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Andrea Schmidt und Sven Schulze bringen die Nachbildung eines mehr als zwei Meter langen Baltischen Störs in Position, die jetzt in Bleckede zu sehen ist. Foto: be
Andrea Schmidt und Sven Schulze bringen die Nachbildung eines mehr als zwei Meter langen Baltischen Störs in Position, die jetzt in Bleckede zu sehen ist. Foto: be

Sonderausstellung: Unheimliche, aber harmlose Störe

pet Bleckede. Zwei Störe, die geheimnisvollen, urzeitlichen Fische, die aber eigentlich ganz harmlos sind, ziehen in der Aquarienlandschafts des Bleckeder Biosphaeriums Elbtalaue gemächlich ihre Runden. Gleich gegenüber, in den Ausstellungsräumen des Bleckeder Schlosses, ist ab sofort viel Intessantes über den Stör zu erfahren. Dort hat jetzt die Sonderausstellung „Die Rückkehr der Störe“ geöffnet, die bis zum 11. September in Bleckede zu sehen sein soll.

Tierpfleger Sven Schulze hatte die Ausstellung von Emmerich, wo sie im „Rheinmuseum“ zu sehen war, an die Elbe geholt. Ausgearbeitet worden war die Schau ursprünglich im Meeresmuseum Stralsund an der Ostsee. Der Stör ist etwas ganz Besonderes, das ist in der Ausstellung in Bleckede zu erfahren. Seit 200 Millionen Jahren gibt es ihn, sein Skelett besteht weitgehend aus Knorpel, die Haut ist mit fünf Reihen von harten, scharfen Knochenplatten bedeckt Überbleibsel einer früheren Panzerung des ganzen Körpers. „Und Störe können sehr alt werden“, weiß Biosphaerium-Geschäftsführerin Andrea Schmidt. „100 Jahre oder sogar bis zu 150 Jahren.“

Das Präparat eines 1,60 Meter langen Baltischen Störs ist in Bleckede zu sehen, dazu die Nachbildung eines 2,05 Meter langen ebenfalls Baltischen Störs und eine Besonderheit: Die Haut eines fast drei Meter langen und 150 Kilogramm schweren Europäischen Störs, der 1993 von einem Mecklenburger Fischer gefangen wurde.
Illegal wurde das streng geschützte Tier auf dem Cuxhavener Fischmarkt verkauft, landete dann sogar auf den Tellern der Kantine des damaligen Bonner Innenministeriums. Das ist eine Ironie des Schicksals für die Durchsetzung der Artenschutzgesetze zuständig.

Verschiedene Filme und Infotafeln ergänzen die Ausstellung in Bleckede und eben die beiden lebenden Originale, die anschließend in der Aquarienlandschaft bewundert werden können. Geschäftsführerin Andrea Schmidt und Tierpfleger Sven Schulze freuen sich über die neue Attraktion im Biosphaerium Elbatalaue. „Die Sonderausstellung passt thematisch genau in unser Konzept“, sagt Schmidt.

Das Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede ist in den Sommermonaten bis Oktober täglich geöffnet in der Zeit von 10 bis 18 Uhr.

Bestände überfischt

Von den weltweit 27 Störarten stehen viele auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts hatte es erste Bemühungen gegeben, den Stör zu schützen mit wenig Erfolg.

Für die Wiederansiedlung des Störs setzen sich jetzt unter anderem die Gesellschaft zur Rettung des Störs und das Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei des Berliner Leibniz Instituts ein. Im Elbegebiet, auch bei Bleckede, wurden in den vergangenen Jahren rund 20000 Jungtiere ausgesetzt. Die Wanderfische ziehen in Richtung Nordsee, kehren von dort in die Elbe zurück, um zu laichen.

Neben der zunehmenden Wasserverschmutzung und der Verbauung der Flüsse, wurde dem Stör zum Verhängnis, dass er so schmackhaft ist Überfischung setzte den Beständen massiv zu.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hatte der Stör große Bedeutung für die Eiweißversorgung der Bevölkerung. In Hamburg gab es gar eine eigene Stör-Auktionshalle, in der pro Jahr bis zu 10000 erwachsene Störe gehandelt wurden. Die Bestände nahmen dann und im vergangenen Jahrhundert dramatisch ab.