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Sind von der Sammelleidenschaft gepackt (v.l.): Hans-Georg Poch, Werner Strauch, Helge Sternitzke, Horst-Rüdiger Scholz, Bernd Möhring, Hans Dieter Kapteina und Volkma Seifert. Foto: t&w
Sind von der Sammelleidenschaft gepackt (v.l.): Hans-Georg Poch, Werner Strauch, Helge Sternitzke, Horst-Rüdiger Scholz, Bernd Möhring, Hans Dieter Kapteina und Volkma Seifert. Foto: t&w

Junge Briefmarkenfreunde Reppenstedt feiern 40-jähriges Bestehen

dth Reppenstedt. Für Philatelisten sind sie nicht nur ein kunstvolles Zeitdokument, sondern bedeuten den Zugang in andere Welten: Briefmarken. Die erste von drei Zentralveranstaltungen in Norddeutschland des Vereins „Deutsche Philatelisten-Jugend“, Bundesverband der Jungen Briefmarkenfreunde, fand am Donnerstag in Reppenstedt statt. Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens hatten die „Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt“ zu Briefmarkenschau und -tausch in die Gellersenhalle eingeladen. Zwar ging die Besucherzahl tagsüber spürbar zurück, sodass die Briefmarkenfreunde weitgehend unter sich blieben, sie lieferten aber dennoch spannende Einblicke in ein besonderes Hobby: Beispielsweise Hans-Georg Poch, der sogar die deutsche Marine für seine Sammelleidenschaft einzusetzen weiß.

„Die Briefmarkensammler werden alle ein bisschen älter, die Jugendlichen haben heute oft andere Interessen, haben weniger Zeit“, konstatierte Professor Dr. Rüdiger Martienß, Vorsitzender des Philatelistenverbands Norddeutschland, nach der Eröffnung. Insofern komme Veranstaltungen wie der in Reppenstedt eine besondere Bedeutung zu. „Das ist eine Werbeschau für die Jugend. Das Interessante ist, dass es ein Sonderpostamt gibt, das einen Sonderpoststempel herausgibt, finanziell unterstützt von der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte.“

Fleißig stempeln durfte an seinem gelben Stand also Postmitarbeiter Florian Szyszka: „Diesen ovalen Sonderstempel gibt es nur heute hier vor Ort.“ Der Stempelaufdruck zeigt neben Datum und Postleitzahl den Schriftzug „Reppenstedt – Tag der Jungen Briefmarkenfreunde“. Das Motiv ist ein Hering. Der Stempel ist Teil einer Dreier-Reihe, in der noch Kabeljau und Scholle folgen: der nächste Sonderstempel wird bei der HanseSail in Rostock am 13. August herausgegeben, den Schlusspunkt setzt der Tag der Jungen Briefmarkenfreunde in Harsefeld am 9. September. Szyszka erklärt: „Der Stempel selbst ist nichts wert, sondern die Briefmarke, die damit beurkundet wurde. Und die könnte nun auch im Wert steigen.“

Die historischen Dokumente sind als Sammlungen an Stellwänden drapiert

Solche beurkundeten Briefe einer ganz besonderen Sorte sammelt beispielsweise Horst-Rüdiger Scholz, Sprecher der „Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt“, und zwar zeichnet er die Postgeschichte von Neuhaus/Elbe anhand von Brief- und Postkartensendungen nach. Der älteste Brief in seinem Besitz stammt aus dem Jahr 1754. Die historischen Dokumente sind als Sammlungen an Stellwänden drapiert und zeigen, dass es um mehr geht als nur Sammelleidenschaft, die manchmal ganz eigene Blüten treibt.

So ist auf einem der Stellwände ein Datenblatt der deutschen Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ zu sehen, nebst Postsendungen mit Briefmarken aus Griechenland bis zu den Philippinen — und sogar in aller Welt abgestempelt. Es ist das Ergebnis einer Brieffreundschaft mit sich selbst: Sammler Hans-Georg Poch aus Reppenstedt sagt: „Die Briefmarken habe ich mir selber besorgt, beispielsweise auf einer großen Briefmarkenausstellung in Essen.“ Damit frankierte er an sich selbst gerichtete Briefumschläge, die er von Mitarbeitern des Marineschiffes in den jeweiligen Häfen an sich selbst zurückschicken ließ — mit dem örtlichen Poststempel. Bald erwarte er Post vom Tender Elbe und vom Minensucher Fulda, sagt der pensionierte technische Beamte der Bundeswehr. Es ist nur ein Beispiel dafür, wie das Briefmarkensammeln eine eigene Faszination entfalten kann.