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Ein kleines Schild weist darauf hin: Die Schranken am Bahnübergang der Kreisstraße 53 zwischen Scharnebeck und Echem sind seit rund drei Wochen außer Betrieb. Foto: t&w
Ein kleines Schild weist darauf hin: Die Schranken am Bahnübergang der Kreisstraße 53 zwischen Scharnebeck und Echem sind seit rund drei Wochen außer Betrieb. Foto: t&w

Zugführer sichern Bahnübergang

Von Emilia Püschel
Echem. Ausnahmesituation am Bahnübergang über die Kreisstraße 53 zwischen Scharnebeck und Echem: Vor gut drei Wochen ist die Schrankenanlage über die Fahrbahn in Richtung Echem stark beschädigt worden. Ein 42-jähriger Transporterfahrer hatte beim Versuch, einem Reh auszuweichen, den Schrankenbaum ab- und den Antrieb he­rausgerissen. Seit dem Unfall ersetzen Mitarbeiter in gelb- und orangefarbenen Warnwesten die defekte Technik. Sobald über Handy die Meldung „Zug kommt“ eintrifft, spannen sie ein rot-weißes Band oder stellen sich gut sichtbar auf die Fahrbahn, um den Bahnübergang zu sichern.

Diese sogenannten Bahnübergangsposten (BÜP) sind für einige Autofahrer schon ein recht ungewöhnlicher Anblick. Doch nicht immer sind die Damen und Herren im Einsatz. In diesen Fällen spielen sich noch merkwürdigere Szenen ab: Züge, die sonst mit bis zu 120 Stundenkilometern über die Strecke Lüneburg-Lauenburg brettern, fahren plötzlich im Schneckentempo. Für Außenstehende seltsam, für Bahnsprecherin Angelika Theidig ein „in den geltenden Vorschriften eindeutig geregeltes Prozedere“, deren Einhaltung „das Eisenbahn Bundesamt als unsere Aufsichtsbehörde überwacht“.

Triebfahrzeugführer übernehmen die Sicherung des Bahnübergangs

Die Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt: „In Einzelfällen kann gegebenenfalls mal kein BÜP zur Verfügung stehen. In diesem Fall übernehmen die Triebfahrzeugführer die Sicherung des Bahnübergangs wie folgt: Der zuständige Fahrdienstleiter erteilt dem Triebfahrzeugführer per Telefon den Befehl, vor dem entsprechenden Bahnübergang zu stoppen. Durch das Andreaskreuz ist die Vorfahrt für Schienenfahrzeuge klar geregelt. Der Triebfahrzeugführer gibt ein Hupsignal und fährt langsam im Schritttempo auf den Übergang. Wenn die Lok auf dem Überweg steht, ist dieser gesichert. Der Zug fährt dann normal weiter.“

Noch herrscht also Ausnahmesituation am Bahnübergang der Kreisstraße 53 zwischen Scharnebeck und Echem. Aber Angelika Theidig geht davon aus, dass schon bald wieder der Normalzustand hergestellt sein wird. Denn derzeit sind Techniker dabei, die defekte Anlage zu reparieren. „Es sind umfangreiche Erd- und Tiefbauarbeiten notwendig“, sagt die Bahnsprecherin. „Aber wir hoffen, dass zum Wochenende wieder alles läuft.“ Wie hoch die Kosten sein werden, kann Theidig nicht sagen. Aber fest steht: Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, werden weiterhin Bahnübergangsposten Dienst schieben — wenn sie denn verfügbar sind. Fahrplanänderungen oder Einschränkungen gibt es laut Sprecherin nicht.