Donnerstag , 8. Dezember 2016
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22 Wohnungen für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen entstehen derzeit in Lüneburg am Meisterweg. Doch insgesamt fehlt bezahlbarer Wohnraum in der Hansestadt und den umliegenden Gemeinden. Der Landkreis will nun finanzielle Anreize für mehr Neubau-Projekte schaffen. Foto: t&w
22 Wohnungen für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen entstehen derzeit in Lüneburg am Meisterweg. Doch insgesamt fehlt bezahlbarer Wohnraum in der Hansestadt und den umliegenden Gemeinden. Der Landkreis will nun finanzielle Anreize für mehr Neubau-Projekte schaffen. Foto: t&w

Förderrichtlinie für bezahlbaren Wohnraum liegt auf Eis

pet Lüneburg. Es ist „nur ein Mosaiksteinchen angesichts des großen Gesamtproblems“ des knappen Wohnraumangebots in weiten Teilen des Landkreises, befand der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Dennoch strebt der Landkreis an, mit einem Betrag von 500.000 Euro noch in diesem Jahr die Erstellung von „bezahlbarem Wohnraum“ zu fördern.

Auf eine Empfehlung für den Kreisausschuss einigen konnte sich der Finanzausschuss des Landkreises in seiner Sitzung am Dienstag aber noch nicht. Die Angelegenheit soll in den Fraktionen beraten, erst dann im Kreisausschuss beschlossen werden.

Die benötigten 500.000 Euro für die Förderung sind bereits in den Haushalt 2016 eingestellt. Eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe hatte die Richtlinien für die Vergabe der Fördermittel erarbeitet. Danach sollen Bauherren, die durch Neubau, Aus- oder Umbau neuen Wohnraum im Bereich des sozialen Mietwohnungsbaus schaffen und sich den Förderrichtlinien des Landkreises unterwerfen, mit Baukostenzuschüssen belohnt werden. Die Zuschüsse sollen die Förderung des Landes Niedersachsen nach dem Niedersächsischen Wohnraumfördergesetz ergänzen.

500.000 Euro für die Förderung sind bereits in den Haushalt 2016 eingestellt

Als Baukostenzuschuss, so sieht es der Entwurf der Förderrichtlinie vor, können vom Landkreis Lüneburg Beträge zwischen 8000 Euro (Wohnungsgröße 35 bis 50 Quadratmeter) und 12.000 Euro (Wohnungsgröße ab 86 Quadratmeter) ausgeschüttet werden. Im Gegenzug sollen von den Vermietern auch Miet- und Belegungsbindungen eingegangen werden.

Beispiel: Beträgt die höchstzulässige Eingangsmiete für Berechtigte mit niedrigem Einkommen 5,60 Euro pro Quadratmeter und Monat, so darf die Miete bei Inanspruchnahme der Landkreisförderung 5,10 Euro pro Quadratmeter und Monat nicht überschreiten. Für Mietererhöhungen gelten im Fall einer Förderung durch den Landkreis Beschränkungen.

Meinhard Perschel (CDU) zweifelte an, ob die Förderung durch den Landkreis für Bauherren, die Wohnraum vermieten wollen, überhaupt attraktiv sei. Frakionskollege Günter Dubber meldete — angesichts der gerade zu Ende gegangenen Sommerpause — dringenden weiteren Beratungsbedarf an. Dr. Hinrich Bonin (SPD) wies darauf hin, dass das Geld bereits in diesem Jahr zur Verfügung stehe und genutzt werden solle.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder dann lediglich darin, die abschließende Entscheidung an den Kreisausschuss weiterzureichen.

One comment

  1. Hier rangelt man um 500.000 Euro die bereits im Haushalt FÜR SOZIALEN WOHNUNGSBAU eingestellt sind. Eine evident wichtige Aufgabe für Geringverdiener. Eine gesellschaftliche Aufgabe für das Allgemeinwohl der Bevölkerung. Und an bezahlbarem Wohnraum mangelt es in Stadt und Landkreis genügend.

    Aber 3,24 Millionen Euro Zuschuss für eine Stadthalle in Lüneburg können schnell und relativ lautlos locker gemacht werden. Muss man das verstehen???