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Handwerker Horst Soltau (l.) und AVL-Vorsitzender Hans Dierken messen den Abstand zwischen Bahnsteigkante und Gleisen am Bahnhof Erbstorf-Ziegelei (Ebensberg) aus. Der Bahnhof wird für voraussichtlich rund 18 000 Euro instand gesetzt. Foto: be
Handwerker Horst Soltau (l.) und AVL-Vorsitzender Hans Dierken messen den Abstand zwischen Bahnsteigkante und Gleisen am Bahnhof Erbstorf-Ziegelei (Ebensberg) aus. Der Bahnhof wird für voraussichtlich rund 18 000 Euro instand gesetzt. Foto: be

Schönheitskur für Bahnsteige

emi Lüneburg/Erbstorf. Seit vier Jahren verkehren wieder regelmäßig Touristik- und Museumsbahnzüge auf der instand gesetzten Kleinbahnstrecke zwischen Lüneburg und Bleckede. Jetzt will die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL), die die Gleise betreibt, auch die Haltestellen entlang der Strecke nach und nach sanieren. Den Anfang macht der Bahnsteig „Erbstorf-Ziegelei“ am Ebensberg für rund 18000 Euro wird er unter anderem gepflastert und erhält neue Bahnsteigkanten. Ab dem 1. August wird der Bahnhof deshalb für rund sechs bis acht Wochen gesperrt. Fahrgäste können dort in dieser Zeit weder zu- noch aussteigen.

Gemähtes Gras vor meterhohen Büschen, ein Trampelpfad, eine bemooste Bahnsteigkante neben grasbewachsenen Schienen nur das Technik-Häuschen mit der Aufschrift „Erbs­torf-Zgl.“ deutet darauf hin, dass sich nahe der Schweidnitzer Straße in Lüneburg bei Erbstorf ein Zughaltepunkt befindet. „Der Bahnsteig ist in schlechtem Zustand“, sagt AVL-Vorsitzender Hans Dierken, „man kann nicht richtig mähen, weil zu viele Schottersteine herumliegen, und im Gleisbereich staut sich das Wasser.“ Mithilfe eines Zuschusses der Stadt Lüneburg in Höhe von 15000 Euro soll der einzige Bahnhof der Bleckeder Kleinbahn im Lüneburger Stadtgebiet jetzt „urbaner gemacht werden“.

Die Stadt hält das Engagement des Vereins für unterstützenswert. „Die AVL macht mit ihren Zügen nicht nur für den Tourismus eine gute Arbeit, sie ist insbesondere mit ihren Strecken nach Bleckede und in die Lüneburger Heide Bestandteil kultureller Infrastruktur“, lobt Stadtsprecher Daniel Gritz. Welche Maßnahmen am Ebensberg im Einzelnen geplant sind, erklärt AVL-Vorsitzender Dierken: „Das Gras entlang der Schienen soll komplett abgeschoben werden. Wir wollen an der Stelle einen Streifen von rund 75 Meter Länge und 2,50 Meter Breite mit H-Pflastersteinen verlegen“, sagt der 53-Jährige, „künftig können dort dann auch Menschen mit Rollator langgehen.“ Um Geld zu sparen, wollen die Vereinsmitglieder viele Arbeiten ehrenamtlich in Eigenleistung verrichten.
Wann der Bahnsteig „Erbs­torf-Ziegelei“ am Ebensberg wieder eröffnet wird, soll rechtzeitig bekannt gegeben werden. Ausruhen werden sich die knapp 150 Verkehrsfreunde aber auch nach diesem Projekt nicht. „Wenn wir genügend Geld haben, könnten wir uns vorstellen, weitere Bahnsteige instand zu setzen“, kündigt Hans Dierken an. Und auch sonst bleibt viel zu tun: Das Hauptziel des Vereins ist es, historische Schienenfahrzeuge betriebsfähig und damit ein Stück der regionalen Kultur am Leben zu erhalten.

Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg wurde am 6. Mai 1981 gegründet. 2011 pachtete der Verein die Strecke Lüneburg (Meisterweg) Bleckede für 50 Jahre von den Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE). Unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden flossen bereits in die historischen Fahrzeuge und die Bleckeder Kleinbahn, 2012 wurde die Strecke wieder in Betrieb genommen.