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Gesundheitszentrum Salzhausen prangt seit einiger Zeit am Giebel des ehemaligen, traditionsreichen Krankenhauses in der Gemeinde. Foto: be
Gesundheitszentrum Salzhausen prangt seit einiger Zeit am Giebel des ehemaligen, traditionsreichen Krankenhauses in der Gemeinde. Foto: be

Johanniter haben große Pläne

se Salzhausen. Wie viel und welche Pflegeversorgungsstruktur braucht Salzhausen? Diese Frage stand im Zentrum einer Podiumsdiskussion im ehemaligen Krankenhaus Salzhausen. Die Arbeitsgemeinschaft von Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) hatte dazu eingeladen. SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler sprach das Grußwort und Angelika Tumuschat-Bruhn vom Vorstand der AG informierte die zahlreich erschienenen Besucher über Modelle zu Pflege und Gesundheit im Alter.

Im Verlauf der Diskussion kristallisierte sich aber schnell heraus, dass die Besucher vor allem Fragen zum Gesundheitszentrum Salzhausen haben, das nach der Insolvenz des Krankenhauses in dessen Räumlichkeiten eingerichtet wurde.

Der Regionalverband Harburg der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) plant, in das ehemalige Krankenhaus einzuziehen. Der Verkauf des Altbaus samt Bettenanbau ist mittlerweile vollzogen, der Harburger Kreistag hat zugestimmt. Thomas Edelmann, Regionalvorstand des Harburger Johanniterverbandes, unterrichtete nun detailliert über die Pläne der JUH.

Auf einer Gesamtnutzfläche von 1470 Quadratmetern sollen im Erdgeschoss eine Tagespflege mit 20 Plätzen entstehen und eine Demenz-Musterwohnung, in der die JUH Tipps geben will, wie Wohnungen mit einfachen Mitteln eingerichtet werden können, so dass Demenzkranke weiterhin ungefährdet dort wohnen können. Ein ambulanter Pflegedienst und die Geschäftsstelle des ehrenamtlichen Johanniterortsverbandes haben dort ihre Arbeit bereits aufgenommen.

Kurzzeitpflege mit 18 Plätzen

Im ersten Obergeschoss wird eine Kurzzeitpflege mit 18 Plätzen eingerichtet, im Keller soll im Seminarraum ein Aus- und Fortbildungszentrum entstehen, das auch anderen Institutionen und Vereinen zur Verfügung gestellt werden kann. Insgesamt sollen bis zu 28 Arbeitsplätze dort geschaffen werden.

Weitere Räumlichkeiten will die JUH vermieten, zum Beispiel an eine Orthopädiewerkstatt, wobei bestehende Mietverträge von den Johannitern übernommen werden, versicherte Edelmann. Gerüchten, die Mieten seien dabei „horrend“, erteilte er eine Absage. Staffelmietpreise von 3,50 Euro im Keller bis 7,50 Euro im Erdgeschoss pro Quadratmeter seien „selbst für Salzhausen sehr moderate Preise“, fand er.

Das Haus böte „tolle Möglichkeiten“, lautete sein Fazit, und durch die geplante Nutzung erfahre das Gesundheitszentrum eine zusätzliche Vielfalt in den Betreuungsangeboten für Senioren und pflegebedürftige Personen im Landkreis. Es könne sich zum Musterprojekt entwickeln, nicht nur im Landkreis, sondern auch darüber hinaus.

Der Neubau samt dem OP-Trakt sowie das Verwaltungsgebäude bleiben im Eigentum der Gesundheitszentrum gGmbH, führte der Geschäftsführer der kreiseigenen Krankenhäuser Buchholz und Winsen gGmbH, Norbert Böttcher, aus. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Gesundheitszentrums, Hans-Jörg Bossow, stellte er sich den Fragen, wie es mit der geplanten Ansiedlung von Fachärzten in dem Haus läuft. Das sei ein laufender Prozess machten Böttcher und Bossow deutlich und baten um Geduld.

Es gebe Interessenten, versicherte Böttcher, und nannte als Beispiel dafür einen Orthopäden, der in Salzhausen eine Zweigstelle einrichten möchte. Mit weiteren Ärzten befände man sich in Gesprächen. Böttcher rechne „mittelfristig“ mit einem Ergebnis. Doch ob und welche Fachärzte sich in Salzhausen ansiedeln, sei nicht allein vom Willen der Ärzte und des Gesundheitszentrums abhängig. Dabei hätten auch die Krankenkassen ein Wort mitzureden.