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Etliche Schlaglöcher machen die Landesstraße 221 zur Holperpiste. Im Spätsommer oder Herbst sollen die Löcher verfüllt und mit einer neuen, dünnen Asphaltschicht versehen werden. Foto: t&w
Etliche Schlaglöcher machen die Landesstraße 221 zur Holperpiste. Im Spätsommer oder Herbst sollen die Löcher verfüllt und mit einer neuen, dünnen Asphaltschicht versehen werden. Foto: t&w

Neuer Asphalt für Holperpiste

lni/ml Lüneburg. Ein Sechstel des niedersächsischen Landstraßennetzes befindet sich in einem schlechten Zustand, seit 2010 aber hat sich die Gesamtlage erheblich verbessert — auch im Landkreis Lüneburg. Bei der Vorlage des Straßenzustandsberichts 2015 kündigte Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) jetzt auch für die kommenden Jahre erhöhte Investitionen an. „Unser Ziel ist es, die Quote der schlechten Straßen weiter zu verringern.“ 60,3 Prozent der 8000 Landstraßenkilometer befanden sich 2015 in gutem Zustand, 23,2 Prozent in mittlerem Zustand. 16,5 Prozent — das waren 1330 Kilometer — erhielten schlechte Noten. 2010 waren dies noch 22,2 Prozent.

Eine der teuersten und umfangreichsten Maßnahmen im Raum Lüneburg war laut Dirk Möller, Leiter Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Sanierung der Ortsdurchfahrt Tespe im Zuge der Landesstraße 217. Rund 3,1 Millionen Euro verschlangen die Arbeiten in den Jahren 2014 und 2015. Zudem wurden 2014 der Radweg an der L216 zwischen Kirchgellersen und Westergellersen instand gesetzt und die Fahrbahn der L234 zwischen Putensen und Amelinghausen ausgebessert. „2015 ist an den Landesstraßen im Kreis Lüneburg hingegen wenig passiert, im Mittelpunkt standen Arbeiten an den Bundesstraßen“, sagte Möller.

Dieses Jahr hingegen hat die Behörde wieder deutlich mehr Maßnahmen angeschoben. Neben dem Bau des Kreisels im Bleckeder Ortskern und der Sanierung der Ortsdurchfahrt Bullendorf im Zuge der L219 stand die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Melbeck im Zuge der L233 Richtung Ebstorf auf dem Programm. Die Arbeiten werden in diesen Tagen abgeschlossen. Am kommenden Montag startet dann auf derselben Strecke die Sanierung zwischen Bardenhagen und der Landkreisgrenze Lüneburg/Uelzen. Dort wird die Asphaltbefestigung abgefräst und erneuert.

Und Möller hat auch für die kommenden Monate gute Nachrichten im Gepäck. „Ausgebessert wird demnächst die Fahrbahn der L221 von Lüneburg nach Bleckede“, kündigt der Behördenleiter an. Zahlreiche Schlaglöcher haben die Strecke vor allem im Bereich des Lüneburger Industriegebietes Hafen zu einer Holperpiste werden lassen. Nun werden die Löcher zwischen Bundesstraße 216 und Nutzfelder Kreisel verfüllt. Anschließend erhält die Fahrbahn eine neue dünne Asphaltschicht. Wann die Arbeiten starten, kann Möller noch nicht sagen. „Voraussichtlich beginnen wir mit der Ausbesserung im Spätsommer oder Herbst“, kündigt Möller an.

Für das kommende Jahr hat die Behörde dann einen weiteren Abschnitt im Zuge der L221 auf der Prioritätenliste: die Ortsdurchfahrt Bleckede vom Ortseingang bis mindestens zum Drogeriemarkt, „möglicherweise auch bis zum Kreisel“, sagt der Behördenleiter. Das ist abhängig von dem Budget, das ihm Hannover zubilligt. Ebenso unter Finanzierungsvorbehalt stehen die zwei weiteren Maßnahmen: die Sanierung der L219 vom Ortsausgang Hittbergen bis zur Einmündung der Kreisstraße 2 aus Richtung Lüdersburg und die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Amelinghausen im Zuge der L234 von der Einmündung der B4 bis zum Ortsausgang.

In Hannover kündigte Lies unterdessen an, dass das Land wie schon im laufenden Jahr bis 2020 jährlich jeweils 85 Millionen Euro in den Erhalt der Landstraßen sowie den Erhalt und Neubau dazugehöriger Radwege investieren wolle. Bei den Radwegen hingegen muss das Land noch nachbessern. 855 der 4500 Kilometer sind laut dem Bericht in einem schlechten Zustand — fünf Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Wie Lies sagte, reichten die für den Erhalt vorgesehenen fünf Millionen Euro nicht aus, benötigt würden auf Basis der Zustandserhebung zweieinhalb Millionen mehr. Die Summe solle beim Finanzministerium losgeeist werden.

Ermittlung des Zustands

Spezialfahrzeuge waren im vergangenen Jahr für die Erfassung des Zustands auf den Landstraßen und den 4500 Kilometern Radwegen entlang von Landstraßen unterwegs. Die Erfassung und Bewertung des Fahrbahn- und Radwegezustands ist Grundlage für eine systematische Unterhaltung, bei der es um eine Einstufung von Bauarbeiten nach Dringlichkeit geht. Mit Hilfe einer Kamera- und Lasertechnik wurden Straßen auf Ebenheit, Substanz und Griffigkeit der Fahrbahn hin untersucht. Auf den Radwegen kam ein Kamerasystem zum Einsatz, das in Quads untergebracht ist.