Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Volkshochschule fördert Talente
Mit Textzettel und Studio-Mikrofon ausgestattet arbeiten die Jugendlichen an einem Hörspiel. Es ist eines von mehreren Programmteilen einer Sendung, die sie gemeinsam mit Radio ZuSa produziert haben. Foto: us
Mit Textzettel und Studio-Mikrofon ausgestattet arbeiten die Jugendlichen an einem Hörspiel. Es ist eines von mehreren Programmteilen einer Sendung, die sie gemeinsam mit Radio ZuSa produziert haben. Foto: us

Volkshochschule fördert Talente

us Lüneburg. Vanessa, Anna und Finja sind aufgeregt. „Wir dürfen morgen moderieren“, sagt Finja und wirft noch einmal einen Blick auf die Stunden-Uhr, die auf der Tafel des VHS-Raums an der Haagestraße prangt. Punktgenau ist auf ihr festgehalten, wie das Programm ablaufen soll, das heute zwischen 15 und 16 Uhr auf Radio ZuSa zu hören sein wird. Produziert wurde es von der 13-jährigen Finja und ihren sechs Mitstreitern, die sich für das Projekt beim Talentcampus der Volkshochschule gemeldet hatten.

„Wir beginnen wie immer zur vollen Stunde mit den Nachrichten“, erklärte Linda Rommel gestern und geht noch einmal den Plan für die Sendung durch, die wenige Stunden später „on air“, also per Funk an die Radioempfänger in der Region ausgestrahlt wird. Seit Montag begleitet die Zusa-Mitarbeiterin gemeinsam mit dem Medienpädagogen Rupert Kraft die fünf Mädchen und zwei Jungen, erklärt Sendeformate, hilft bei der Vorbereitung von Themen und gibt Einweisungen für die Arbeit im Studio.

Schon am Dienstag mussten sich die Sieben für ihre Themen mächtig ins Zeug legen. Nachdem sie sich zuvor für ein Sendeformat ihrer Wahl entschieden hatten darunter Interview, Kommentar, Umfrage, Reportage oder Hörspiel ging es auch schon los. „Wir haben eine Reportage vom Wasserturm gemacht“, berichtet der elfjährige Henrik. Mehr wollten er und Céline (11) gestern nicht verraten, „das sollen sich die Hörer dann im Radio selber anhören“.

An ein richtiges Hörspiel hat sich Finja gewagt, ihr Thema: Handy-Sucht. „Ich hatte das Thema bereits als eigene Geschichte im Deutschunterricht entworfen und habe es jetzt zu einem Hör

Dass Radiomachen nicht so einfach ist, wie es sich an den Empfängern anhört, hat auch Vanessa erfahren. Sie hat einen Kommentar zum Thema „Rope Skipping“ verfasst, ein Hobby, dem die 13-Jährige selbst nachgeht. „Ich mache darin deutlich, dass dies eine richtige Sportart wie andere auch ist“, sagt sie. Ob ihre Argumente nachvollziehbar sind, können Zusa-Hörer ab 15 Uhr prüfen.
Spannend, „aber auch ziemlich anstrengend“, war die Umfrage von Chiara und Anna. Beide wollten von Passanten in der Innenstadt wissen, weshalb sie ihren Urlaub in Lüneburg verbringen. Gelernt haben sie dabei, dass man besser keine Fragen stellt, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden können. „Das würde dann etwas langweilig“, erklärt die zwölfjährige Anna.

Für Abwechslung zwischen den einzelnen Beiträgen sorgt Tarek. Der 15-jährige Syrer, der vor zehn Monaten nach Lüneburg gekommen ist, hat das Musikprogramm zusammengestellt. „Es werden auch arabische Klänge zu hören sein“, verspricht Tarek. So wie er waren auch alle anderen von dem Radio-Projekt begeistert.