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Landrat Manfred Nahrstedt und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt unterzeichnen den Vertrag. Foto: dth
Landrat Manfred Nahrstedt und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt unterzeichnen den Vertrag. Foto: dth

Bildungsregion jetzt offiziell

dth Lüneburg. Landrat Manfred Nahrstedt begrüßte seine Duz-Freundin Frauke Heiligenstadt, die er noch aus alten Zeiten bei der SPD-Landtagsfraktion kennt. Heiligenstadt, ihres Zeichens niedersächsische Kultusministerin, war jetzt zu Gast im Kreismedienzentrum auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen (BBS) Lüneburg, um mit Nahrstedt eine symbolträchtige Unterschrift zu leisten: Land und Landkreis schlossen nun, vor Vertretern von Schulen bis Landesschulbehörde, offiziell einen Kooperationsvertrag über die Weiterentwicklung der „Bildungsregion Lüneburg“ ab. Ministerin Heiligenstadt kündigte an, es gehe darum, in einer „staatlich-kommunalen Verantwortungsgemeinschaft“ auf Augenhöhe „Pfade für eine nachhaltige Bildungsentwicklung zu legen“. Konkrete Beispiele nannte sie auch auf Nachfrage nicht, es sei sehr „abstrakt“.

Laut Vertragstext begann die Kooperation bereits am 1.September vergangenen Jahres. Dazu sagte Landrat Nahrstedt auf LZ-Nachfrage: „Wir waren ja schon dabei, unser Bildungsbüro zu machen. Jetzt haben wir offiziell unterschrieben, was wir inoffiziell schon alles gemacht haben.“ Heiligenstadt bezeichnete die Vereinbarung als Meilenstein, als gegenseitige Versicherung, sich gegenseitig zu unterstützen.

Der Kreis betreibt seit 2011 das Bildungs- und Teilhabebüro, das die Bearbeitung der Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) zentral koordiniert, von Beiträgen für den Sportverein bis zum Schulbedarf für rund 7000 Kinder aus Familien mit geringem Einkommen.

Eime weitere Säule bildet das Bildungs- und Integrationsbüro, kurz  BiB, eine Serviceeinrichtung von Stadt und Landkreis Lüneburg. Sie informieren, beraten und vernetzen die an der Bildung Beteiligten Personen, koordinieren zudem Maßnahmen und Projekte, die im Kontext von Bildung und Integration stehen. Beim BiB ist auch die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe Landkreis Lüneburg angesiedelt. Ziel der Koordinierungsstelle ist die Überwindung von Nachteilen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufgrund ihrer Herkunft in der Gesellschaft und im Bildungssystem haben.

Darin konzentriert sich das Engagement des Landes, wenn Ministerin Heiligenstadt von personeller und finanzieller Unterstützung spricht. „Insgesamt stellt das Land für die Bildungsregionen pro Jahr zwei Millionen Euro zur Verfügung“, verkündete die Sozialdemokratin.

Kooperation auf unbestimmte Zeit vereinbart

Die Kooperation ist in Lüneburg auf unbestimmte Zeit vereinbart, mindestens aber für drei Jahre. Nahrstedt sagt: „Ich bin ganz froh, dass uns das Land mit einer halben Stelle unterstützt, sonst hätten wir das doch selber machen müssen“, so Lüneburgs Landrat, „wir versuchen, alle Kinder mitzunehmen, dass jeder hier, wenn er eine unserer Schulen verlässt, einen Abschluss hat und dass wir den Übergang von der Schule zum Beruf oder Studium noch besser vorbereiten.“

Heiligenstadt sagte: „Unser Ziel ist es, die Bildungsangebote gut miteinander zu vernetzen und allen Jugendlichen und Erwachsenen den bestmöglichen Bildungsabschluss zu ermöglichen.“

Mittlerweile gibt es laut Heiligenstadt in Niedersachsen 32 Bildungsregionen, teilweise auch landkreisübergreifend: „Es sind noch nicht alle dabei, aber wir wollen auch niemanden zwingen. Die Initiative muss von den Kommunen kommen.“

Die Bildungsregionen wählen ihre eigenen Schwerpunkte. Sehr häufig werde laut Heiligenstadt das Thema Übergang von Schule zu Beruf in den Blick genommen, um die Vernetzung zwischen Bildungseinrichtungen und Betrieben zu verbessern. Die Bildungsregion Lüneburg habe zudem einen starken Fokus auf das Thema Integration gelegt.

Heiligenstadt sprach jetzt mit jugendlichen Flüchtlingen, die an den BBS Lüneburg am „Sprach- und Integrationsprojekt“ (SPRINT) teilnehmen. Heiligenstadt: „Sie lernen dabei die deutsche Sprache, aber vor allem, was eine duale Berufsausbildung bedeutet.“ Auch solche Angebote könnten im Sinne der Bildungsregion verstetigt werden.