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Dirk Bülow (vorn) ist sauer. Der Hohnstorfer hat das Gefühl, als Sportbootfahrer aus dem Biosphärenreservat ausgesperrt zu werden. Die Gemeindevertreter Andreas Köhlbrandt (v.l.), Annette Kork und André Feit stärken ihm den Rücken, haben zur Klärung des Themas eine Informationsveranstaltung organisiert. Foto: phs
Dirk Bülow (vorn) ist sauer. Der Hohnstorfer hat das Gefühl, als Sportbootfahrer aus dem Biosphärenreservat ausgesperrt zu werden. Die Gemeindevertreter Andreas Köhlbrandt (v.l.), Annette Kork und André Feit stärken ihm den Rücken, haben zur Klärung des Themas eine Informationsveranstaltung organisiert. Foto: phs

Sportboot-Fahrer beklagen Anlande-Verbot

off Hohnstorf/Elbe. Wenn Dirk Bülow nach Heimat gefragt wird, denkt der 38-Jährige zuerst an die Elbe. Als Kind hat der Hohnstorfer an den Stränden des Flusses im Sand gebuddelt, mit 16 machte er seinen Sportboot-Führerschein und ist seitdem so oft es geht auf der Elbe unterwegs. „Ich liebe dieses Hobby“, sagt er. Doch seit kurzem wird es ihm gründlich vermiest. Der Grund: „Das Anlanden an den Sandstränden wird neuerdings unter Strafe gestellt.“ Die Grundlage: das Biosphärenreservatsgesetz.

Schon seit Jahrzehnten nutzen Sportboot-Fahrer die feinen Sandstrände der Elbe zum Anlanden auch im 2002 gegründeten Biosphärenreservat zwischen Hohnstorf und Schnackenburg. „Dafür gab es nie irgendwelchen Ärger“, sagt Bülow. Erst in diesem Jahr seien Sportboot-Fahrer deswegen wiederholt von Polizeireitern verwarnt worden, „einer hat wegen unerlaubten Anlandens sogar einen Bußgeldbescheid in Höhe von 35 Euro erhalten“. Auch Angler hätten das rigorose Durchgreifen der Beamten bereits zu spüren bekommen. Und nicht nur Bülow fragt sich: „Wie viel Platz hat der Mensch noch im Biosphärenreservat?“

Debatte im Internet

Im Internet ist darüber bereits eine hitzige Debatte entbrannt, eine Mitschuld an der Situation sollen unter anderem die Jäger haben. Zu Ohren gekommen ist der Ärger inzwischen auch Hohnstorfs Gemeindebürgermeister André Feit (CDU) und Gemeinderatsmitgliedern wie Andreas Köhlbrandt (SPD). Für die Kommunalpolitiker Grund genug zu reagieren. Am Dienstag, 2. August, haben sie eine Informationsveranstaltung zum Thema organisiert. „Dort werden der Leiter der Biosphärenreservatsverwaltung, Dr. Johannes Prüter, und der Vorsitzende der Jägerschaft Lüneburg, Torsten Broder, Rede und Antwort stehen“, so Bürgermeister Feit.

Schlau gemacht hat sich inzwischen auch Dirk Bülow. Und tatsächlich: „Das Anlanden mit Booten ist im Biosphärenreservat nur an ausgewiesenen Plätzen erlaubt.“ Die allerdings seien so unglücklich gewählt worden, „dass sie entweder völlig unattraktiv sind oder ein Anlanden nicht möglich ist, weil zum Beispiel der Uferbereich mit Steinen befestigt wurde“, sagt Bülow. All die schönen Sandstrände in erreichbarer Nähe seien tabu. „Damit fühle ich mich aus der Flusslandschaft meiner Heimat ausgesperrt“, klagt der Hohns­torfer.

Strenge Regeln im Schutzgebiet

Ein Gefühl, mit dem der 38-Jährige nicht allein ist. Seit Einrichtung des Biosphärenreservates hadern Bürger mit den strengeren Regeln im Schutzgebiet, fühlen sich in ihrer Freiheit beschnitten. Die Biosphärenreservatsverwaltung indes soll nach den Zielen des Reservates ein Miteinander zwischen Mensch und Natur erreichen, die Interessen beider Seiten in Einklang bringen. Keine leichte Aufgabe das zeigt einmal mehr der aktuelle Fall. Und eine Nachfrage beim Leiter des Biosphärenreservates, Dr. Johannes Prüter.

„Grundsätzlich“, erklärt Prüter, „ist das Anlanden an beliebigen Sandstränden im Biosphärenreservat schon seit 2002 verboten.“ Und nur weil Sportboot-Fahrer es jahrelang trotzdem getan haben, „lässt sich daraus kein Recht ableiten.“ Deutlich macht Prüter aber auch: Die ausgewiesenen Anlandestellen, die es aktuell gibt, seien 2002 auf Vorschlag der Gemeinden ausgewiesen worden. Und: „Die Gemeinden haben jederzeit das Recht, die Ausweisung weiterer Erholungsgebiete zu beantragen.“

Verstöße gegen Naturschutzauflagen

Dass die Polizeireiter in diesem Jahr besonders rigoros seien, kann Prüter nicht bestätigen. „Richtig ist allerdings, dass ich sie gezielt in die Gemeinde Hohnstorf geschickt habe.“ Der Hintergrund: „Es gab aus der Gemeinde wiederholt Beschwerden über verschiedene Verstöße gegen Naturschutzauflagen, unter anderem haben sich Jäger beklagt, dass es dort zugegangen sei wie auf einem Rummelplatz.“ Für eine Stellungnahme war der Vorsitzende der Jägerschaft gestern nicht zu erreichen, für Dienstag, 2. August, hat Torsten Broder sein Kommen allerdings zugesagt.

Die Informationsveranstaltung beginnt am Dienstag im Restaurant Eilia in Bullendorf, Elbuferstraße 4, um 20 Uhr. Alle Interessierten sind willkommen.

3 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    auch wir befahren die Elbe seit 40 Jahren und liegen gerne mal am Wochenende in einer Buhne.
    was machen wir seit 2002 verkehrt? Das Wasser ist noch dort, die Pflanzen, die Tiere und die Buhnen.
    Die Buhnen werden von uns immer sauber verlassen! Und eines darf nicht vergessen werden es ist
    Erholungsgebiet für 4 Länder!
    Also ich meine auch so ein Biophärenreservart kann auch mit Menschen leben und gedeihen auch wenn
    einige wenige Menschen nicht der Meinung sind. Aber ich glaube gerade diese „WILLKÜR“ macht die Menschen
    wütend und man geht zur AFD um Protest zu wählen!
    Gruß H.Knabjohann
    WSV Mölln e.V.

  2. Sportbootfahrer aus dem Biosphärenreservat?
    was hat ein sportboot in einem biophärenresevat zu suchen? soll da sport getrieben werden?

    • Christopher Gläser

      Die Elbe ist eine Bundeswasserstrasse und zwischen Hohnstorf und Barförde und vor Bleckede befindet sich jeweils eine Wasserskistrecke wo sehr wohl Sport betrieben wird und das schon seit ca.30 Jahren .