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Das Casino in der ehemaligen Schlieffenkaserne wird nicht nur fürs Training, Tanzsportveranstaltungen und Kurse genutzt. Hier werden auch verschiedene Projekte, etwa zur Inklusion, realisiert. Foto: A/t&w
Das Casino in der ehemaligen Schlieffenkaserne wird nicht nur fürs Training, Tanzsportveranstaltungen und Kurse genutzt. Hier werden auch verschiedene Projekte, etwa zur Inklusion, realisiert. Foto: A/t&w

Heißer Tanz um das Casino

rast Lüneburg. Das Hanseviertel wächst und damit bei den vielen jungen Familien auch der Bedarf an Krippen- und Kita-Plätzen. Nach einem Umbau hat die Stadt zum 1. August nun in der Kita im Casino der ehemaligen Schlieffenkaserne neben zwei Krippen- und einer Regelgruppe eine zweite Regelgruppe untergebracht. Und sie plant die Unterbringung weiterer Kinder. Allerdings nutzt auch die Tanzsportabteilung des Sportvereins VfL mit ihren mehr als 300 Mitgliedern das Casino fürs Training und für Veranstaltungen. Sie würde ungern weichen. Das sorgt für einen heißen Tanz im Verein: Der bisherige Vorstand der Tanzsportabteilung spricht von „Kommunikationsstörungen“ mit der VfL-Geschäftsführung und ist aus diesem Grund zurückgetreten.

Platz wird für Kita gebraucht

Der bisherige Abteilungsvorsitzende Karsten Meyer sieht „ideale Bedingungen“ für die Tänzer, zudem sei mit „Casino Lüneburg“ eine Marke im Tanzbereich geschaffen worden. Mit Veranstaltungen wie dem Tanz im Casino, den Swing-Abenden, den Kursen und den Hochzeitsworkshops würde der Ort monatlich von knapp 500 Tanzbegeisterten genutzt. Er verweist auf den vor zwei Jahren für die Dauer von zehn Jahren zwischen VfL und Stadt abgeschlossenen Mietvertrag für die Räume und wirft der Geschäftsführung vor, ihn und den Abteilungsvorstand nicht ausreichend über die Verhandlungen mit der Stadt informiert zu haben.

VfL-Präsident Uwe Walther will öffentlich zu dem Thema noch keine Stellung nehmen: „Am Dienstag, 16. August, gibt es dazu mit der Tanzsportabteilung eine nicht-öffentliche Info-Veranstaltung, da reden wir über Details.“ Er bestätigt allerdings, dass es einen Alternativvorschlag der Stadt gebe: „Für ein Ausweichquartier. Wir müssen gucken, ob die Mitglieder das mittragen.“ Bei dieser Alternative handelt es sich laut Stadtpressesprecher Daniel Gritz um das Gebäude 41, wo einst die Bundeswehr-Küche untergebracht war: „Die Räume wären für den VfL gut von der Bleckeder Landstraße aus zu erreichen. Aber auch andere Liegenschaften kommen in Betracht.“

Das Hanseviertel wächst mit den Abschnitten II und III weiter

Zum Hintergrund des Kita-Bedarfs nennt Gritz Zahlen: „Im Hanseviertel waren bis Ende Juli 2016 insgesamt 1109 Bewohner gemeldet, davon 235 Kinder. Dies entspricht 21,2 Prozent der Einwohner. Das ist ein hoher Wert, und das Hanseviertel wächst mit den Abschnitten II und III ja weiter. Geplant sind im Casino deshalb eine weitere Kita- und eine Krippen-Gruppe zum 1. August 2017.“ Zur Situation Stadt-Sportverein sagt er: „Wir sind dem VfL dankbar, weil er das Gebäude unterhalten hat. Gemeinsam mit dem VfL arbeiten wir nun an einer einvernehmlichen neuen Lösung.

Dezernentin Pia Steinrücke und der VfL-Präsident Uwe Walther führen darüber Gespräche. Es geht nicht darum, den VfL aus dem Casino zu drängen. Im Gegenteil, wir stoßen beim Verein auf Verständnis.“ Der Verein sei bereit, vorzeitig aus dem noch bis zum 31. Dezember 2024 laufenden Mietvertrag auszusteigen: „Wir suchen gemeinsam nach neuen Räumen, die für den Tanzsport und andere Sportarten entsprechend ausgestattet werden können und die der VfL zu für ihn akzeptablen Konditionen mieten könnte.“

Der Ex-Abteilungschef Karsten Meyer argumentiert, die Tanzsportabteilung arbeite „alles andere als defizitär und bringt dem Verein Geld“. Das liege auch am seit 2005 genutzten Casino selbst, das bei Tänzern weit über die Lüneburger Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf genieße. Zu möglichen Alternativen sagt er: „Wir sehen grundsätzlich kein Problem, in neue Räume zu gehen. Doch da müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, eine Turnierfläche braucht eine Breite von mindestens zehn Metern und darüber hinaus Platz für die Ellbogen, das Casino bietet 10,55 Meter.“ Ein Gebäude in der ehemaligen Schlieffenkaserne, das er besichtigt habe, habe dagegen lediglich Raumbreiten von maximal acht Metern.“ Für ihn ist klar: „So etwas wie das Casino mit seinem einmaligen Ambiente kriegt man nicht wieder.“

9 Kommentare

  1. Da sieht man mal wieder die Planungsfähigkeit der Stadt. Vor 2 Jahren noch für 10 Jahre verlängert! Konnte ja keiner ahnen. Das Desaster wie die Mehrzweckhalle (manche sagen auch Einzweckhalle), die die Stadt zwar bezahlt aber ihr nicht gehören wird, oder die Sportplätze, die mit ein paar Häusern zugebaut werden, um dann festzustellen, das sie doch gebraucht werden…… Es ist zum verzweifeln mit dieser kleinkarierten Beamtenstadt. Keine Persönlichkeiten am Ruder, die übergreifend und weitsichtig Denken und Handeln können. Überall Gewurstel und Flickschusterei, das ist teuer und konzeptlos.

    • Recht haben Sie, Klaus,
      hohe Zeit daher, dass endlich erfahrene und qualifizierte „Persönlichkeiten“ ans Ruder gelassen werden, Profis, „die übergreifend und weitsichtig Denken [!] und Handeln [!] können“, dass also scharfsinnige und nüchterne Meisterdenker [und -schreiber] wie Sie, Klaus, wie Gunter Runkel, Martin Dingeldey, Karlheinz Fahrenwaldt und Prof. Dr. Christian-Eberhard Niemeyer die Sache in die Hand nehmen. Nicht wahr?

      • Danke für die Zustimmung, Hermann aber bei der Lösung des Problems muss ich passen, denn dazu reicht vielleicht die Erkenntnis, aber zur Lösung brauchen sie andere Qualitäten und zur Personalauswahl sind Sie daher leider nicht geeignet.

        • Hallo Klaus, wie wollen Sie meine Eignung beurteilen können, wenn Sie, wie Sie selbst zuvor einräumen, „bei der Lösung des Problems passen“ müssen?

          Wenn Sie nicht auf-„passen“, hält man Sie wegen des verworrenen Blödsinns aus fünfter Hand, den Sie hier ständig wiederkäuen, noch für Gunter Runkel persönlich.

          • logik ist nicht jedermanns sache. schmunzel. vielleicht wird hiervon mehr verstanden. Vibrator mit Wlan: Start-ups revolutionieren Erotik-Branche. ein bischen spaß muss sein. roberto hat recht.

  2. Für Sie noch mal langsam Hermann, meine Qualitäten reichen für die Lösung der Probleme nicht und Ihre Eignung zur Personalauswahl habe ich nach ihren umfassenden namentlichen Vorschlägen angezweifelt. Von welchen verworrenen Blödsinn aus fünfter Hand sie schreiben sollten Sie mir dann bitte mal darlegen, sonst wirkt ihr eigener Kommentar leider zu verworren.

    • Klaus, sie poltern zornesbebend und wutschnaubend einfach irgend etwas aufgeschnapptes superblasses Allgemeines daher (über „die mangelhafte Planungsfähigkeit dieser kleinkarierten Beamtenstadt ohne Persönlichkeiten am Ruder, die übergreifend und weitsichtig denken und handeln können“), um Ihrem — wahrscheinlich von ganz woanders stammenden — Ärger Luft zu machen, brüllen ohne jede konkrete oder belegbare Handhabe „Überall Gewurstel und Flickschusterei, das ist teuer und konzeptlos!“ in die Runde, verfügen aber über keinerlei Kenntnisse (und über Lösungsvorschläge, wie Sie selbst eingestehen, ohnehin nicht) zu den entscheidenden Einzelheiten der Abreden zwischen Stadt und VfL-Geschäftsführung geschweige denn über die Finanzierungs- und Planungsabenteuer des Libeskind-Ungetüms am Bockelsberg, der Kulturbäckerei in der Nähe der Rabensteinstraße, des Bauprojekts im Kreuzungsbereich Altenbrückertorstraße und Altenbrückerdamm, des „Lebenstraums“ Ilmenaugarten, des Neubaugebietes auf dem Areal der ehemaligen Wittenberger Bahn, des Hanseviertels, des Manzke-Wohnparks am Wasserturm, des Projekts Viskulenhof, des Museumsmausoleums an der Wandrahmstraße, der Musikschule im „Bildungs- und Kulturzentrum Saline“, der „Arena Lüneburger Land“ auf dem Gelände des alten Schlachthofs, des Bebauungsplans Nr. 153 III „Hanseviertel-Ost/Bleckeder Landstraße“, des Bebauungsplans Nr. 156 „Östlicher Ortskern Oedeme“ oder des Bebauungsplans Ebensberg Nr. 2 „Am Ebensberg“.

      Wie, wenn nicht „verworrenen Blödsinn aus fünfter Hand“, würden Sie denn Ihre verhuschte Einlassung taufen?

      • Ich bewundere Menschen wie Sie Hermann, die aus erster Hand (als Maulwurf oder Verantwortlicher) Ihre Information haben und nicht den Umweg über die heimische Presse gehen müssen, um aus fünfter Politiker oder Journalistenhand auf dem laufenden gehalten zu werden. Bravo, machen Sie was daraus.