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Noch ist unklar, wie es am aktuellen Tofutown-Standort weitergeht. Foto: be
Noch ist unklar, wie es am aktuellen Tofutown-Standort weitergeht. Foto: be

Tofutown will komplett umziehen

us Lüneburg. Am früheren Pickenpack-Standort soll schon bald wieder gearbeitet werden. „Wir planen derzeit, komplett umzuziehen“, erklärt Bernd Drosihn, Geschäftsführer der Tofutown.com GmbH. Der Hersteller vegetarischer Produkte wird bereits zum 2. August das Pickenpack-Areal an der Lüner Rennbahn nebst Produktions- und Verwaltungsgebäuden sowie technischen Anlagen übernehmen. Erstmals äußerte sich jetzt auch Pickenpack-Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau zum Verkauf

„Wir sind sehr zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung“, sagte von Kaltenborn-Stachau. Man habe dem Verkauf an Tofutown zustimmen können, da das Unternehmen das beste Angebot abgegeben habe. Insgesamt habe es zwei Angebote gegeben, mit weiteren Interessenten sei man in Verhandlungen gewesen. Für Tofutown habe neben dem finanziellen Angebot auch die beabsichtigte Komplettübernahme von Grundstück, Gebäuden und technischen Anlagen gesprochen. Insbesondere Letzteres stieß beim Insolvenzverwalter auf Wohlgefallen: „Ich bin froh, dass wir nicht räumen mussten, denn auch das hätte Kosten verursacht.“

Von den technischen Anlagen will Tofutown sich aber schon bald wieder trennen. Erworben habe man sie nur, „um sicherzustellen, dass bei deren Ausbau das Gebäude nicht zerstört wird. Wir veräußern sie aber direkt weiter“, sagte Drosihn. In die neuen Hallen werde das Unternehmen mit dem Inventar der derzeitigen Produktionsstätte einziehen, die sich nur wenige Meter gegenüber dem alten Pickenpack-Standort befindet. Auch sei beabsichtigt, verschiedene angemietete Lagerräume im Lüneburger Raum aufzugeben und dafür Kapazitäten am neuen Standort einzurichten. Ob der bisherige Standort an der Lüner Rennbahn beibehalten oder nach Leerzug verkauft werden soll, ließ Drosihn offen.

Über den Kaufpreis machten sowohl Tofutown als auch der Insolvenzverwalter keine Angaben. Er versicherte aber, dass das Grundstück nicht unter Wert verkauft worden sei. „Wir haben zuvor ein Wertgutachten erstellen lassen, um sicher zu gehen.“ Der weitaus größte Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Areals gehe an die Gläubiger-Banken. Zwar habe man damit nicht sämtliche Forderungen der Banken bedienen können, der Verkauf selbst aber sei mit ihnen abgestimmt worden.

Mit dem Verkauf an Tofutown habe er seine betriebswirtschaftlichen Tätigkeiten als Insolvenzverwalter beendet, „was jetzt noch kommt, ist die juristische Arbeit“, sagte von Kaltenborn-Stachau. Dazu gehöre beispielsweise die Geltendmachung eigener Forderungen, die sich auch gegen Pickenpack-Gesellschafter richte, insbesondere gegen Pacific Andes USA. Da das Unternehmen aber seinen Sitz in Hong Kong habe, sei es „ziemlich schwierig“, diese Forderungen durchzusetzen.

Mit Blick auf die früheren Pickenpack-Mitarbeiter erklärte von Kaltenborn-Stachau, er hoffe, dass mit Tofutown sich auch für sie eine neue Perspektive in Lüneburg biete. Tofutown-Chef Drosihn hielt sich in diesem Punkt indes bedeckt. Zwar habe man schon einige Mitarbeiter übernommen, doch erst die weitere Entwicklung werde zeigen, ob noch weitere hinzukommen werden. „Versprechen können wir nichts.“