Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Rodung hat ein Nachspiel
Nicht nur die betroffenen Tennisplätze wurden bereits für die Golfplatzverlegung zurückgebaut, auch schätzungsweise mehr als 2000 Quadratmeter Grün- und Waldfläche wurden bis auf den Stock gerodet. Foto: be
Nicht nur die betroffenen Tennisplätze wurden bereits für die Golfplatzverlegung zurückgebaut, auch schätzungsweise mehr als 2000 Quadratmeter Grün- und Waldfläche wurden bis auf den Stock gerodet. Foto: be

Rodung hat ein Nachspiel

dth Adendorf. Die teilweise Rodung eines Wäldchens neben den ehemaligen Tennisplätzen in Adendorf hat ein Nachspiel. Nach derzeitigem Kenntnisstand des Kreises Lüneburg waren die Baumfällungen zur Erweiterung des Golfplatzes rechtswidrig. Nun hat der Kreis ein Ordnungswidrigkeits- sowie ein Verwaltungsverfahren wegen des mutmaßlichen Umweltfrevels eingeleitet. Der Adendorfer Investor Rainer Adank war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unterdessen sieht sich der Sprecher der Adendorfer Interessengemeinschaft (IG), die sich gegen die Entwicklung des Baugebietes „Nördlich der Rehkuhle“ sowie die Verlegung des Golfplatzes wendet, in seiner Kritik am Verhalten der Gemeindeverwaltung bestätigt. Bürgermeister Thomas Maack (SPD) hingegen verweist auf das Verfahren des Kreises.

Wie berichtet, plant Investor Rainer Adank im Namen der „Adendorf Golf Resort KG“ die Einrichtung des neuen Wohngebiets „Nördlich der Rehkuhle“, das im Norden des Siedlungsbereichs „Bei den Eichen“ anschließt. Dafür soll ein Teil des angrenzenden Golfplatzes verlegt werden, und zwar auf einen Bereich der bisherigen Tennisplätze sowie eine Grünfläche nördlich des Biotops „Rehkuhle“. Das Wäldchen hatte sich in den vergangenen Jahren aber auf die Grünfläche ausgeweitet. Und jener Bereich wurde nun gerodet.

„Für die gesamte Fläche waren die Voraussetzungen nach Landeswaldgesetz erfüllt“, sagt auf LZ-Nachfrage Kreissprecher Hannes Wönig. „Die gesamte Fläche unterliegt dem Waldrecht. Und Waldflächen dürfen nur mit Genehmigung des Landkreises als Untere Waldbehörde eingeschlagen werden, wenn eine Umwandlung in eine andere Nutzungsart beabsichtigt ist. Das war in diesem Fall nicht so.“ Nun wird geprüft, ob ein Bußgeld fällig wird und ob die Fläche gegebenenfalls wieder aufgeforstet werden muss. Wasser auf die Mühlen von IG-Sprecher Karl-Heinz Zcernikow.

Zcernikow kritisiert die „Laissez-faire-Haltung“ des Bürgermeisters: „Die Gemeindeverwaltung hat trotz der Hinweise von Bewohnern die Sache bagatellisiert.“ Und: „Gut, dass sich der Landkreis eingeschaltet hat, um das vernünftig zu verfolgen. Ich hatte den Eindruck, die Gemeindeverwaltung hatte kein gesteigertes Interesse, sich darum zu kümmern.“ Zuvor hatte Zcernikow die Adendorfer Verwaltung als zu investorfreundlich kritisiert.

Zum Fall des mutmaßlichen Umweltfrevels sagte Maack gestern auf LZ-Nachfrage: „Das ist eine Landkreis-Sache. In anderen Fällen illegaler Rodungen haben wir auch den Landkreis informiert. In diesem Fall waren die Anwohner schneller.“ Vergangene Woche hatte er noch gegenüber der LZ gesagt, bei dem gerodeten Waldstück hätte es sich um „gewachsenen Bestand“ gehandelt, „der aus Sicht der Verwaltung entfernt werden konnte“.

One comment

  1. Aus eigener Erfahrung kann ich vom grünen Schwachsinn ein Lied singen. Ich hatte auf meinem ländlichen Wohn- und Gewerbegrundstück auf nicht genutzter Rasen- und Gartenfläche 8000 Bäume als Windfang gepflanzt, die jetzt Unterschenkel dick sind. Nun musste ich betrieblich meine Halle erweitern und wollte 800 Bäume roden, da nach jetzigen Bauvorschriften ein genügender Abstand zu den Bäumen sein muss. Antrag gestellt, die Naturschutzbehörde schaut über Google nach und legt fest: das ist jetzt Wald da darf nicht mehr gebaut werden. Danke schön, und das Land wundert sich über das ausbluten des ländlichen Raums. Also Empfehlung an alle Besitzer von Frei- und Grünflächen, sobald sich ein Baum empor reckt und Armdick zu werden droht: umsägen. (Tipp aus unserer Gemeindeverwaltung, die das mit ihren Freiflächen vorsorglich auch so hält.