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Das Luftbild zeigt das ehemalige Pickenpack-Areal. Der Produzent von Tiefkühlfisch hatte sein Werk in Lüneburg Ende Juni geschlossen. Bekanntlich soll auf dem Gelände links davon, dem Areal des früheren Schlachthofs, auch die neue Sport- und Eventhalle entstehen, die Heimat der Bundesliga-Volleyballer werden könnte. Foto: boldt
Das Luftbild zeigt das ehemalige Pickenpack-Areal. Der Produzent von Tiefkühlfisch hatte sein Werk in Lüneburg Ende Juni geschlossen. Bekanntlich soll auf dem Gelände links davon, dem Areal des früheren Schlachthofs, auch die neue Sport- und Eventhalle entstehen, die Heimat der Bundesliga-Volleyballer werden könnte. Foto: boldt

Tofutown erwirbt ehemaligen Pickenpack-Standort

us Lüneburg. Für den früheren Pickenpack-Standort in Lüneburg zeichnet sich eine neue Perspektive ab. Das Gelände an der Lüner Rennbahn soll nach LZ-Informationen bereits am Mittwoch an die Tofutown Lüneburger Heide GmbH verkauft worden sein, die bereits in unmittelbarer Nachbarschaft ihren Sitz hat. Deren Geschäftsführer Bernd Drosihn bestätigte den Erwerb per Twitter-Mitteilung, zu Details wollte sich das Unternehmen allerdings nicht äußern.

Die Tofutown Lüneburger Heide GmbH ist Tochter der Tofutown.com GmbH, einem Hersteller pflanzlicher Produkte mit Sitz in Wiesbaum in Rheinland-Pfalz. 2009 hatte sie einen Produktionsbereich der in Lüneburg ansässigen DE-VAU-GE Gesundkostwerk GmbH sowie 50 Mitarbeiter des Unternehmens übernommen. Das 1988 in Köln als Viana Naturkost GmbH gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben Entwickler und Produzent von 110 vegetarischen Lebensmittelprodukten. Mit rund 300 Mitarbeitern an den Standorten Wiesbaum, Lüneburg und Neukirchen in Hessen produziert das Unternehmen rund 70 Millionen Lebensmittelpackungen pro Jahr.

Begleitet wurden die Verhandlungen durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lüneburg (WLG). Deren Geschäftsführer Jürgen Enkelmann zeigte sich über den Erwerb durch Tofutown erfreut: „Unser Ziel war es, darauf einzuwirken, dass das Areal nicht an einen Meistbietenden abgegeben wird, was aller Voraussicht nach auf einen weiteren Einzelhändler hinausgelaufen wäre, sondern dass hier wieder verarbeitende Industrie angesiedelt wird.“ Allerdings sei auch diese Lösung aus Sicht des Wirtschaftsförderers nur die zweitbeste: „Noch mehr hätten wir uns natürlich über eine Investorenlösung gefreut, bei der auch Teile der früheren Belegschaft übernommen worden wären.“

Wie berichtet, war der Lüneburger Pickenpack-Standort des insolventen Unternehmens am 30. Juni endgültig geschlossen worden, rund 400 Beschäftigte verloren dadurch ihren Arbeitsplatz. Viele von ihnen wurden in eine bis November laufende Transfergesellschaft eingegliedert, um „neue Perspektiven zu entwickeln“, wie es damals hieß.

Auch das Wirtschaftsministerium in Hannover hatte sich laut Ministeriumssprecherin Sabine Schlemmer-Kaune für eine sinnvolle künftige Nutzung des Firmengeländes eingesetzt, nachdem festgestanden habe, dass der Standort geschlossen werden musste: „Das Ministerium hält auch weiterhin Kontakt mit der Stadt und der Bundesagentur für Arbeit und wird die weitere Entwicklung begleiten.“

Ob Tofutown für die ehemaligen Pickenpack-Beschäftigten eine Zukunftsperspektive werden wird, ist offen. Laut Enkelmann wurde lediglich der Erwerb des Grundstücks nebst früherer Pickenpack-Produktionsanlagen vertraglich besiegelt. Enkelmann ist dennoch optimistisch: „Anders als Pickenpack agiert Tofutown in einem wachsenden Markt.“ Auch habe der Hersteller vegetarischer Bioprodukte bereits vor geraumer Zeit Expansionsbedarf signalisiert, dem man durch den jetzigen Verkauf entsprechen konnte. Der Insolvenzverwalter war für eine Auskunft nicht erreichbar.