Aktuell
Home | Lokales | Luftsportverein saniert marode Landebahn
Luftsportverein-Vorsitzender Richard Meier zeigt eine der Kunststoff-Gitter-Platten, die auf 900 Meter Länge und 15 Meter Breite in die Landebahn eingebracht wurden. Foto: as
Luftsportverein-Vorsitzender Richard Meier zeigt eine der Kunststoff-Gitter-Platten, die auf 900 Meter Länge und 15 Meter Breite in die Landebahn eingebracht wurden. Foto: as

Luftsportverein saniert marode Landebahn

as Lüneburg. Ende 2015 erhielt der Luftsportverein Lüneburg (LVL) von der Stadt eine Verlängerung des Betreibervertrags für den Flugplatz bis 2020. Ob es danach weitergeht, steht in den Sternen, denn die Stadt hat das Gelände bekanntlich im Auge für die Entwicklung von Gewerbeflächen. „Wir blicken positiv in die Zukunft, sehen kein Aus nach 2020 und werden vehement für den Erhalt des Platzes kämpfen“, sagt LVL-Vorsitzender Richard Meier. Deshalb hat sich der Verein entschlossen, den Flugplatz weiterzuentwickeln. Rund 140.000 Euro wurden in die Sanierung der Landebahn investiert, eingerechnet sind dabei 2500 Arbeitsstunden, die die Vereinsmitglieder geleistet haben. Und der Verein sieht sich außerdem dem Umweltschutz verpflichtet.

Nach der Verlängerung des Vertrags habe man viele Gespräche mit Lüneburger Unternehmen geführt, die den Flugplatz geschäftlich nutzen, berichtet Meier. „Die haben rund 90.000 Euro gespendet. Dafür konnten wir das Material für die Sanierung der Landebahn kaufen.“ Die war in „katastrophalem“ Zustand. Wie berichtet, plante die Stadt, die bestehende Gras-Landebahn 2008 zu einer asphaltierten Piste auszubauen. Das Argument damals: Stahlmatten der Piste seien durchgerostet, Drainagen beschädigt, sicherer Start und sichere Landung des Feuerwehrflugzeuges nicht gewährleistet. Rund 950000 Euro sollte das Projekt kosten. Dann appellierte der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen an Oberbürgermeister Ulrich Mädge, die Stadt solle wegen fehlender Wirtschaftlichkeit davon Abstand nehmen. Im Juni 2009 begrub die Stadt die Pläne. Inzwischen möchte sie das Gelände zur Ansiedlung von Gewerbe nutzen.

Weil die Landebahn immer unebener geworden ist, wurde sie von Geschäftsleuten nicht mehr so gerne angesteuert. Mit dem Geld aus der Spende von Unternehmen konnte der Verein den Maschinenring Uelzen beauftragen, die Gründung vorzunehmen. 900 x 30 Meter wurden gefräst. Zuvor erfolgte eine Kampfmittelsondierung, um mögliche Altlasten aufzuspüren. „Es wurde nichts gefunden“, sagt Meier. Danach wurde die Fläche verdichtet und planiert. Rund 2500 Arbeitsstunden leisteten LVL-Mitglieder, um Kunststoff-Gitter-Platten zusammenzusetzen und in den Boden einzuwalzen.

„Damit haben wir nun einen ganzjährig befliegbaren Flugplatz geschaffen. Seither wird er auch wieder von Auswärtigen frequentiert. Die vorgegebenen 40 Starts und Landungen pro Wochentag werden nicht überschritten“, macht Meier deutlich. Am Wochenende dürfen nur 20 Starts und Landungen pro Tag erfolgen, deshalb könne da nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Positiv für den Verein, der auch wirtschaftlich denken muss, sei, dass ein deutsches Agrar-Flugunternehmen in Lüneburg einen Stützpunkt einrichten möchte, um vom Flugplatz aus zum Beispiel Schädlingsbekämpfung in Waldflächen vorzunehmen.

Meier sieht aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt zum Erhalt des Flugplatzes. „Wir wollen dafür sorgen, dass unser Gelände ökologisch wertvoll bleibt. Bei uns hat sich umfangreich Fauna und Flora angesiedelt.“ Eine Bestandserhebung hätten Uvo Rick und Karl-Wilhelm Kirsch gemacht. Diese hätten unter anderem die auf der Roten Liste stehende Feldlerche auf einer Teilfläche des Geländes ausgemacht, die die Stadt als Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen auf dem Uni-Gelände festgelegt hatte. Dort sollte eigentlich die Haubenlerche ein neues Zuhause finden, die steuere aber eher das angrenzende Bundeswehrgelände an, hätten die Beobachtungen ergeben, berichtet Meier. Der Verein übernehme gerne Pflegemaßnahmen, die Rick und Kirsch empfohlen haben, um die Artenvielfalt auf dem Flugplatz zu sichern und zu steigern. „Viel diskutiert wird der Grüngürtel West, wir sehen uns verpflichtet, im Osten der Stadt etwas zu tun.“

Flugplatzfest am Sonntag

Der LVL hat 120 Vereinsmitglieder, 60 Förder- und passive Mitglieder. Darunter sind 25 Jugendliche, von denen 18 zurzeit eine Flugausbildung machen. Am Sonntag, 7. August, findet in der Zeit von 10 bis 16 Uhr das Flugplatzfest statt. Auf dem Programm stehen Motorkunstflüge unter anderem mit Dirk Lüneborg und Kai-Stefan Köhnke. Christoph Matalla präsentiert Segelflugkunst, die mit klassischer Musik unterlegt ist. Als Publikumsmagnet kommt einmal mehr die Antonov AN-2 nach Lüneburg, größter Doppeldecker der Welt, mit der Besucher zum Rundflug starten können. Auch das kleinste zweimotorige Flugzeug der Welt, die CriCri, kann begutachtet werden. Der Verein bietet zudem Rundflüge mit Segel- und Motorflugzeugen an, Kosten pro Person 25 Euro. Kleine Besucher können zwischen 10 und 14 Uhr Flugmodelle aus Pappe basteln und diese um 15 Uhr in der Halle starten lassen. Als Preis für den weitesten Flug ist ein Rundflug ausgelobt. Weitere Informationen: www.edhg.de.