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Abrissreif ist das Hotel Zur Göhrde kurz hinter der Kreisgrenze, direkt an der Bundesstraße in dem kleinen Ort Göhrde gelegen. Doch sofort abgerissen werden darf es nicht, hat jetzt das Verwaltungsgericht Lüneburg verfügt. Foto: rg
Abrissreif ist das Hotel Zur Göhrde kurz hinter der Kreisgrenze, direkt an der Bundesstraße in dem kleinen Ort Göhrde gelegen. Doch sofort abgerissen werden darf es nicht, hat jetzt das Verwaltungsgericht Lüneburg verfügt. Foto: rg

Gericht untersagt Abriss in der Göhrde

rg Göhrde. Das ehemalige Hotel „Zur Göhrde“ in Göhrde wird vorerst nicht abgerissen. Das Lüneburger Verwaltungsgericht untersagte jetzt den sogenannten sofortigen Vollzug einer Abrissverfügung, die der Landkreis Lüchow-Dannenberg für die Ruine erlassen hatte. Mit dem Abriss würden zum einen Werte vernichtet, so das Gericht in seiner Begründung, zum anderen würden Tatsachen geschaffen — nämlich das ehemalige Hotel abgerissen, bevor in der Angelegenheit endgültig entschieden sei, also in der Klage des Eigentümers gegen die Abrissverfügung. Wann über diese Klage entschieden wird, steht noch nicht fest. Im Lüchower Kreishaus rechnet man damit, dass frühestens in einem, eher aber in eineinhalb Jahren ein Urteil in der Angelegenheit fallen dürfte, so Kreisbauamtsleiter Manfred Haake.

Seit Jahren schon wird das direkt an der Bundesstraße 216 gelegene Hotel nicht mehr genutzt, verfällt zusehends. Für die Verantwortlichen im Kreishaus sei die Ruine eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, erklärte Haake. Das Gericht habe das genau so gesehen, jedoch auch angemerkt, dass sich diese Gefahr beseitigen ließe, indem man das Gebäude — oder besser dessen Reste — mit einem stabilen Bauzaun umgibt. Der von dem Eigentümer als Bauzaun bezeichnete Wall aus alten Türen, Brettern und Latten sei jedoch ungeeignet. Wer den Bauzaun errichten wird, ist indes unklar. Möglicherweise müsse das der Landkreis Lüchow-Dannenberg machen — und dann auf Kosten der Steuerzahler, sagte der Kreisbauamtsleiter.

Kein schlüssiges Konzept für eine Nutzung vorgelegt

„Unbefriedigend“, nennt Haake die Situation. Man hätte seitens des Landkreises bereits Kostenangebote für einen Abriss eingeholt und eigentlich gehofft, schnell loslegen zu können. Denn man glaube nicht mehr daran, dass sich an der in der Göhrde herrschenden Situation noch etwas ändere. Der Eigentümer habe immer wieder gesetzte Fristen verstreichen lassen, habe kein schlüssiges Konzept für eine Nutzung vorgelegt, lediglich „Bildchen und zuletzt einen Grundriss“, so Manfred Haake.

Auch mit der für den benötigten Bebauungsplan zuständigen Gemeinde Göhrde sei seitens des Eigentümers seines Wissens keinerlei Kontakt aufgenommen worden, so dass man nicht glaube, dass das ehemalige Hotel und die heutige Ruine in absehbarer Zeit verschwinden würde. Auch habe der Eigentümer selbst zuletzt immer wieder Teile des Gebäudekomplexes abgerissen — was ebenfalls einer Genehmigung des Kreises bedurft hätte.

One comment

  1. Hildrud Wischnewski-Schlauenburg

    Herr Claassen, bitte übernehmen Sie …