die älteste Brücke im Stadtgebiet. Laut dem Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) hat sie ihren diabolischen Namen vom dort früher befindlichen Sumpfgebiet, seit dem Mittelalter Düvelsbrook, also Teufelsbruch genannt.

Auch ein Pachthof, der sich in der Nähe befand und in den 1980er Jahren abgerissen wurde, führte seit dem Mittelalter einen Namen, in dem der Teufel auftauchte. Die Farbe der Brücke hat sich im Laufe der Zeit auch verändert. Aufgrund ihres dunklen Anstrichs hatte sie zeitweise den Namen „Schwarze Brücke“ getragen.