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Der Ewer steckt fest. Die Kraft des Motors reicht nicht, um das Salz-Schiff zu befreien. Die Anwohner Sören Gleidies und Tobias Schlender helfen, das Tau eines Falschenzuges am Ufer zu befestigen. Foto: Silja Geidies
Der Ewer steckt fest. Die Kraft des Motors reicht nicht, um das Salz-Schiff zu befreien. Die Anwohner Sören Gleidies und Tobias Schlender helfen, das Tau eines Falschenzuges am Ufer zu befestigen. Foto: Silja Geidies

Ewer steckt im alten Hafen fest

ca Lüneburg. Jens-Peter Fiedler und Rainer Haffke hatten Hunderte Zuschauer. Unfreiwillig. Die beiden wollten am Sonnabendnachmittag mit Gästen zu einer Bootstour vom Alten Kran nach Bardowick starten. Doch der Ewer wollte nicht so wie die Crew. Es dauerte eine gute Dreiviertelstunde, bis das historische Salz-Schiff seine Fahrt endlich aufnehmen konnte. Derweil schauten vom Ufer Touristen und Einheimische zu, wie sich die Männer ins Zeug legten, um fortzukommen. Am Ende gab es kräftigen Applaus von den Rängen in den Straßencafés.

Der Ewer gehört bekanntlich dem Salzmuseum; eine Gruppe von Seglern und Fans der alten Schifffahrt betreut das Boot, das nach dem Modell eines alten Frachtschiffs entstand. Fiedler erzählt, wie es zu den Problemen kam: „In der Ilmenau ändert sich nach unserem Eindruck die Strömung, das kann daran liegen, dass sich das Flussbett immer wieder verändert.“

Am Sonntag Mittag startete eine zweite Tour

Um vom Steg abzulegen, steuern die Männer mit dem Bug in einem bestimmten Winkel in den Fluss, sie nutzen, um das Boot zu drehen, dann die Strömung, die von der Abtsmühle kommt. Am Sonnabend klappte es nicht mit dem zigfach bewährten Manöver. „Am Grund liegen zwei große Steine“, sagt Fiedler. Auf einen sei der Ewer vermutlich auch aufgrund des relativ niedrigen Wasserstandes aufgesetzt. Kein Vor und Zurück half, auch nicht, dass die Mitfahrer im Boot die Plätze wechselten, um das Gewicht zu verlagern.

Am Ende sprangen die Anwohner Tobias Schlender und Sören Geidies in Badehose und Badelatschen ins Wasser. Sie vertäuten eine Leine an der Kaimauer. Fiedler und Haffke nutzten den Seilzug, mit dem sie sonst den Mast aufstellen, um den Ewer in die richtige Lage zu bugsieren — endlich waren sie frei. Die Gäste durften beim Treideln mitanpacken und waren zufrieden. Fiedler: „Die fanden die Fahrt schön und unser Abenteuer spannend.“

Am Sonntag Mittag startete eine zweite Tour — problemlos. Doch trotzdem überlegt die Ewer-Mannschaft, die beiden Findlinge vom Grund der Ilmenau zu holen, um nicht wieder aufzusetzen.

2 Kommentare

  1. Das ist doch mal wahre Seemannschaft!

  2. hier wird einmal mehr deutlich wie unfähig die letzten VW Manager waren u. die vergangenen
    Riesengewinne u.a. nur durch Knebelverträge mit den Zulieferer erreicht werden konnten. jetzt
    kommt endlich mal die Retourkutsche. Die geplagten deutschen Milchbauern sollten sich den Ver-
    lauf sehr genau ansehen u. ähnlich mit den Discounter verfahren.