Aktuell
Home | Lokales | Den Traum vom Fliegen erleben
7203051.jpg

Den Traum vom Fliegen erleben

tt Lüneburg. „Wir sind hochzufrieden“ resümiert Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins Lüneburg (LVL), den zurückliegenden Tag. Etwa 4000 Besucher waren gekommen, um das diesjährige Flugplatzfest zu feiern. Zwischen 10 und 16 Uhr erwartete die Gäste ein buntes Rahmenprogramm, Kunstflüge und einmal mehr die Antonov AN-2 — der größte Doppeldecker der Welt.

„Fliegen und auch insbesondere so eine Flugplatz-Veranstaltung ist immer eine sehr wetterabhängige Geschichte“, erklärt Meier. „Es gab Jahre, da sind wir hier abgesoffen und es war nichts los, aber dieses Jahr hatten wir absolutes Top-Wetter und entsprechend großen Andrang“. Schon die Zahlen sprechen für sich: rund 4000 Gäste und knapp 200 Starts und Landungen hatte der Lüneburger Flugplatz zu verzeichnen. Eine Zahl, die im Vorfeld durch die zuständige Landesbehörde genehmigt werden musste.

Ein so hohes Aufkommen sei natürlich auch mit einem hohen Aufwand verbunden, erklärt der passionierte Flieger Meier: „Wir sind seit gestern mit mindestens 80 Personen im Einsatz, um einen sicheren Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten“. Der Tower sei dabei durchgehend mit zwei Personen besetzt und auch am Boden sei jede Menge zu tun: Flugzeuge müssen eingewiesen, die Fluggäste den jeweiligen Rundflügen zugewiesen und die Gäste auf die Parkplätze verteilt werden.

Ein Aufwand, der sich laut Meier aber lohnt: „Der Zuspruch — insbesondere der Anwohner — ist groß. Es gibt viele, die auf uns zukommen und uns viel Erfolg für die Zukunft wünschen.“

Erneuerte Landebahn

Zuspruch gibt es auch von ankommenden Piloten für die erneuerte Landebahn. Diese wurde kürzlich saniert, indem Kunststoff-Gitter-Platten in den Boden eingewalzt wurden: „Die Landung war im Gegensatz zum letzten Jahr ein Riesen-Unterschied“, erzählt beispielsweise ein Pilot aus Süddeutschland freudestrahlend, bevor er sich wieder auf den Weg zu seinem geparkten Flugzeug macht. Lob, das Richard Meier nach den aufwendigen Renovierungsarbeiten gerne hört.

Ein Höhepunkt war auch dieses Jahr wieder der größte Doppeldecker der Welt, die Antonov AN-2. „1000 PS, 36 Liter Hubraum und ein Neunzylinder-Sternmotor sprechen dabei für sich“ strahlt Meier, während die „majestätische“ Maschine im Hintergrund wieder abhebt. „Für mich hat das einfach was. Wer der Sache nicht positiv gegenübersteht, sagt, das ist Lärm — für mich und viele Gäste hier ist das Musik.“

Von der beschriebenen „Musik“ können auch Henning Ahrens und sein Sohn Stefen berichten. Die Bardowicker waren unter den Glücklichen, die einen Rundflug mit der historischen Maschine mitmachen konnten — für die beiden der erste Rundflug solcher Art. Im Anschluss sind sie begeistert: „Wir konnten aus der Luft unseren Heimatort entdecken“, erzählt Vater Henning Ahrens, „und ganz kurz sogar unseren Garten!“

Der Start und die Landung sei ziemlich ruckelig und laut gewesen, berichtet Sohn Stefen, „aber ziemlich, ziemlich cool.“ Angst habe er dabei nur am Anfang ein wenig gehabt, „danach habe ich mich schnell daran gewöhnt“.

One comment

  1. Endlich hatte ich mal wieder einen Sonntag an dem ich in aller „Ruhe“ ausschlafen konnte. Doch was war das? Ich hörte einen surrenden Motor und hatte zuerst einen rücksichtslosen Nachbarn in Verdacht. Doch das Geräusch näherte sich und ich konnte es als einen Flugzeugmotor identifizieren. Nun gut. Das kommt vor. Aber es kam immer öfter und ich machte mal die Augen auf. Ah! Bestes Flugwetter dachte ich und drehte mich in meinem kuscheligen Bett wieder um. Das beruhigende Surren der Motoren blieb und mir kam das Lied in den Sinn… „über den Wolken“… . Lächelnd muss ich wohl wieder eingeschlafen sein durch das beruhigende Surren der Motoren. Ist doch toll dass sie ausgerechnet am Sonntag so ein optimales Flugwetter haben dachte ich.
    Und nachdem ich den Artikel gelesen hatte kam mir in den Sinn, dass nach knapp 200 Starts und Landungen auf dem Lüneburger Flughafen ohne Zwischenfall an diesem Tag den engagierten Flugplatzgegnern doch jetzt ein „schlagkräftiges“ Argument gegen den Flughafen fehlen dürfte. Aber so ist das wenn man gegen etwas ist. Es wird immer der worst case in den Mittelpunkt gestellt. Dabei ist das Leben tagtäglich und überall Lebensgefährlich.