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Oliver-Martin Freese von der AGL hängt Nistkästen für Fledermäuse im Kurpark auf. Er bietet Platz für bis zu 30 Zwergfledermäuse. Foto: t&w

Mit Nistkästen den Notstand bekämpfen

Von Alexander Hempelmann

Lüneburg. Einen Platz zum Wohnen zu finden, ist in Lüneburg nicht so einfach. Und das gilt nicht nur für Menschen mit überschaubarem Budget, sondern auch für Vögel. „Es gibt einfach zu wenige Bäume mit Hohlräumen, da herrscht absolute Not“, verdeutlicht Thomas Mitsch­ke, Vorsitzender des Naturschutzbundes. Deshalb hat der Nabu jetzt zusammen mit der städtischen Tochtergesellschaft AGL für ein wenig Entspannung auf dem tierischen Wohnungsmarkt gesorgt. Sie haben im Kurpark 20 Vogelnistkästen aufgehängt, außerdem sechs Fledermauskästen.

Es gab durchaus schon kleine Wohnungen für Sperlinge, Meisen und ihre gefiederten Artgenossen, doch die waren arg in die Jahre gekommen und derart marode, dass da kein Vogel mehr einziehen wollte. Dem grünen Ratsherrn Ernst Bögershausen war das bei seinen regelmäßigen Spaziergängen im Kurpark aufgefallen, so entstand die Idee, für Ersatz zu sorgen. Der Nabu startete eine Spendenaktion, Bürger und Funktionsträger übernahmen als Paten die Beschaffungskosten der neuen Heime, das AGL-Team hängte die Kästen in drei bis fünf Metern Höhe auf. „In der Regel werden die Kästen schnell bezogen“, sagt Mitschke.

Mit der Aktion wollen Nabu und AGL auch ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass der Kurpark nicht nur zur Erholung und Entspannung für die Menschen dient, sondern auch für die Tierwelt wichtig ist“. Deshalb gebe es auch immer mal wieder Grünflächen, die nicht gemäht würden. Mit einer Vernachlässigung der Pflegearbeiten habe das nichts zu tun. „Das geschieht mit Rücksicht auf Bodenbrüter und Insekten“, macht Mitschke klar. Und Mücken wiederum seien begehrtes Futter der Fledermäuse.
Für Nabu und AGL ist der Einsatz im Kurpark nicht die erste Zusammenarbeit. Schon an der Bockelmannstraße, wo Blühstreifen geschaffen wurden, am neuen Museum, wo Kästen für Mauersegler aufgehängt wurden, und am Kreidebergsee, wo eingewanderte Pflanzen entfernt wurden, haben sie kooperiert.

2 Kommentare

  1. Was die meisten Tiere und Pflanzen brauchen sind keine künstlich geschaffenen Wohnmöglichkeiten, mag der Gedanke noch so nobel sein, aber was sie brauchen ist unberührte Natur, vielfältig gestaltete Parks, Gärten oder beweidetes Gras und Buschland.
    Davon wird es aber nichts neues um Lüneburg geben. Im Gegenteil: Unsere liebe Sparkasse zerstört in Zusammenarbeit mit unserem Bürgermeister das ursprüngliche Stadtbild und die ursprüngliche Natur.

    Ich werde hier wegziehen, ich bin in der Gegend groß geworden wo heute das Hanseviertel steht und es ist nicht mehr zu ertragen: Es ist laut, schlechte Luft, ein sozialer Brennpunkt ist nun hier entstanden, es wird viel eingebrochen, nachts wird auf den Straßen herumgeschrien(Ehekrach anscheinend), Böller und Raketen gehen nachts um 2 los, ein tätowierter Typ läuft hier mit einer Handfeuerwaffe herum.
    Der „Tarzan Teich“(Nähe Löwecenter) ist nun eine Müllgrube geworden, Spinner haben im Wald einfach Bäume mit Sägen zerstört, einige hundert Meter weiter kleben Nazis munter ihre Propaganda auf die Straßenlampen, Hakenkreuze wurden auf Garagen gesprüht.
    Eine Gegend die mal von der Mittelschicht bewohnt wurde, ist nun zum Ghetto am Rand eines Viertel geworden, dass für die kinderreiche Oberschicht gebaut wurde. Dafür wurde die ganze Natur am Stadtrand geopfert, hier will ich nicht mehr leben.

    Ich hoffe liebe LZ, ihr habt so viel Mumm meinen Post zu veröffentlichen, denn es sind nichts als Beobachtungen, auch wenn euch (und Mädge) das vielleicht nicht passt. Unternehmt bitte etwas gegen diese Missstände und hört auf Lüneburg zu verkaufen!

  2. Ingrid Storkowski-Budenzeh

    Ehekrach, Böller und Tätowierungen – das ist natürlich wirklich sehr unschön, liebe 1985gerin! Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir Leuchturmprojekte wie das Hanseviertel, den 90-Millionen-Uni-Neubau aber auch den Lückenschluss ziwschen Lüneburg und Wolffsburg (A 39) ganz dringend brauchen, Fledermäuse hin oder her! Denn das sind wichtige Investitionen in die Infrastruktur, mit denen wir die Zukunft gestalten. So hat es mir das Frau Lotze (SPD) erklärt. Und auch unser Ministerpräsident, Herr Weil (SPD) hat die Zeichen der Zeit erkannt: Wachstum und Beschäftigung müssen sein! Sonst können wir Ehekrisen, aber auch andere Herausforderungen nicht schaffen.
    Am 11. September stehen Kommunalwahlen an. Sie werden sehen: das Wahlvolk wird ganz klar JA sagen zu diesem alternativlosen, wirtschaftsnahen Credo!
    Mir tut es ja auch Leid, um die Natur, aber ich habe gelernt: das ist nur noch etwas für Träumer und unverbesserliche Hippies. Natur soll jetzt am besten nur noch im Museum stattfinden (da wurde ja auch viel Geld investiert) oder aber , bitteschön, in ein paar künstlichen Nistkästen im Kurpark. Das ist bestimmt auch in puncto Haftung und aus Versicherungsgründen die bessere Lösung. Und dann? Können wir uns auf einen Bebauungsplan freuen, abends „Tatort“- und auf globaler Ebene: CETA und TTIP, die Freihandelsabkommen mit unseren internationalen Freunden. Notstand? Schöne neue Welt!