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Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) zeigt den aktuellen Entwurf des Bebauungsplans für das neue Wohngebiet Süderfeld III, das an der Kreisstraße entstehen soll. Foto: dth
Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) zeigt den aktuellen Entwurf des Bebauungsplans für das neue Wohngebiet Süderfeld III, das an der Kreisstraße entstehen soll. Foto: dth

Ansturm auf Grundstücke im Süderfeld III

Von Dennis Thomas und Daniel Gözübüyük

Vögelsen. Für die rund 70 Wohneinheiten liegen der Gemeinde Vögelsen bereits rund 200 Anfragen von Bauinteressenten vor, sagt Vögelsens Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) über das geplante Wohnbaugebiet Süderfeld III. Doch die potenziellen Bauherren müssen sich noch etwas gedulden. Bevor die Vermarktungsphase beginnen kann, muss der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans perfekt sein. Das könnte noch bis Ende des Jahres dauern. Gerade hat der Vögelser Bauausschuss dem aktuellen Entwurf einstimmig seinen Segen gegeben.

Mitspracherecht für Anwohner

Mit dem aktuellen Stand gewinnt die geplante Ausgestaltung des Baugebietes weiter an Konturen. Dabei soll auch auf Forderungen von Anwohnern in der Nachbarschaft eingegangen werden, die sonst Nachteile durch das rund sechs Hektar große Bauareal befürchten. So äußerten beispielsweise Anwohner des nördlich gelegenen Kiefernweges die Sorge, dass durch das höher liegende neue Baugebiet die künftigen Nachbarn einfach von oben auf die bestehenden Grundstücke gucken könnten. Um das zu kompensieren, erhalten die neuen Bauherren auf den angrenzenden Grundstücken die Auflage, die Dächer in Ost-West-Richtung auszurichten, mit den Häusern mindestens fünf Meter von der nördlichen Grundstücksgrenze Abstand zu halten sowie ein Pflanzgebot an der Grundstücksgrenze umzusetzen, sagt Rogge.

Zudem ärgern sich Anwohner des Kiefernweges über die zwangsläufige Verkehrszunahme durch das künftige Baugebiet. Die Erschließung des Areals soll künftig über einen Kreisel am Dachtmisser Weg erfolgen. Dass das als Verkehrsberuhigungsmaßnahme alleine nicht reichen wird, ist auch Bürgermeisterin Silke Rogge klar: „Wir sind uns im Rat fraktionsübergreifend einig, dass wir weitere Maßnahmen zur Schulwegsicherung benötigen.“ Zusammen mit der Verkehrskommission aus Polizei und Landkreis solle nach Lösungen gesucht werden.

Lärmschutzwall vorgesehen

Damit auch das neue Baugebiet vom Lärm der angrenzenden Kreisstraße Dachtmisser Weg geschützt wird, ist laut Planungsentwurf unter anderem ein rund zwei Meter hoher Lärmschutzwall entlang der Straße vorgesehen.

Nicht zuletzt soll durch die Neustrukturierung des Gebietes auch ein Beitrag geleistet werden, das Problem der Oberflächenentwässerung im Süden des Ortes in den Griff zu bekommen. Durch Wege, Sickermulden und ein neues Regenrückhaltebecken im Bereich Eichen-, Erlen- und Ahornweg solle das Oberflächenwasser nach Regenfällen künftig gezielt geleitet und versickert werden.

Doch bis es soweit ist, wird noch etwas Wasser die Ilmenau hinunter fließen. Kommende Woche wird sich der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss der Gemeinde mit dem Bebauungsplan befassen, Anfang September der Gemeinderat. Danach sollen die Unterlagen in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen. Das dauert auch seine Zeit. Bürgermeisterin Rogge sagt: „Ich gehe davon aus, dass die Erschließungsarbeiten gegen Ende des Jahres beginnen können.“ Erst kurz vorher sei mit dem Satzungsbeschluss zu rechnen und dem Beginn der Vermarktung an die rund 200 potenziell willigen Bauherren.

Einzelhäuser bis Appartmentanlagen

Das Baugebiet ist unterteilt in äußeren Ring und Zentrum. Im Außenring ist die Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern vorgesehen: Firsthöhe bis zu neun Meter, Dachfarben von rot über rot-braun bis anthrazit. Mindestgrundstücksgröße: 600 Quadratmeter. Ab 700 Quadratmetern sei ein Doppelhausbau möglich, sagt Bürgermeisterin Silke Rogge. Die Grundflächenzahl (GRZ) beträgt 0,25.

Im östlichen Streifen des Außenrings, der an den Siedlungsbereich „Pferdewiese“ angrenzt, sollen Häuser in Bungalow-Bauweise entstehen (GRZ 0,3). Im Zentrum des Areals sind neben weiteren Einzel- und Doppelhäusern zwei Reihenhäuser mit jeweils drei Wohneinheiten vorgesehen (GRZ 0,35, Firsthöhe neun Meter) sowie zwei Appartmentwohnanlagen mit jeweils acht Wohneinheiten (GRZ 0,35) und einer Firsthöhe von bis zu 13 Metern. Laut Bürgermeisterin Silke Rogge sind Grundstückspreise von 130 bis 150 Euro pro Quadratmeter vorgesehen. dg/dth