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Heiko Behrens sorgt sich um die Zukunft im Tabakgeschäft. Wohlklingende Namen sind tabu, Warnhinweise gefordert. Foto: tja
Heiko Behrens sorgt sich um die Zukunft im Tabakgeschäft. Wohlklingende Namen sind tabu, Warnhinweise gefordert. Foto: tja

Krise im Geschäft mit Tabak

tja Lauenburg. Was für ein Irrsinn: Tabak darf jetzt wegen verschärfter Vorschriften nicht mehr Sweet, Vanilla oder Honey heißen. Der „Sweet Vanilla Honeydew“ aus dem Hause Dan Tobacco an der Hafenstraße in Lauenburg etwa ist unter diesem Namen nicht mehr lieferbar. Auch die „Seute Deern“ gibt es nicht mehr. Zu liebreizende Namen lässt das Gesetz nicht mehr zu. Außerdem muss das Unternehmen jetzt nachweisen, dass die Waren beim Versand nicht an Minderjährige ausgeliefert werden. „Jugendliche interessieren sich weder für Pfeifen noch für Zigarren“, sagt Firmengründer Heiko Behrens. Dennoch muss das Unternehmen jetzt einen enormen Aufwand betreiben, um die Richtlinien zu erfüllen. Ziel all dieser Vorschriften ist es, das Rauchen unattraktiv zu machen.

Ein Problem der gesamten Branche?

Bei einem Treffen des lauenburgischen Wirtschaftsbeirates der Lübecker Industrie- und Handelskammer (IHK) in seinem Haus berichtete Behrens den 25 Gästen von den Problemen, die die Tabakbranche erlebt: „Warnhinweise müssen schon so groß gedruckt werden, dass kaum noch Platz für einen Markennamen bleibt.“ Und der darf dann auch nicht mehr zu verlockend klingen. „Das Rauchen soll nicht mit Lust verbunden werden“, weiß Behrens.

Weil vorgefertigte Verpackungen einiger Sorten nicht mehr genutzt werden dürfen, ist ihm bereits ein Schaden von etwa 100000 Euro entstanden. „Die Reste des Rauchens, die überhaupt noch da sind, sollen jetzt scheinbar auch angegriffen werden“, fürchtet Behrens.

In Lauenburg arbeiten 38 Mitarbeiter der Firmen Dan Pipe (Handel) und Dan Tobacco (Produktion) in der Branche. Der Firmensitz an der Hafenstraße ist ein beliebter Treffpunkt für Kenner der Szene. Unter anderem aus Tansania, Brasilien oder Bangladesh kommt der Rohtabak, der verarbeitet wird. Auf dem Lagerboden liegen immer etwa 60 Tonnen für die fortlaufende Produktion. „Zum Glück haben wir so gut zu tun, dass uns diese ganzen Einschränkungen nicht zu stark treffen. Aber eine schöne Situation ist das nicht“, berichtet Behrens. Er hatte die Firma 1972 gegründet.

Dem Wirtschaftsbeirat der IHK gehören Politiker, Firmenchefs und Lobbyisten an. „Unser Hauptthema ist aktuell die Infrastruktur“, erklärt Thomas Buhck, der Vorsitzende des Gremiums. „Wir freuen uns, dass die Ortsumfahrungen für Geesthacht, Schwarzenbek und Lauenburg jetzt im Bundesverkehrswegeplan stehen.“