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Der Abrissbagger steht schon länger am alten Schlachthof, in den nächsten Tagen soll er loslegen. Foto: be
Der Abrissbagger steht schon länger am alten Schlachthof, in den nächsten Tagen soll er loslegen. Foto: be

Arena Lüneburg: Der Bagger kann starten

us Lüneburg. Dem Abriss des ehemaligen Lüneburger Schlachthofs steht nichts mehr im Wege. „Wir werden in den nächsten Tagen mit den Arbeiten beginnen“, teilte Eigentümer Jürgen Sallier mit. Das von ihm vorgelegte Artenschutzgutachten habe keine Hinweise ergeben, dass Belange geschützter Tierarten betroffen seien, teilte zuvor die Stadt mit. „Dass es keine artenschutzrechtlichen Bedenken für das Gelände gibt, wird jetzt auch ins Baugenehmigungsverfahren einfließen“, sagte Stadtbaurätin Heike Gundermann mit Blick auf die an diesem Standort geplante Errichtung einer Sport- und Eventhalle.

Als „sehr inhaltsreich“ bezeichnete Gundermann das vorgelegte Gutachten, das der Lüneburger Investor und Immobilienmakler Jürgen Sallier nach Angaben der Stadt am 29. Juli zusammen mit einer Abbruchanzeige vorgelegt habe. „Das beauftragte Lüneburger Büro hat sorgfältig nach geschützten Tierarten und deren Spuren durch gründliche Begehungen gesucht und zusätzlich Ultraschalldetektoren eingesetzt. Es ist aber nichts Wesentliches gefunden worden insbesondere keine Zaun­eidechsen und keine Fledermäuse“, teilte die Stadtbaurätin mit.

Laut Gundermann habe die beim Landkreis Lüneburg angesiedelte Untere Naturschutzbehörde bereits am 22. Juni um eine artenschutzrechtliche Begutachtung für das Bauvorhaben gebeten, diese habe Bauherr Sallier dann am 14. Juli in Auftrag gegeben. Wie berichtet, sorgte die Nachfrage nach den Erkenntnissen aus dem Artenschutzgutachten zuletzt für Verwirrung, nachdem ein Abrissbagger auf dem Gelände aufgetaucht war. Allerdings sahen sich weder Stadt noch Landkreis bei LZ-Anfrage in der Lage, darüber Auskunft zu geben. Einen Tag später teilte der Landkreis mit, man werde noch nach Fledermäusen suchen.

Während Gundermann die Diskussion über mögliche artenschutzrechtliche Einwände gegen den Abriss des ehemaligen Schlachthofs als „viel Lärm um nichts“ bezeichnete, zeigte sich Thomas Mitschke, Vorsitzender des Nabu Lüneburg, verwundert: „Da kann man nur stauen. Die Belange geschützter Tierarten als nichts zu bezeichnen, spricht Bände.“

Nachdem bereits die Untere Naturschutzbehörde erklärte, keine artenschutzrechtlichen Bedenken gegen den Abriss zu haben, kam nun auch von der Stadt grünes Licht. Eine Genehmigung für den Bau der neuen Halle sei damit aber noch nicht erteilt, ließ sie wissen. Man befinde sich gegenwärtig noch in der Prüfung. „Und wenn dann im August Kreistag und Stadtrat den Vertragsentwürfen mit dem Investor zustimmen sollten, kann es zügig mit der Umsetzung des Projekts Arena Lüneburger Land vorangehen“, sagte Gundermann.

Vertragsentwurf Thema im Kreisausschuss

Wie berichtet, soll die Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mit Bau und Betrieb der „Arena Lüneburger Land“ beauftragt werden. Dazu sollen entsprechende Verträge mit Stadt und Landkreis Lüneburg geschlossen werden. Eckpunkte dieses Vertrages, der auch die Ausschreibung eines Vertrags mit einer Betriebsgesellschaft beinhaltet, sollen in der Sitzung des Finanzausschusses des Kreistags am Dienstag, 9. August, beschlossen werden.

In der Vorlage dazu ist unter anderem festgehalten, unter welchen Voraussetzungen die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Landkreis zustande kommen. Dort heißt es: Die Verträge mit der Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH werden erst unterschrieben, wenn

a) das kreditähnliche Rechtsgeschäft vom Innenministerium des Landes Niedersachsen genehmigt ist,

b) das Rechnungsprüfungsamt der Vergabe zugestimmt hat,

c) die beihilferechtliche Prüfung nicht zu Beanstandungen geführt hat,

d) der Rat der Hansestadt Lüneburg ebenfalls zugestimmt hat.

Auch die finanziellen Eckpunkte sind in der Vorlage aufgeführt. Diese sehen folgende Belastungen für den Landkreis vor:

  • Aufwendungen für eigenen Schuldendienst: 185 700 Euro
  • Aufwendungen für fremden Schuldendienst: 175 525 Euro
  • Betriebskostenzuschuss: 75 000 Euro
  • Neu: Grundstückspacht: 23 800 Euro

Die jährlichen Gesamtkosten betragen bei einer Laufzeit von 20 Jahren 460 025 Euro.

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