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Mehrere neue Restaurants sollen in Lüneburg eröffnen. Foto: A
Mehrere neue Restaurants sollen in Lüneburg eröffnen. Foto: A

Viele weitere Restaurants eröffnen in Lüneburg

Von Carlo Eggeling
Lüneburg. Angeblich hat Lüneburg eine der höchsten Kneipendichten in Europa, in den nächsten Monaten wird das Netz noch enger: Mehrere neue Restaurants eröffnen beziehungsweise starten nach Umbauten neu durch. Es kommen Hunderte Plätze dazu — das dürfte die Gastronomie vor neue Herausforderungen stellen. Denn schon heute klagen Wirte über nachlassende Auslastung, beispielsweise an der lange angesagten Schröderstraße.

Drei neue Lokale an der Wittenberger Bahn

Gleich drei Lokale sollen im neuen Viertel Ilmenaugarten, also an der ehemaligen Wittenberger Bahn, eröffnen. Die Rede ist von einem Café und zwei Res­taurants, sie alle sollen am „Wasserplatz“ liegen, der sich in Richtung Ilmenau erstrecken wird. Investor Wido Aniszewski plant in einem Haus „eine Gas­tronomie, ich könnte mir ein Edel-Burger-Restaurant vorstellen“. Er geht von rund 70 Plätzen aus, vor der Tür soll es eine Außenbewirtschaftung geben. Entschieden sei noch nichts: „Wir reden mit mehreren Interessenten. Bei der Eröffnung gehen wir von September 2017 aus.“

Quasi nebenan möchte der Unternehmer Roland Wölk zu Tisch bitten in einem Restaurant über zwei Etagen mit zirka 80 Plätzen plus Außengastronomie sowie einem Saal für Familienfeste. Der Wirt komme aus Hamburg, biete eine frische deutsche Küche und einen Mittagstisch. Auch Wölk geht von einer Eröffnung in der zweiten Jahreshälfte 2017 aus.

Noch verkauft das Unternehmen Kaufer Elektrogeräte im Geschäft an der alten Nordlandhalle. Nach dessen Aus- und Umzug will Hausherr Eberhard Manzke im Oktober Handwerker anrücken lassen. Er ist sich mit An­dré Schneider handelseinig geworden. Der Koch, der unter anderem Erfahrungen bei Sterne-Köchen in der Schweiz gesammelt hat, betreibt zwei Kochschulen und einen Cateringservice. Er möchte eine „gehobene individuelle Küche“ bieten, bei der der Gast durch eine große Scheibe den Köchen auf die Finger schauen kann. Bekannt ist sein Unternehmen unter dem Namen 95 Grad, ob auch das Lokal so heißen wird, stehe noch nicht fest.

Kette mit Sitz in München

Manzke sagt, er halte den Standort für ausgesprochen günstig: Der Wasserturm locke mit zahlreichen Veranstaltungen, Parken sei kein Problem, man sei in der Innenstadt und neben etwa 70 Innenplätzen könne man auch den Vorplatz nutzen, um Tische und Stühle aufzustellen.

Die Viscule besteht schon an der Salzstraße am Wasser. Doch das Lokal wechselt und wächst. Das bestätigt Manfred Schulte, der den Viskulenhof mit Millionenaufwand restauriert und zu einem Komplex mit Eigentumswohnungen umbaut. Im Erdgeschoss soll eben auch ein Lokal einziehen.

Gleich um die Ecke, Im Wendischen Dorf, will in den nächsten Wochen eine Sportbar öffnen, hier sollen unter anderem Hamburger serviert werden.

Henning J Claassen übernimmt das Forsthaus Rote Schleuse vom langjährigen Wirt Peter Schilde. Im Oktober will der Bergström-Hotelier mit Umbauten beginnen, im April eröffnen. 80 Plätze bietet er an, dazu ebenso viele unter den lauschigen Bäumen vor dem Haus. Im Saal finden rund 100 Gäste Platz. Mit dem Bergström arbeitet die „Außenstelle“ eng zusammen.

Italienisch mit Pizza und Pasta soll es in der L’Osteria zugehen, die An den Reeperbahnen eröffnet. L’Osteria ist eine Kette mit Sitz in München und etwa 60 Betrieben. Daran beteiligt ist der Sohn der Hamburger Gastronomenfamilie Block, die Steakhäuser und das Hotel Elysée betreibt. Dirk Block sagt: „Wir bauen um, schaffen 180 Sitzplätze.“ Das sind etwa 40 mehr, als sie Vorgänger Felicé Di Pietrantonio in seinem Lokal hatte. 1,8 Millionen Euro investiert Block in Haus und Einrichtung, 30 Arbeitsplätze will er schaffen, vor Weihnachten öffnen.

Positives Klima in Lüneburg

Die Nähe zum Theater und zur Innenstadt nennt er als Vorteile, aber auch die Kaufkraft und das Wachstum der Stadt. Das Publikum reiche vom Studenten bis zu Senioren, die vielleicht aus Hamburg zum Stadtbummel kommen. Block interessiert sich seit Langem für die Salzstadt. Er führte auch Gespräche für ein Lokal an der Schröderstraße: „Ich bin ein großer Lüneburg-Freund. Hier herrscht ein positives Klima.“ Davon ist er so begeistert, dass er darüber nachdenkt, sich mit einem zweiten Standbein aufzustellen. Er hat in Hamburg ein Hähnchen-Lokal eröffnet: „Soho Chicken“, erstes Glied einer Kette. Ein zweites ist geplant, auch Lüneburg könnte ein Standort werden: „Das steht auf unserer Landkarte.“

3 Kommentare

  1. Sönke Witthorst

    Tja, wenn in Artlenburg bald jeder seiner 1.650 Einwohner einen eigenen Supermarkt im Vorgarten stehen hat (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/353148-artlenburger-gemeinderat-will-bebauungsplans-aendern), warum sollte dann nicht jede*r der 75.663 Lüneburger*innen ein eigenes Spezialitätenrestaurant im Viereck zwischen Gartensauna, Pool, Kaminholzlager und Webergrill aufgebaut bekommen?

  2. Fakt ist ja eher, dass die Herren Manzke dem Electro Kaufer nach gefühlten 30Jahren gekündigt haben, oder irre ich mich da? Wieder ein Inhabergeführtes Geschäft was dem Verdrängungswettbewerb der Innenstadt nachgeben musste. Wie wäre es denn mal mit einem Artikel hierüber?

  3. Das in der Schröderstraße als Gastronomie und Restaurants zu bezeichnen ist – mit Ausnahme vom Frappé und vll. dem Weinkontor – auch eher mutig. Das sind standardisierte Frittierschleusen mit essenähnlichen Produkten. Ein wenig mehr Vielfalt beim Essen täte der Stadt gut.