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Schon im Juni machten Anwohner in Hohenbostel ihrem Unmut gegen die Pläne der Gemeinde Luft, in ihrem Ort Wohnbauflächen auszuweisen. Nach den Grünen kündigen nun auch die Fraktionen von Kommunalpolitischer Alternative und SPD an, gegen den Aufstellungsbeschluss zu stimmen. Foto: phs
Schon im Juni machten Anwohner in Hohenbostel ihrem Unmut gegen die Pläne der Gemeinde Luft, in ihrem Ort Wohnbauflächen auszuweisen. Nach den Grünen kündigen nun auch die Fraktionen von Kommunalpolitischer Alternative und SPD an, gegen den Aufstellungsbeschluss zu stimmen. Foto: phs

Baulandpläne für Hohenbostel wackeln

Von Emilia Püschel

Bienenbüttel/Hohenbostel. Einmal wurde die Entscheidung schon vertagt, heute Abend steht der Aufstellungsbeschluss zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans in Hohenbostel erneut auf der Tagesordnung. Ab 18.30 Uhr haben die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Bienenbüttel die Möglichkeit, die Weichen zu stellen für das umstrittene Vorhaben der Verwaltung, neue Wohnbauflächen nördlich/nordöstlich des Baugebietes „Klusfeld“ in Hohenbostel auszuweisen. Doch die Pläne von Verwaltungschef Dr. Merlin Franke (CDU) drohen zu scheitern zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Die Fraktionen von Grünen, Kommunalpolitischer Alternative (KA) und SPD im Bienenbütteler Rat besetzen insgesamt 11 von 19 Sitzen im Rat sowie vier von sechs im Bauausschuss und wollen vorerst gegen den Vorschlag stimmen.

Schon früh positioniert hatten sich die Grünen. In ihrem Antrag vom Juni, der am Donnerstagabend im Ausschuss behandelt wurde, fordern sie, die derzeitigen Aktivitäten im Zusammenhang mit einem möglichen neuen Baugebiet einzustellen. Jüngst hat auch die KA-Fraktion in einer Stellungnahme deutlich gemacht, dass sie aktuell keine Dringlichkeit für die Änderung des Flächennutzungsplanes (F-Plan) sieht.

Am Mittwoch teilte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Arnold Witthöft auf LZ-Nachfrage mit, dass die SPD sich zunächst gegen den bisher diskutierten Vorschlag aussprechen wird, ein „Tabuthema“ sei das Ganze aber nicht. Von der CDU gab es keinen Kommentar, sie wollte sich gestern Abend erst in ihrer Fraktionssitzung über das Thema austauschen.

Franke will Zwischenlösung finden

Bienenbüttels Bürgermeister Merlin Franke will das Verfahren zur Änderung des F-Plans anschieben, um eine „kurzfristige Zwischenlösung für die Jahre 2016/2017“ zu schaffen. Aus einem Brief an die Anwohner geht hervor, dass in Hohenbostel etwa 50 Häuser entstehen könnten. Neue Bauplätze müssten her, so das Argument, weil „derzeit alle freien Grundstücke der Gemeinde reserviert oder verkauft“ seien. Öffentlich bezweifelt wird das von der KA. Zwar schließen die KA-Fraktionsmitglieder neue Baugebiete in Hohenbostel nicht grundsätzlich aus. Aber sie beantragen, dass in einem ersten Schritt ein F-Plan für das gesamte Gemeindegebiet aufgestellt wird.

Dass ein Gesamtkonzept entwickelt und zu diesem Zweck ein Arbeitskreis eingerichtet werden soll, darüber herrscht schon jetzt fraktionsübergreifend Konsens. Doch während die Verwaltung das Gremium „in den nächsten Monaten“ einberufen will, fordert die KA die Bildung „sofort und unverzüglich“. Sie will zudem ein Gesamtkonzept „Dorfentwicklung 2022“ auf den Weg gebracht wissen, bei dem etwa die demografische Entwicklung, das Potenzial eines Anschlusses an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sowie ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden.

Auf der Tagesordnung heute Abend steht jedoch nur der Antrag der Grünen. Deren Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote sieht einer „spannenden Bauausschusssitzung“ entgegen. Kommen werden wohl auch einige Hohenbosteler. Viele von ihnen wünschen sich statt bloßem Wachstum eine planvolle Weiterentwicklung und Belebung ihres Ortsteils. Am Dienstag, 23. August, beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss ab 18.30 Uhr mit dem Thema, anschließend tagt der Gemeinderat.

Radweg-Entwurf wird vorgestellt

Mit dem Aufstellungsbeschluss zur F-Plan-Änderung in Hohenbostel beschäftigt sich der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde heute um 18.30 Uhr im Mühlenbachzentrum des Rathauses (Marktplatz 1, Bienenbüttel). Dann soll auch der Radweg an der Kreisstraße 42 von Niendorf nach Wulfstorf (bis zum Elbe-Seitenkanal) vorgestellt werden.

Weitere Themen sind die Aufstellung eines Bebauungsplanes im Bereich Dorfstraße/Meisenweg/Tunnelweg in Hohenbostel sowie ein Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen auf Durchführung einer Info-Veranstaltung zum dritten Gleis an der Strecke zwischen Lüneburg und Uelzen.

One comment

  1. Es sind immer wieder dieselben Spielchen wenn in einer Stadt oder Gemeinde neue Bauplätze entstehen sollen. Die Fraktionen in den Räten beginnen ihre üblichen Sandkastenstreitereien. In meinen Augen teilweise einfach nur albern. Was interessiert jemand der nur für seine Familie ein Haus bauen will das Potenzial eines Anschlusses an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sowie ökologische und soziale Aspekte für sein Bauvorhaben. Einen F-Plan gibt es grundsätzlich für das Gebiet in Bienenbüttel auch. Aber jetzt soll es einen F-Plan für das gesamte Gemeindegebiet geben und zudem ein Gesamtkonzept „Dorfentwicklung 2022“.

    Nun gut. Das gibt es nicht nur in Bienenbüttel und deshalb will ich auch nicht weiter darauf eingehen. Was mich wundert ist, immer dann wenn Wohngebiete erweitert werden sollen der Widerstand der bereits vorhandenen Häuslebesitzer. Für mich ein abstoßend egoistisches Verhalten. Als wir vor knapp 30 Jahren gebaut haben hatten wir über viele Jahre einen wunderschönen Blick über Felder und Wiesen. Angeblich unverbaubar (das hab ich aber damals schon nicht geglaubt). Irgendwann war es dann vorbei mit der Aussicht. Begeistert waren wir nicht, aber warum sollten andere nicht auch ein Grundstück bekommen und ein Haus bauen können? Wir leben seit langer Zeit in friedlicher Nachbarschaft und waren zu manchem Richtfest eingeladen. Das Verhalten vieler „Altbewohner“ ist für mich nicht nachvollziehbar, aber es ist ein Spiegel unserer Gesellschaft. Jeder denkt nur an sich und gönnt keinem anderen „sein Glück“. Ist das noch eine homogene Gesellschaft?