Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Reiterbar in Oedeme entspricht hinsichtlich des Brandschutzes nicht den Anforderungen, um sie zum Dorfgemeinschaftshaus umbauen zu können. Deshalb wird sie abgerissen, ein Neubau soll an gleicher Stelle frühestens 2018 entstehen. Foto: A/be
Die Reiterbar in Oedeme entspricht hinsichtlich des Brandschutzes nicht den Anforderungen, um sie zum Dorfgemeinschaftshaus umbauen zu können. Deshalb wird sie abgerissen, ein Neubau soll an gleicher Stelle frühestens 2018 entstehen. Foto: A/be

Reiterbar weicht für Dorfgemeinschaftshaus

as Lüneburg. Für ein Dorfgemeinschafthaus, das anstelle der Reiterbar entstehen könnte, hat sich Ortsbürgermeisterin Christel John (CDU) immer wieder starkgemacht. Oberbürgermeister Ulrich Mädge erläuterte nun im Ortsrat Oedeme, dass die Stadt das Grundstück vom Eigentümer gekauft habe. Die Fläche des Schützenvereins bleibe außen vor, sei weiter Sache zwischen dem Eigentümer und dem Verein. Eine Formalie sei noch die Vermessung des Grundstückes, „um dann den Kaufvertrag rechtskräftig zu machen“. Christel John dankte dem Oberbürgermeister, „dass Sie den ersten Schritt für ein Dorfgemeinschaftshaus gemacht haben“. Ein Dankeschön für ihr nachhaltiges Engagement erntete sie von Fraktionskollege Niels Webersinn, zudem erhielt sie Applaus aus dem Publikum.

Geprüft worden sei laut Mädge, ob eine Zwischennutzung der Reiterbar möglich wäre. Aber aufgrund des Brandschutzes sei das Gebäude nur noch als Lager zu nutzen. Der neue Ortsrat soll in der nächsten Wahlperiode dann über die Nutzung eines Dorfgemeinschaftshauses diskutieren.

Thema waren auch die auf einem früheren Teilbereich des Sportplatzes der SV Eintracht an der Soltauer Allee geplanten Wohnungen (LZ berichtete). Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, sagte im Ortsrat, dass eine Bauvoranfrage vorliege. Da die Fläche außerhalb von Bebauungsplänen liege, gelte Paragraf 34 des Baugesetzbuches. Danach muss sich das Bauvorhaben in die nähere Umgebung einfügen. Die Bemessungsgrenze für die Bautiefe seien 49 Meter. Entstehen sollen auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück Doppel- und Reihenhäuser mit zwei Geschossen. Die Firsthöhen mit 8,40 Meter bis 9 Meter seien niedriger als die umliegenden Gebäude. Insgesamt 15 Wohneinheiten sind geplant, ein Drittel davon im sozialen Wohnungsbau. Die Erschließungsstraße ist parallel zur Soltauer Allee geplant, dort sollen auch 19 Stellplätze angeordnet sein. Eberhard machte deutlich, dass aus dem Wohngebiet nur nach rechts auf die Soltauer Allee abgebogen werden kann — in Richtung Innenstadt, nicht aber nach Rettmer.

Alfons Bauer-Ohlberg (Grüne) plädierte dafür, den Ausbau von Dachgeschossen zu verbieten. Das fand Oberbürgermeister Mädge „eigenartig“, denn im Rahmen der Diskussion über das Wohnungsbauprogramm der Stadt würden sich die Grünen im Rat nicht nur für Nachverdichtung, sondern auch vehement für den Ausbau von Dachgeschossen aussprechen.

Aus dem Publikum wollte eine Bürgerin wissen, warum das Grundstück aus ihrer Sicht so stark bebaut werde und warum nicht mehr Stellplätze geschaffen würden. Sie gehe davon aus, dass die Stellpätze nicht ausreichen. Das führe womöglich dazu, dass die Bewohner ihre Autos im Umfeld parken. Mädge machte deutlich: „Wir brauchen Wohnraum, der Bauherr hat sich zudem verpflichtet, Sozialwohnungen zu schaffen.“ Lange habe man 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit vorgegeben. „Dafür wurden wir oft kritisiert, deshalb haben wir 1,2 zugrunde gelegt.“ Vollkommen ausreichend, findet das Ulrich Löb (Grüne). Um zu den Märkten des Garbers-Einkaufszentrum zu kommen, könne man zu Fuß gehen. Eine Busanbindung gebe es in der Nähe, vieles lasse sich per Rad erreichen. Michèl Pauly (Linke) gab Mädge recht: „Lüneburg ist eine wachsende Stadt. Wir sollten dicht bauen, um Grünflächen zu sparen.“ Er glaube, dass die Stellplätze ausreichend seien.

Dr. Sabine Mahncke (SPD) lobte die Pläne für die Wohnbebauung, auch unter dem Aspekt, dass ein Drittel preiswerter Wohnraum geschaffen werde. „Wir sollten in Lüneburg für den Alltag planen, hier braucht man oft gar kein Auto.“

Verkehr wird neu geregelt

Im Häcklinger Weg ist zwischen Schmiedestraße und Im Dorf Tempo 30 vorgeschrieben. So mancher Autofahrer hält sich aber nicht daran, weil die Straße vorfahrtsberechtigt ist. Nun sollen die Schilder entfernt werden, so dass rechts vor links gilt, erläuterte Andrea Kunz von der Stadtverwaltung im Ortsrat. Die Stadt geht davon aus, dass es dadurch zu einer Geschwindigkeitsreduzierung kommt.

Dirk Meyer, Mitarbeiter des Bereichs Tiefbau, berichtete, dass der Steinweg vorerst nur ausgebessert worden sei. 2017 und 2018 soll in zwei Abschnitten eine Deckensanierung erfolgen. Die oberste Schicht wird dazu abgefräst und dann erneuert. Geplant sind die Arbeiten jeweils in den Sommerferien.