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So soll die künftige Arena Lüneburg aussehen, die Sparkasse könnte Namensgeber werden. Grafik: nh
So soll die künftige Arena Lüneburg aussehen, die Sparkasse könnte Namensgeber werden. Grafik: nh

Neue Mehrheit für Arena Lüneburg

as Lüneburg. Das Votum im Lüneburger Rat für die Errichtung der neuen Arena war keine Überraschung. Mehrheitlich sprach er sich dafür aus, nachdem es bereits im Wirtschafts- und Verwaltungsausschuss große Zustimmung gegeben hatte. Am Montag steht die Abstimmung im Kreistag an. Stimmt auch der zu, sollen die Verträge mit der Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft als Investor unterschrieben werden — vorbehaltlich der Zustimmung durch Land und Rechnungsprüfungsamt.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge warb erneut für die neue Sport- und Eventhalle. Seit 20 Jahren rede man davon, eine Halle zu schaffen. Immer habe es geheißen, „wenn wir das wirtschaftlich hinbekommen, machen wir das“. Mit der Umsetzung in Form einer „Public Private Partnership“ (PPP) habe man bei anderen Projekten wie der Musikschule, drei Sporthallen und zwei Parkpaletten gute Erfahrungen gemacht. Die Halle soll nicht nur für den Spitzensport, sondern auch für den Schul- und Breitensport und für Veranstaltungen genutzt werden. Der Betreiber soll durch Ausschreibung des Investors gefunden werden. „Aufgrund der vorgelegten Zahlen und Fakten denke ich, dass man entscheiden kann. Wir waren noch nie so nah am Ziel.“

Für Eugen Srugis (SPD) steht fest: „Die Arena macht unsere Region reicher.“ Allein der Nutzen sei entscheidend, und die Nutzungsmöglichkeiten der Halle mit 3500 Plätzen seien vielfältig. Nicht nachvollziehbar sei, dass es nach 20 Jahren Diskussion einigen Ratsmitgliedern nun zu schnell gehe. „Man konnte in den letzten Wochen Vertragsentwürfe studieren, die Rechts- und Finanzexperten der Stadt sowie ein Gutachter standen für Fragen zur Verfügung.“ Mit Blick auf das PPP-Verfahren hob er hervor, dass ein Lüneburger Investor Vertragspartner sei, „der es sich nicht erlauben kann, Stadt und Landkreis zu übervorteilen“.

Zustimmung gab es von der CDU, „weil die Halle finanzierbar ist, aber gleichzeitig auch für alle anderen wichtigen Aufgaben der Kommune die Finanzmittel da sind. Das ist uns so bestätigt worden“, sagte Niels Webersinn.

Als Befürworter der Halle meldete sich Grünen-Politiker Andreas Meihsies zu Wort. Sie werde eine Bereicherung für die Stadt sein. Den Zauderern seiner Fraktion, die im Wirtschaftsausschuss moniert hatten, ihnen fehlten noch jede Menge Fakten und Daten, hielt er vor: „Wer sich Fakten angucken wollte, konnte das tun.“ Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe zudem erklärt, dass es ein solider Vertrag für alle Beteiligten sei. „Es ist eine Fehlentscheidung, wenn man sich enthält. Man muss klar Position beziehen.“ Von offenen Fragen sprach sein Fraktionskollege Ulrich Blanck nun nicht mehr, sondern: „Wir sehen ein Fragezeichen: den Standort. Es erklärt sich uns nicht, wie die Halle für den Schulsport erreichbar sein soll.“ Mädge erwiderte, dass die Berufsbildenden Schulen die Halle nutzen sollen wie auch Vereine. Außerdem brauche man für einige Jahre eine Ausweichhalle für Kaltenmoor und Schlieffenpark. Man müsse eben über den Transport nachdenken.

Grundsätzlich ja zur Arena sage die Gruppe FDP/Piraten. „Aber wenn es heute zur Abstimmung kommt, werden wir Nein sagen“, machte die Liberale Birte Schellmann deutlich. „Das vorgelegte Konzept der Umsetzung ist für uns noch nicht hinreichend abgeklärt. Was soll die Hast?“ Erst am Montag der vergangenen Woche habe sie wie ein Großteil der Ratsmitglieder erfahren, dass das Projekt entscheidungsreif sein soll. Auf die Schnelle habe sie versucht, sich in Einzelheiten der Finanzierung und der Verträge einzuarbeiten und gesehen, „dass ein schlüssiges Nutzungskonzept nicht vorliegt“. Auch wichtige Teile des Vertrags seien mit dem Investor Sallier noch nicht ausgehandelt worden. Für die Gruppe sei zurzeit nicht erkennbar, ob ein angemessenes Verhältnis bestehe zwischen Risiken und Aufwendungen, die Stadt und Kreis tragen würden, und „denen, die der sogenannte Investor trägt“.

Linke sehen Risiken beim PPP-Verfahren

„Lüneburg braucht so eine Halle. Das kann man beschließen“, sagte Michèl Pauly (Linke). Aber das Finanzierungskonstrukt im PPP-Verfahren sei risikoreich, „weil wir nicht an zusätzlichen Erträgen teilhaben und wir im Falle einer Insolvenz des Investors Geld nachschießen müssen“. Aus Sicht seiner Fraktion wäre es der bessere Weg, wenn eine kommunale Gesellschaft die Halle errichten würde. Pauly vermisst zudem eine endgültige Wirtschaftlichkeitsprüfung. Deshalb schlug er vor, dass nur über zwei Punkte der Beschlussvorlage abgestimmt werde, die Punkte zur Vergabe sollten ausgeklammert werden. Mehrheitlich stimmte der Rat dagegen.

Das Abstimmungsergebnis

23 Ratspolitiker von SPD und CDU sowie der Grünen-Politiker Andreas Meihsies stimmten für das Arena-Projekt, sieben Mitglieder der grünen Fraktion enthielten sich, fünf Nein-Stimmen gab es von der Linken sowie der Gruppe FDP/Piraten.

86 Kommentare

  1. Mit der Umsetzung in Form einer „Public Private Partnership“ (PPP) habe man bei anderen Projekten wie der Musikschule, drei Sporthallen und zwei Parkpaletten gute Erfahrungen gemacht.
    witz komm raus, du bist umzingelt.

  2. Andreas Meihsies ist schon längst kein Mitglied der Grünen Partei mehr, er ist offiziell ausgetreten. Diese wiederholten Falschmeldungen diesbezüglich sind bedauerlich. Für eine Grüne Partei spricht er jedenfalls nicht.

    • Herr Meihsies ist meines Wissens nur aus der Ratsfraktion, nicht aber aus der Partei ausgetreten und hat schon zuvor seinem Dissens mit der Grünen-Fraktion in Sachen Hallenneubau deutlich Ausdruck verliehen. Im Gegensatz zur Haltung der Grünen-Fraktion erscheinen mir die Einwände der Linken bzw. von Michèl Pauly wenigstens inhaltlich begründet zu sein. Erschreckend desinteressiert und uninformiert wirken auf mich dagegen die Aussagen der Grünen-Fraktionsmitglieder. Schon durch die oberflächliche Lektüre der LZ-Artikel zum Thema wären die meisten Fragen beantwortet …

      • Andreas Wilhelm

        „Erschreckend desinteressiert und uninformiert wirken auf mich dagegen die Aussagen der Grünen-Fraktionsmitglieder.“

        Sie beziehen sich auf diesen LZ-Artikel: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/351865-arena-koennte-im-herbst-2017-fertig-sein

        Ich stimme Ihnen zu. So wie dort geschildert, hat es sich tatsächlich abgespielt. Doch Claudia Schmidt, Björn Adam, aber auch Birte Schellmann von der FDP haben aus ihrer wirklich erschütternden Uninformiertheit – im Unterschied zu den blöde vor sich hinglotzenden oder dummes Zeug redenden Angehörigen der „Neuen Mehrheit“ – wenigstens keinen Hehl gemacht und die beiden Grünen haben immerhin Fragen gestellt, die dann auch beantwortet werden mussten. Nur waren es leider überflüssige Fragen, weil ihre ermüdende, ja einschläfernde Klärung hätte vermieden werden können und müssen, was allerdings eine sorgfältige Lektüre der Vertragsentwürfe und der Vorlage „VO/6759/16“ vorausgesetzt hätte
        (http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6682). Natürlich ist Herr Mädge seiner Pflicht, erschöpfend zu erläutern, sofort dankbar nachgekommen, so dass die eigentlich heiklen Sachverhalte am Ende gar nicht mehr angesprochen werden konnten (das Wie und Warum der vielen wunderbaren Koinzidenzen im Vorlauf während der Pickenpack-Insolvenz, des Zeit- und Regieplans mit seinen vielen merkwürdigen Festlegungen und vermeintlichen Gewissheiten, nach dem die Beteiligten agierten und weiter agieren, die bislang ungeklärten Teile der Verfügungs-, Vergabe- und Finanzierungsmodalitäten, etc.).

        Wie Sie schreiben, Pauly, Manzke und Mädge waren die einzigen, die den Eindruck vermittelten, sie wüssten, worum es geht und worüber sie reden.

        Der Rest war nicken.

        Warum einer im September eine(n) der CDU-Kandidat(inn)en wählen oder wiederwählen sollte, ist mir allerdings nicht erst seit der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und städtische Beteiligungen am 10. August schleierhaft: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=32167

        • ablenkung ist eine königsdiziplin innerhalb der politik. selten wird dort etwas gesagt, was bestand hat. und dieses hat einen grund. mehrheiten.

      • Mareike ist ein mantisches Medium, Egon Kurt. Sie liest aus dem Vogelflug, den Losungen des Schwarzwilds und dem Säuseln des Windes. Insofern hat sie einiges mit unseren Finanzprognostikern aus Rat und Kreistag gemein: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/355688-andreas-meihsies-erklaert-seinen-austritt-bei-den-gruenen

      • Apropos „Goldener Plan Ost“, Katja Fricke. Haben Sie gelesen, wie Barnstedt, der charakterfeste Elbbrückenbaumeister aus dem Landratsamt das irrationale Moment der hoppelnden Hallenbauabstimmungen aus seinen rechtselbischen Kreistagsabgeordneten heraustherapieren möchte? Nein? Den neuesten, irren Move von Manne kennen Sie noch nicht? Seine beiden wichtigsten Kommunalwahlprogrammpunkte heißen Vernunft und Aufklärung, neudeutsch „Transparenz“ und „Gute Presse“. Hier seine aktuelle Kampfschrift gegen Obskurantismus jeglicher Couleur:

        »Wir sehen sie jeden Tag auf der Straße. Sie sind mitten unter uns und doch so anders. Ihr Leben richtet sich nach strengen Glaubensgrundsätzen, ihre Ideologie zwingen sie der ganzen Familie auf und verursachen damit unermeßliches Leid: die Anhänger Samuel Hahnemanns, des Erfinders der Homöopathie. Die Rechtsprechung stellen diese Pfuschfans vor eine Herausforderung, denn hier prallen Grundrechte aufeinander: das der körperlichen Unversehrtheit und das freier Ballaballawahl. Zu letzterem gehört auch freie Fahrt auf dem Markt. Das Recht auf volle Einkaufstüten ist eines der elementarsten Grundrechte unserer gesellschaftlichen Freihandelsordnung. „Staat, misch dich nicht ein“, lautet das vollmundige Credo aufgeklärter Konsumenten bei der Wahl zwischen Dom Pérignon und Landwein, zwischen Caipi und Cuba Libre, oder zwischen Äpfel- und Birnenschnäpsen. Das gilt auch und gerade für die Apotheke. Ob ich Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen bevorzuge, ist eine Sache zwischen mir und meinen Kopfschmerzen. Da hat der Gesetzgeber mir nicht mit seinem Gewaltorgan dazwischenzudröhnen. Etwas anderes ist es, wenn ich durch mein Kaufverhalten die Freiheit anderer einschränke, auch weiterhin unbeschwerte Shoppingerlebnisse zu genießen. Brettere ich volltrunken mit 120 Sachen durch eine belebte Fußgängerzone, hätte ich vielleicht doch lieber beim Birnenschnaps bleiben und den Porschekauf auf den nächsten Tag verschieben sollen. Den Schuh muß ich mir anziehen, und ich darf mich nicht beschweren, daß er nicht von Nike ist. Kniffliger wird es, wenn der Verbraucher vorsätzlich getäuscht wird und damit sich oder andere gesundheitlich schädigt. Jüngst erregten drei Todesfälle von Patienten Aufsehen, die am „Biologischen Krebszentrum Bracht“ mit Magie behandelt wurden. Die Frage, die sich bei diesen und anderen Wellneßangeboten stellt, lautet stets: Darf ich als Dienstleister Sterbenskranken das Blaue vom Himmel versprechen, um a) mir die Taschen vollzustopfen und b) die Siechen damit zügig ins Grab zu bringen, oder verstoßen solche Absichten gegen die ethischen Grundsätze des Kapitalismus? Die Antwort laut einhelliger Expertenmeinung: Nein, solche Praktiken dürfen nicht geduldet werden. Die Kunden zu verscheißern ist Teil eines jeden guten Geschäfts; sie zu betrügen ist hingegen nicht statthaft. Wer nur die Verpackung ohne Inhalt verkauft – wie fragwürdig der auch sein mag – gehört zu einer saftigen Geldstrafe und 20 Sozialstunden verdonnert. Der Handel mit dem Aberglaube, der als Medizin getarnt daherkommt, muß deshalb ein Ende haben und verboten werden – darunter auch so beliebte Spinnereien wie Homöopathie, Engelresonanzkinetik und Kommunion. Nur wo Idiotie als Idiotie deklariert wird, kann der uninformierte Kunde sich guten Gewissens entscheiden. Ein Beispiel erfolgreicher Kundenabschreckung gibt uns hier die Burka. Das unbeliebte Kleidungsstück zeigt, wie Warnung vor gefährlichen Glaubensinhalten und Corporate Design Hand in Hand gehen können. Sie sollte deshalb auf Kassenrezept all jenen verordnet werden, die zur Behandlung lebensbedrohlicher Krankheiten bei sich oder Familienangehörigen ein Glas Zuckerkügelchen einsetzen wollen.«

        • Was haben Hoppe, Halle, Hidschāb, Hanseaten und Homöopathie miteinander zu tun?

          Wen diese Frage schon länger quält, kennt ja nun, Valentin Witt sei Dank, die Antwort.

  3. Was nicht passt, wird passend gedacht

    Mehr als zwanzig Jahre waren Zeit, eine solche Halle zu realisieren. Und die 7 Millionen Euro, welche die Stadt und Landkreis zum Audimax beigesteuert haben, damit sie 30 Jahre lang in ihm (wenn es nicht durch die Universität beansprucht wird?), bis zu 30 (nicht kommerzielle?) Veranstaltungen durchführen können, wären auch ein solider Grundstock der Hallenfinanzierung gewesen. Meine, nicht besonders gewagte, Prognose: Stadt und Landkreis werden das Audimax bei weitem nicht so häufig nutzen, wie sie könnten. Oder kann sich jemand, der kein Lokalpolitiker ist, vorstellen, dass es alle 12 Tage Empfänge, Festakte, Podiumsdiskussionen, Konferenzen gibt, für die Glockenhaus, Fürstensaal oder Ritterakademie nicht ausreichend sind? Und selbst wenn, läge der rechnerische Mietpreis (7.778 Euro) vermutlich über dem, den die Universität für eine externe Vermietung (z.B. an einen Konzertveranstalter), in Rechnung stellen wird. Die externe Vermietung durch die Uni, wird wohl auch immer Vorrang vor der kommunalen Nutzung haben. Das ist vielleicht noch keine Veruntreuung, aber nah dran wird es schon sein.

    Die Zuschauer sollen mangels ausreichender Parkplätze in Hallennähe, per Shuttle vom Parkhaus Lünepark zur Halle kommen. Ist das dann für die Zuschauer kostenlos, bzw. in den Eintrittspreis eingerechnet und die Eintrittskarte ist zugleich Fahrschein? Reicht die Kapazität des Lünepark überhaupt aus? Es soll ja auch Kinobesucher und Nachtschwärmer geben, die dort parken.

    Weil keine Schule in der Nähe ist, sollen die Schüler der BBS quer durch die halbe Stadt transportiert werden. Mit Linienbussen oder mit speziellem Shuttle? Geht die Fahrzeit vom Sportunterricht oder vom Unterricht davor oder danach ab? Bloß gut, dass die Fahrt lang genug dauern wird, dass sich die Schüler/innen während der Fahrt im Bus umziehen können. Eventuell wird das nicht so häufig sein, da die Halle wegen Bühnen-Auf/Abbaus oder Bestuhlung nicht zur Verfügung steht. Das gleiche gilt dann auch für den Trainingsbetrieb der Vereine, für den soll die Halle angeblich ja auch genutzt werden. Für Breiten- und Schulsport wird dann gelten: im Prinzip ja, nur heute leider nicht.

    Bleibt, was den lokalen Sport anbelangt, die SVG Lüneburg, die für weniger als 20 Spiele im Jahr eine erstligataugliche Halle benötigt. Aber wie lange? Bisher trägt die SVG ihre Heimspiele in der „Gellersenhölle“ vor 800 Zuschauern aus. (Besser nicht fragen, was passiert, wenn dort Panik ausbricht.) Die Beengtheit und die aufgeheizte Atmosphäre sollen, wie man hört, wesentliche Faktoren des sportlichen Erfolgs sein. Beides wird in einer halbvollen Arena so nicht mehr gegeben sein.

    • Der Bau der Halle, machen wir uns da nichts vor, wurde ausschließlich auf Betreiben von Klaus Hoppe und seinen hochrangigen Freunden in der Lüneburger SPD in Angriff genommen. Schul- und Breitensport sind für jedermann klar erkennbar nachrangige bzw. nachgereichte Ziele. Unsere beiden Spitzenagenten unter den LüneSozis glauben allen Ernstes mit Hoppenstedtschem Veranstaltungsspektakel und Volleyball etwas fürs „Image“ der Stadt zu tun (und mit dem Hinweis auf dieses Bemühen bei den Kommunalwahlen zu punkten; unter anderem daher die Eile). Übrigens: wenn es im Landkreis Lüneburg für die Randsportart Volleyball viele Fans gibt, sind das sehr großzügog gerechnet allerhöchstens 1.500 Leute. Das entspricht, bezogen auf den Kreis mit seinen 180.719 Einwohnern (Stand 31. Dez. 2015), genau 0,8 Prozent der Bevölkerung. Und selbst wenn man annimmt, alle Interessierten lebten in Lüneburg, entspräche das bei 74.072 Einwohner (Stand 31. Dez. 2015) nicht mehr als 2 Prozent der Hansestädter.

      • Wow, da muss ja der Rechenschieber bei Ihnen gequalmt haben! Milchmädchenrechnung, ick hör die trapsen! Nach ihren Berechnungen müssten immer die gleichen Besucher zu jeder Veranstaltung kommen. Ihrer Logik zufolge hätte kaum eine Kultur- oder Freizeiteinrichtung eine Daseinsberechtigung. Und definieren Sie bitte den Begriff Randsportart. Welcher seriösen Studie haben Sie denn die Zahl von 1500 Volleyballfans entnommen?

        • Definition Randsportart siehe hier:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Randsportart

          Laut der aktuellen Allensbacher Werbeträger Analyse interessieren sich 3,4% der deutschsprachigen Bevölkerung ganz besonders für Volleyball.

          Die regulären Bundesligaspiele der SWD powervolleys DÜREN, sportlich ähnlich erfolgreich wie die SVG wurden in der Saison 2014/2015 im Durchschnitt von 1.300 Zuschauern besucht. Die Einwohnerzahl von Düren ist ca. 93.000. Zuschauer/Einwohner 1,4%.

          Ich persönlich halte eine Zuschauerzahl von 1.200 bis 1.500 für Volleyball Bundesligaspiele in Lüneburg für realistisch. Bei den Playoffs zur Deutschen Meisterschaft auch mehr. Aber das ist keine Rechnung, sondern eine Schätzung. Und die ist auch völlig irrelevant.

          Relevant ist die Prognose der SVG-Verantwortlichen bezüglich der Zuschauerzahl in der neuen Arena. Sie werden ja Marktforschung betrieben haben, oder zumindest wissen, wieviel Kartenwünsche sie im Durchschnitt nicht erfüllen konnten, weil die „Gellersenhölle“ ausverkauft war.

          Solche Zahlen werden die SVG-Verantwortlichen doch den politischen Entscheidern präsentiert haben.

          Oder läuft alles auch so wie geschmiert?

          • Mechthild Schülke

            Jo Bembel, auch „die Prognose der SVG-Verantwortlichen“ bzw. die Auslastung ist irrelevant, da sämtliche Kosten, inklusive Unterhalt, Darlehenstilgung und Zinsendienst über zwanzig Jahre lang „von Stadt und Kreis“, genauer also von den Bürgern in Stadt und Kreis „getragen“ (= bezahlt) werden.

            In der Beschlussvorlage Nr. VO/6732/16 vom 7. Juni 2016 wird doch vorgerechnet und steht am Ende knapp und unmissverständlich:

            „Der durch die Errichtung und den Betrieb entstehende Aufwand wird überwiegend von Landkreis und Hansestadt Lüneburg getragen.“

            Auf Deutsch: Für sämtliche Kosten kommen die in Landkreis und Hansestadt ansässigen Steuerzahler auf.

            D. h. alle zahlen, damit ein Prozent von ihnen Volleyball schauen können und Herr Hoppe Geld verdient.

        • Hallo Kurt Egon, Sie haben recht, ich habe wahrscheinlich viel zu großzügig kalkuliert. Natürlich kommen aus unserer Region fast immer dieselben Besucher, die Dauerkartenbesitzer nämlich, also ungefähr 300 Leute, zu den Heimspielen. Die andere Hälfte sind mitreisende Fans der Gegner und ganz wenige Erst- oder Spontanbesucher.

          Natürlich haben, wie die SVG, Kultur- oder Freizeiteinrichtungen ihre Daseinsberechtigung. Nur bekommen die wenigsten mal eben eine eigene Halle für weit über 12 Millionen Euro hingestellt. Über das „Zeitgemäße“ am subventionierten Stadttheater und Museum müsste man selbstverständlich dringend intensiv dikutieren. Beide Einrichtungen haben als öffentlich gepamperte Steuermittelsäuger wohl nur dann eine dauerhafte Überlebenschance, wenn sie ihren Bildungsbeitrag überzeugend plausibel machen können.

          Zum Begriff Randsportart:

          Es gibt in Deutschland zur Zeit 4.953 Volleyballvereine mit 430.093 Mitgliedern. also nicht ganz hundert pro Verein. Nur zum Vergleich: laut der neuesten Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes hat am 18. Juni 2016 der Deutsche Fußball-Bund 6.889.115 Mitglieder, der Deutsche Turner-Bund 5.018.819, der Deutsche Tennis Bund 1.413.995, der Deutsche Schützenbund 1.356.900, der Deutscher Alpenverein 1.053.410 und sogar der Deutsche Golf Verband hat 639.137 Mitglieder.

          Die SVG hat knapp hundert aktive Mitglieder, macht aber mordsmäßigen Reklame-Wirbel um diese und ihre Bekannten zu mobilisieren, was ja schön ist.

          Jedoch, hundert oder hundertfünfzig Mitglieder und wahrscheinlich doch eher 5- bis 800 zahlende, zum guten Teil wirklich begeisterte Fans im ganzen Landkreis, die im Wechsel mit einer Handvoll von Gelegenheitsbesuchern einigermaßen verlässlich 3- bis vierhundert Plätze bei Heimspielen besetzen, aber nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung ausmachen, wie würden Sie denn eine solche Sportart nennen.

          Übrigens: Noch am 5. Juni 2014 wurde vom Sportausschuss des Lüneburger Rates erneut das „Sporthallenkonzept für die Hansestadt Lüneburg“ vom 12. Juli 2012 bestätigt
          (Vorlage – VO/5688/14), in dem es im „Fazit“ auf Seite neun heißt: „… nach Fertigstellung der Sport- und Gymnastikhalle Saline ist die Hansestadt Lüneburg mit einem Überschuss von 3.374 qm ausreichend mit Hallensportflächen versorgt. (…) Mit einem Bestand von 11 Dreifeld-, 4 Zweifeld und 16 Einfeld/Gymnastikhallen ist Lüneburg an Hallensportflächen gut aufgestellt. Betrachtet man die Mitgliederentwicklung Lüneburger Sportvereine sowie die aktuelle Rangliste der vereinsmäßig beliebesten Sportarten, so ist ein zusätzlicher Bedarf an Kleinfeldsporthallen zur Zeit nicht erkennbar.“ http://www.stadt.lueneburg.de/bi/___tmp/tmp/45-181-136686286686/686286686/00103565/65-Anlagen/01/SporthallenkonzeptderHansestadtLuenneburgfuerd.pdf

          Was hat sich in der Zwischenzeit geändert, das nun plötzlich auf den „Überschuss von 3.374 qm“ mehrere hundert von weiteren Quadratmetern oben draufkommen?

          • @ Egon Kurt

            „Randsportarten sind die Sportarten, die nur am Rande von den Massenmedien wahrgenommen werden.

            Welche Sportarten dazugehören ist regional höchst unterschiedlich. Baseball, in den USA neben American Football, Eishockey und Basketball Hauptmedienereignis mit entsprechenden Milliardenumsätzen, ist in Europa eine wenig beachtete Randsportart. Dagegen wird in den USA der Fußball in den Medien kaum wahrgenommen. In Deutschland zählt auch das Sportschießen zu den Randsportarten, obwohl die Mitgliedszahlen der Schießsportverbände bei Statistiken regelmäßig auf dem dritten oder vierten Platz liegen.

            Mit dem Begriff der Randsportart verbindet sich der Blickwinkel der Medien – bezogen auf die ökonomische Verwertbarkeit dieser Sportart. Zwischen Publikumsinteresse und Medienpräsenz gibt es dabei komplexe Wechselwirkungssysteme.

            Sportarten, die bevorzugt von elitären Kreisen gepflegt werden, fallen, auch bei mangelndem Publikums- und Medieninteresse, nicht unter diese Bezeichnung, so zum Beispiel Golf, Hochsee-Yachting, Polo oder Dressurreiten.

            Randsportarten sind Sportarten, die von vergleichsweise wenigen Menschen betrieben werden und/oder ein geringes öffentliches Interesse genießen. Zumeist werden Randsportarten von Sportlern betrieben, die ihrem Sport als Amateure nachgehen.“
            (Quelle: Wikipedia)

            @ Kurt Petersen
            Interessant was Sie zum Zuschauerzuspruch in der „Gellersenhölle“ schreiben. Lt. VBL Zuschauerstatistik http://wiki-uploads.vbl-wiki.de/PR-Presse/Zuschauerstatistik/Zuschauerstatistik_Saison1516.pdf (S. 9) werden die Spiele der SVG Lüneburg immer von genau 800 Zuschauern besucht.

            Die Spiele der SWD powervolleys Düren, sportlich auf Augenhöhe mit der SVGL werden von ca. 1.300 Zuschauern besucht. Düren hat ca. 90.000 Einwohner. Damit ergibt sich ein Zuschauer/Einwohner-Ratio von 1,4%.

            Mit wie vielen Zuschauern bei den Bundesligaspielen in der neuen Arena rechnen denn die SVG-Verantwortlichen?

          • In den Kontext dieses städtischen Sportkonzepts gehört auch die von OB Mädge jahrelang im Rat und vor anderem Publikum wiederholte Aussage, Stadt und Kreis seien NICHT für die Ausstattung von ambitionierten Vereinen mit Hallen, Plätzen, Geld oder anderen Zuwendungen zuständig oder verantwortlich.

  4. Architektonisch ist es jedenfalls kein Highlight. Von den Proportionen her eine Kopie der inzwischen abgerissenen Deutschlandhalle in Berlin. Von der Fassade her könnte es auch ein Möbel-Abholmarkt sein. Man sieht der Halle eine gewisse Billigkeit an.
    An welchem Standort soll die Halle denn gebaut werden?

  5. Können in der Halle denn auch Hallenfußballturniere stattfinden? Da würde man sicherlich bei gutem Teilnehmerfeld die 3500 Zuschauerplätze ausnutzen können. Weiß jemand ob diese Sportart dort stattfinden kann? Und wer wird in Zukunft darüber entscheiden, wer Hallenplätze bekommt? Was ist in 20 Jahren, steht man dann wieder bei Null und der Investor kann über den Preis bestimmen?

  6. Wer wird denn über die Nutzung- und Belegungszeiten tatsächlich verfügen? Dürfen Vereine dort Hallenturniere durchführen und wie üblich durch die Bewirtung und den Eintritt ihre Vereinskassen auffüllen? Wer wird hierüber bestimmen? Wird Herr Hoppe, wie befürchtet den Torwärter machen, der für sein Volleyballverein die Termine setzt und drum herum für seinen Veranstaltungs- und Diskobetrieb die interessanten Termine belegt, der durch seine eventuellen Auf- und Abbauzeiten anderen potentiellen Nutzern die Halle versperrt, der darauf besteht den Kaffee auszuschenken und damit die Einnahmequellen für Vereine bei Veranstaltungen beschneidet? Wer hat das Sagen und das Vetorecht? Welche Sportarten kann man denn dort durchführen von der geplanten Ausstattung her? Gibt es Badminton Felder? Handballfelder? Fußballfeldern? Tore, welche Größe? Wird es überhaupt Turngerät, wie Matten, Kästen, Seile, Barren, Reck etc. für Schulsport geben?

    • @ Klaus
      „In der jetzigen Planung entspricht die Halle den definierten Anforderungsprofilen für die Sportarten Volleyball, Basketball, Faustball und Handball. Darüber hinaus kann die Halle auch für Veranstaltungen genutzt werden.“ Faustball ist im Vorlagentext „VO/6759/16“ (http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6682).unterstrichen. Denn die Bardowicker Faustball-Damen spielen ja Bundesliga. Ob in der zweigeteilten 1. Liga oder in der 2. Bundesliga, die aus 4 Staffeln besteht, ist egal. Interessiert sich ohnehin keiner dafür. Wenn über Faustball berichtet wird, werden die Zuschauerzahlen zumindest immer diskret verschwiegen.

      Fußballturniere wären demnach nur, wie bisher in Lüneburg praktiziert, auf dem Handballfeld möglich. 3.500 Zuschauer ist vermutlich die Kapazität, wenn der Innenraum (teil)bestuhlt ist.

      @ Klaus
      @ Bert
      Der Betreiber wird, so habe ich es zumindest verstanden, mittels Ausschreibung durch den „Investor“ bestimmt. Der Betreiber (Herr Hoppe) wird dann selbstverständlich die Termine vergeben und auch über das Catering entscheiden.

      Eines der Standort-Auswahlkriterien war/ist übrigens

      Gute Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung – ÖPNV und Individualverkehr

      ÖPNV weil die KVG besonders durch den Linienverkehr in den Abend-/Nachtstunden hervorsticht.

      Zur Wahrheit des RASTA-Dome in Vechta (Vorbild der Lüneburger Arena) gehört, dass nebenan nachträglich noch eine Trainingshalle für ca. 1,2-1,4 Mio. Euro gebaut wurde. Warum nur?

  7. Hut ab, das staatlich finanzierte, wettbewerbslose Geschäftsmodell des Herrn Hoppe floriert: fast geschenkte Studentenwohnheime, mit Staatsgeldern saniert, jahrelanges mietfreies Vamos und jetzt noch den Daumen auf eine neue Sport und Freizeitarena mit Ausstattungsgeldern der Sparkasse und jährlichen dreistelligen Mietzuschuss durch die Stadt und 3/4 des Rates nickt ab. Glückwunsch der Herr Hoppe hat sein Talent andere vor seinen wirtschaftlichen Karren zu spannen perfektioniert.
    Gibt es eigentlich gar keine Opposition mehr im Rat, die mal ein Gegenkonzept auf den Tisch legt? Es gab mal eine Pressekonferenz in Bardowick, wo das einzige mal eine sinnvolle Idee für die Region präsentiert wurde: Sportarena, Kunstrasenplatz, Gastronomie, Halle, Hotel Parkplätze auf einen Fleck mit Ausbaureserven für eine wachsende Region. Man kann sich ja über den Standort unterhalten, ob es nun Bardowick sein muss oder sich nicht doch Stadtflächen finden lassen aber mas jetzt aus der mauschelecke für ein halbgarer Eintopf präsentiert wird spottet aller Beschreibung. Parkplatz am Kino, Schulsport ohne Turngeräte ich lach mich schlapp. Lüneburg schlaf weiter.

    • Erfolgreich zu sein ist eigentlich ganz einfach: „Dazu braucht es nur Mut und Beständigkeit“, lüftete am Donnerstagabend, den 19. November 2015, Klaus Hoppe schmunzelnd und bestens gelaunt das Geheimnis des Erfolgs der Campus Management GmbH: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/281173-arbeitgebervernstleister-aus

      • Erfolgreich zu sein ist eigentlich ganz einfach:
        schwafeln ist eine spezialdisiziplin der politik.man sollte nicht darauf reinfallen.

        • wer hat das geschrieben? er hat zwar zum teil recht, ich war das aber nicht.

          • Jetzt aber mal vorsichtig Herr Bruns…
            woher wollen Sie das wissen?
            …sind wir hier beim Blog von LzOnline schon bei einem Zweiklassensystem angekommen, oder was?
            Bin ich jetzt ein minderwertigerer Kommentator, nur weil ich mich hier nicht mit meinem „scheinbar“ richtigen Namen angemeldet habe?
            Meiner Meinung nach ist meine Anonymität hier auch kein Problem so lange ich niemanden beleidige oder verbal verletze.
            Ausserdem Herr Bruns: Nur weil sich hier jemand mit einem theoretisch plausiblen Vor-und Zunamen anmeldet, heisst das noch lange nicht das diese Person im wirklichen Leben auch so heisst.
            Ich könnte mich hier nämlich auch als Klaus-Maria Ulrich mit E-Mail-Adresse klaus-maria.ulrich@zyx.de
            anmelden und Herr Jenckel müsste denken:“ Ja, das macht Sinn.“ , oder nicht?!?

          • Ok, es führt kein Weg daran vorbei, ich habe mich nicht genug informiert und scheinbar selbst disqualifiziert für diesen Blogbeitrag!

        • der beitrag ist nicht von mir.

          • Hallo Herr Bruns – also der Echte – das Problem habe ich hier mit meinem Forennamen auch schon öfter gehabt.
            Irgendwie kann sich jemand bei LZ einhacken, nur merkt es wohl keiner ausser uns beiden!

          • Ähm kein mir jemand mal erklären was hier ab geht????
            Diesen Post hatte ich nicht gestern geschrieben!!!

          • Ja, danke Buddy, das du meinen Nick hier zum trollen
            benutzt!!!

          • @ Eratosthenes

            Aus wenn es Ihnen erkennbar schwer fällt: nehmen Sie bitte definitiv zur Kenntnis, dass ich „Eratosthenes“ bin und keineswegs identisch bin mit anderen Personen, die Sie in einen Topf werfen, um sie gemeinsam zu diffamieren.

            Dass es Ihnen der Unterscheidungsfähigkeit mangelt, ist ihr Problem. Als Diskussionspartner scheiden Sie jedenfalls für mich aus.

          • Na Alter Ego, wenigstens hast du deinen Spaß, oder?

    • Du meintest wohl 6-stelliger jährlicher Mietzuschuss Peter.

  8. Eratosthenes
    es sieht so aus. aber wie wird gesagt?: viel feind viel ehr. schmunzel. Quicumque turpi fraude semel innotuit, etiamsi verum dicit, amittit fidem

  9. Wie Niels Webersinn und Eckhard Pols ...

    … das Warum und die Art und Weise dieses Hallenneubaus vor dem Hintergrund der vielen Unklarheiten und Unwägbarkeiten begründen, würde mich mal interessieren.

    Peter Förster

    • ganz einfach, erstens sind es die zwänge, zweitens , es will niemand sein persönliches geld investieren. drittens, es wird einfach nur dumme gesucht. der gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass genügend dumme zur verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden.

  10. @ Mechthild Schülke 25. August 2016 at 12:48

    Meines Erachtens wäre/ist eine seriöse Prognose der Zuschauerzahl seitens der SVG schon relevant für die politische Entscheidung bezüglich der Arena, insbesondere bei der an den Tag gelegten Hektik. Allein die SVG benötigt auf die Schnelle eine Halle, die den Anforderungen der 1. Volleyball-Bundesliga genügt. Ich befürworte eine Multifunktionshalle in Lüneburg oder direkter Umgebung. Probleme habe ich mit dem Standort und dem Finanzierungskonstrukt.

    • Zahlen vom April 2016

      @ Jo Bembel

      Nach dem „Hallenbedarfsplan der Hansestadt Lüneburg (Stand April 2016)“ ist mit „einem Bestand von 10 Dreifeld-, 6 Zweifeld- und 16 Einfeld/Gymnastikhallen die Hansestadt Lüneburg an Hallensportflächen gut aufgestellt. Hervorzuheben ist, dass mit der Fertigstellung einer Einfeldsporthalle in Ochtmissen, der für den Schulsport sich unmittelbar ergebende Bedarf vollständig abgedeckt werden konnte.“ (Seite 17)

      Auf Seite 15 liest man: „Die Hansestadt Lüneburg als Schulträger ist gesetzlich verpflichtet, Sportstätten für den Schulsport vorzuhalten. Diese gesetzliche Gewähr gilt jedoch nicht für den Vereinssport.“

      Und wieder auf Seite 17 wird ergänz: „Der Lüneburger Vereinssport profitiert davon, dass in den sich ergebenden zeitlichen Lücken, sämtliche kommunale Sport- und Gymnastikhallen dem Vereinsport kostenfrei zur Verfügung stehen.“ (Das Wort „kostenfrei“ ist im Original fett gedruckt und unterstrichen.)

      Auf Seite 13 findet sich eine Auflistung der beliebtesten Sportarten in Lüneburg:

      „Die nachfolgende Rangliste basiert auf eine Statistik des Kreissportbundes Lüneburg (Stand: Februar 2016) und gibt einen Überblick darüber, welche Sportform am häufigsten im Lüneburger Vereinssport ausgeübt wird“:

      Demnach rangiert VOLLEYBALL mit 0,7 Prozent der Interessenten bzw. Aktiven an 24. Stelle dieser Rangliste NACH Turnen (29%), Fußball (16,3 %), Tennis (6,3 %), Pferdesport (5,2 %), Behindertensport (4,7 %), Rettungsschwimmen (3,9 %), Schießsport (3,6 %), Karate (2,4 %), Leichtathletik (2,4 %), Schwimmen (2,4 %), Tanzen (2,4 %), Handball (2,2 %), Tischtennis (2,1 %), Boxen (1,9 %), Rudern (1,7 %), Kanu (1,4 %), Basketball (1,2 %), Judo (1,1 %), Rollsport (0,9 %), Hockey (0,9 %), Badminton (0,9 %), Kegeln (0,8 %) und Triathlon (0,7 %).

      Wenn man von der Prozentzahl der Lüneburger Sporttreibenden (im April 2016 laut Hallenbedarfsplan = 16.930 Mitglieder insgesamt = 100% und davon Volleyball 0,7 %) auf die (ungefähre) Zahl von potentiellen Zuschauern schließen darf, hätten wir für Volleyballveranstaltungen im Schnitt ein Maximum von 119 Zuschauern pro Spiel, von denen aber sicher nicht alle jedesmal kommen.

      Alle Angaben finden sich auf: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=6545

      als PDF ganz unten, am Ende der Seite: http://www.stadt.lueneburg.de/bi/___tmp/tmp/45-181-136681672661/681672661/00115021/21-Anlagen/01/SporthallenkonzeptSchul-undVereinssportStandAp.pdf

      LG, Katja

  11. Sehr geehrte Mitdiskutanten und -Onkel,
    zugegebenermaßen bin ich als SVG-Anhänger in dieser Angelegenheit nicht ganz objektiv. Viele Ihrer Einwände sind zweifelsohne bedenkenswert und berechtigt. Ein wenig zu kurz kommt mir bei der Diskussion jedoch der Aspekt, dass die Halle nicht allein als Spielstätte der SVG konzipiert ist, obschon nur die Erfolge der Volleyballer sowie die Notwendigkeit, innerhalb absehbarer Zeit eine bundesligataugliche Halle vorzuweisen, zur schnellen Umsetzung der Pläne geführt hat. Als Neophyt in Sachen Volleyball sehe ich mich jedoch durchaus nicht als Mitglied einer verschworenen Sekte; vielen aus meinem Bekanntenkreis erging es ähnlich wie mir nach dem ersten Besuch eines Heimspiels – darunter gab es kaum Angehörige oder Bekannte der SVG-Familie. Insofern sehe ich – möglicherweise etwas blauäugig – die Entwicklung positiv. Nichtsdestotrotz wird die Halle bei SVG-Heimspielen nicht automatisch voll werden; bei entsprechender Vermarktung und anhaltendem Erfolg wäre ein Zuschauerschnitt von 2000 erstrebenswert – Vergleiche mit Rottenburg (Spielstätte in Tübingen) oder Friedrichshafen böten sich hier an. Damit allein lässt sich die Zuschauerkapazität natürlich nicht rechtfertigen – allenfalls bei Playoff- oder Pokal-Halbfinalspielen kann mit einer ausverkauften Arena gerechnet werden. Dafür müssen dann andere Großveranstaltungen sorgen (Konzerte, evtl. auch Länderspiele). Was die Auftragsvergabe und die Betreiberfrage angeht: Über erstere mögen Sachkundigere als ich urteilen; zu letzterer lässt sich festhalten, dass auch nicht jeder SVG-Anhänger und Hallenbefürworter ein eingefleischter Hoppeianer ist. Ich jedenfalls werde die Isermannschen Frikadellenbrötchen vermissen! Dennoch sehe ich der neuen Halle mit Vorfreude entgegen und bin davon überzeugt, dass sie ein Gewinn (nicht nur finanziell für einige wenige) für Stadt und Landkreis und eine sinnvolle – um nicht zu sagen notwendige – Ergänzung des Sport- und Freizeitangebote) sein wird.

    • Diese Halle ist besser als keine Halle, dass steht außer Frage. Aber wenn schon eine Halle, dann bitte langfristig gut durchdacht in einem schlüssigen Konzept. Und wenn schon durch die öffentliche Hand finanziert bitte keine Modelle mit Erpressungspotential durch private Betreiber und Eigentümer. Die Abhängigkeiten, die hier aufgebaut werden sind enorm und es ist allzu bekannt, dass die Spezialität von Herrn Hoppe das Aufbauen von Abhängigkeiten und exklusiven Positionen ist aus denen heraus er seine Geschäftsmodelle mit beträchtlicher öffentlicher finanzieller Bezuschussung entwickelt hat. Ich erinnere an seinem Vortrag vor der SPD Fraktion im Vamos, wo er unverhohlen drohte, wenn seiner Forderung nach Übernahme des Vamos zu einem Spezial Preis und weiterer Betreibung durch ihm nicht nachgegeben wird, die Sportunterstützung der SVG gestrichen wird, was zu dem Zeitpunkt bedeutet hätte, das eine Bundesligamannschaft nicht mehr zu finanzieren wäre und der Stadt die Begründung für eine Mehrzweckhalle abhanden gekommen wäre. Das Ausnutzen solcher Situationen wird bei diesem Betreibermodell in Zukunft nicht zu vermeiden sein und es werden gerade diejenigen in die Röhre schauen, die sich jetzt Vorteile in einer eventuellen Nutzung erhoffen. Mal abgesehen davon ist das Gesamtkonzept eine Katrastrophe und nicht an den Bedürfnissen der Stadt und Region ausgerichtet sondern einzig an der schnellen Realisierbarkeit mithilfe profitierender Unternehmer, die in Zukunft den Ton entsprechend ihrer Interessenslagen angeben und nicht den Interessen der Stadt und Bürger dienen. Das was die Region braucht hatte Peter oben schonmal angeschnitten. Auf jeden Fall keine isolierte Insellösung eingequetscht ohne weiteres Entwicklungspotential am Alten Schlachthof. Kurzfristiger kann man doch gar nicht denken. Da sollte man lieber das Dach der Gellerse Halle anheben und gründlich planen, finanzieren und bauen.

    • Anneline Dackelwirth

      Egon Kurt, lieber Mitdiskutänzer, schön, dass Du Deine voreingenommene Einseitigkeit, i. e. Dein urteiltrübendes Parteigängertum, so freimütig eingestehst. Da hast Du Uli und Manni, unseren beiden immer noch etwas verdrucksten Hoppehallenneubautriebwerkern einiges voraus. „Viele Einwände“ Deiner lieben Gesprächspartner sind für Dich „zweifelsohne bedenkenswert und berechtigt“? Welche denn genau? Willst Du sie nicht herzählen? Warum nicht? „Ein wenig zu kurz kommt Dir bei der Diskussion jedoch der Aspekt, dass die Halle nicht allein als Spielstätte der SVG konzipiert ist“. Wozu denn noch? Ist Dir hier denn nicht oft genug darauf hingewiesen worden, dass sich die sehr spät und verdächtig hastig nachgereichten „Mehrzweck-Attribute“ (Schul- und Breitensport), sofern sie nicht ohnehin nur die notorischen Eventbetreiber-Interessen der Campus-Management GmbH betreffen, im üblichen gespenstischen Fassadenvokabular des windelweich wabernden „Highlight-„, „Leuchtturm-“ und „Bereicherungsgequatsches“ seltsam blass und unausgegoren ausnehmen? Dazu kommt, lieber Egon Kurt, dass invasive Neophyten heimische Ökosysteme verändern und gewaltige wirtschaftliche Schäden verursachen können. Hast Du das bedacht? Wenn Du einmal über die schmallippige Art und Weise nachgrübelst, mit der etwa dem Lüneburger SK Hansa auf dem Auekamp von eben denselben Akteuren mitgespielt worden ist, die sich jetzt, kurz vor der Kommunalwahl als verwegen fragwürdige Fiskalpirouetten aufführende Wahrer, Verteidiger, ja, gar als heldenhaft finanzabenteuernde Förderer „juveniler“ Ballspiel- und Veranstaltungsliebhabereien gerieren, dann ahnst Du vielleicht, was derart im Vorwahlwirrwarr wild wuchernder Wachstumswahn in den Gemütskronen heimischer Hartholzpflanzen anrichten kann.

      • »… im üblichen gespenstischen Fassadenvokabular des windelweich wabernden „Highlight-„, „Leuchtturm-“ und „Bereicherungs-„Gequatsches  … «

        Sehr schön ausgedrückt.

        Genau diese gedankenlosen bräsigen Leerformeln simulierter Rechtfertigung, die wir schon bei Audimax- und Museumsbausitzungen ständig hören konnten, kamen reflexhaft wieder und wieder von Eugen Srugis (SPD), Andreas Meihsies (Grüne), Niels Webersinn (CDU), Klaus-Dieter Salewski (SPD), usw. Und dieses „Gequatsche“ wird ja zum Teil oben im LZ-Artikel gut dokumentiert.

      • Liebe Anneline Dackelwirth,
        fein ziseliertes Wortgedrechsel, hübsch, wie dein Name das erwarten lässt. Wer wo was wie wann und warum hinter den Kulissen mit wem ausgekungelt haben mag, entzieht sich meiner Kenntnis. Möge sich die Nachwelt darüber ihr Urteil bilden. Um mit Hegel zu sprechen: „ … die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.“ In diesem Sinne – halt! eins würde mich noch interessieren: Lautet der Gegentwurf zu „’juvenile[n]‘ Ballspiel- und Veranstaltungsliebhabereien“ seniler Seniorentreff?

        • Bruno-Georg Witte

          @ Egon Kurt

          „Gegenentwurf ’seniler Seniorentreff'“?

          Darf ich mich kurz einschalten? Haben Sie etwas gegen die rasant wachsende Wählergruppe der Silberrücken? In weniger als zwanzig Jahren werden die über Sechzigjährigen mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Lüneburg ausmachen. In den politischen Parteien tun sie das jetzt schon. Können Sie sich Alte wirklich nur als sabbernde, blöde Sahnetortenvertilger vorstellen, die ihren lauwarmen Milchkaffee über blütenweiße Vereinsheimtischdecken schwappen lassen? Schauen Sie auf die Stadtrats- und Kreistagsmitglieder! Es waren fast nur Greisinnen und Greise, die Ihnen Ihre Ballspiel-Arena durch die beschließenden Gremien in Richtung Realitätswerdung genickt haben. Also bitte keine lästerliche Häme über wackelnde Köpfe und den in ihnen rieselnden Kalk, mein Lieber. Auch Happy-Ager haben ein Recht auf Höchstleistungen, Spektakel und aufschäumende Emotionen in der Gemeinschaft von ihresgleichen in einer Halle, die ihnen von ihren Enkeln in den Sparkassenvorständen und Verwaltungsspitzen aus Steuermitteln spendiert worden sein wird, weil das „eine sinnvolle – um nicht zu sagen notwendige – Bereicherung ihres Sport- und Freizeitangebots“ zu werden versprach.

  12. Die Erfolge der SVG der letzten Zeit, die ich auch ohne Fan zu sein anerkennen muss, scheinen doch eine wesentliche Intension für den Bau dieser Halle, die einen architektonisch nicht vom Hocker haut, gewesen zu sein. Hier wollen vielleicht einige an diesen Erfolgen partizipieren. Der eine durch Ansehen – stärkt das Selbstbewußtsein / Ego – und der andere durch Profit. Stärkt die Geldbörse. Ganz wichtig!

    Aber hat man auch mal darüber nachgedacht wie es aussieht wenn die Erfolge ausbleiben und die SVG vielleicht absteigt. Im Sport ist alles möglich. War oder ist das dann immer noch eine gute Investition gewesen?

    Mir fehlt eine seriöse und zuverlässige Wirtschaftlichkeitsprüfung. Dafür gibt es Spezialisten die eigentlich gute Arbeit machen. Große Bedenken dürften dabei sofort aufkommen, weil es keine ausreichenden, ortsnahen Parkplätze geben wird. Aber ob das die einzigen Bedenken bleiben? Das bezweifele ich.

  13. Nach dem Lesen der Berichte und Kommentare zur Halle, muss ich die meisten enttäuschen: es wird keine SVG Halle geben, es wird eine Hoppe Halle geben. Zum Dank bekommen die Steigbügelhalter der SVG, Sallier und der Stadt in der Reihenfolge ein paar Volleyballheimspiele, eine ordentliche Miete und ein paar Konzerte, die nationales und evt. ein wenig internationales Flair nach Lüneburg tragen sollen. Die Restzeiten wird Herr Hoppe großzügig nach Goodwill oder innerhalb seines Freundes- und Beziehungskreises vergeben. Natürlich alles nebst freundlicher Bewirtung und Berechnung von Herrn Hoppe. Die lästigen Raumkosten, die anderswo von privaten Veranstaltern getragen werden müssen übernimmt die Stadt auch mit Hilfe grosszügigen Sparkassensponsorings. Und wenn es drauf ankommt wird eine Must have Liste erstellt ohne die nichts mehr geht und die Stadt bezahlt wetten? Sie will ja ihre schlechte Entscheidung möglichst vertuschen und da kann man keinen Ärger gebrauchen. Zur Not hilft es wieder ein wenig mit dem einstellen des Sportsponsoring zu drohen und dann steigt die SVG ab und wir müssen für eine Halle zahlen mit der im Gewerbegebiet nicht allzuviel anzufangen ist ohne Einbindung in ein anderes Konzept. Dann wird halt wieder nachgeschossen und alles tanzt nach Hoppes Pfeife. Und an alle Vereine, die sich Hoffnung auf eine eigene Nutzung machen, vergesst es, entweder wegen um- und Aufbau geschlossen oder zu teuer. Ihr glaubt doch wohl nicht das Hoppe euch dort Geschäfte machen lässt? Und die Stadt soll Einfluss haben, wenn der Investor die Bewirtschaftung vergibt? Träumt weiter. Der Rat weiß gar nicht was er da abnickt.

  14. @ Egon Kurt

    „… obschon nur die Erfolge der Volleyballer sowie die Notwendigkeit, innerhalb absehbarer Zeit eine bundesligataugliche Halle vorzuweisen, zur schnellen Umsetzung der Pläne geführt hat.“

    Nicht Erfolge und Notwendigkeit haben zur schnellen Umsetzung „der“ Pläne (welcher eigentlich?) geführt, sondern die desaströse „Regierungsbilanz“ der Sozialdemokraten mit ihrem „Gruppenpartner“ während der zurückliegenden fünf Jahre, mit dem sie sich ebensowenig grün gewesen sind wie mit dem schwarzen Haufen in den fünf Jahren davor. Da kam der umtriebige Hoppe mit seinem Bundesliga- und Entertainment-„Konzept“ („Live-Marketing“ als image- und meinungsbildungsförderndes Instrument zum Auf- und Ausbau notleidender „Reputation“) gerade recht. Wieso nimmt die Stadt eigentlich die SVG nicht finanziell mit in die Pflicht, wenn („perspektivisch“) alles so toll läuft, wie Sie schreiben? Seit wann ist eine Kommune für die Errichtung „bundesligatauglicher Anlagen“ zuständig? Haben Vereine nicht grundsätzlich selbst für die Bedingungen ihrer Möglichkeiten (auch der wirtschaftlichen) zu sorgen? Und was die Auslastung der Halle anbelangt, habe ich so meine Zweifel? Wie Sie zu Ihrem „(erstrebenswerten) Zuschauerschnitt von 2000“ kommen wollen, erschließt sich mir nicht. 500 ist mittelfristig doch wohl die wahrscheinlichere Durchschnittszahl. Faktum ist, dass Herr Mädge und Herr Nahrstedt ab 2017 – sofern es nicht wieder zu blamablen „Weiterungen“ kommt – zwei riesige Veranstaltungssäle (das Libeskind-Audimax und die Sparkassen-Arena) an der Backe haben, die sie mit jeweils sieben Millionen Euro mitbezahlen, ohne dass klar ist, welche Nutzungsmöglichkeiten sie haben, und wobei am Bockelsberg immer noch neue kostspielige „Überraschungen“ denkbar sind und am Schlachthof über zwanzig Jahre ohnehin mindestens sechseinhalb Millionen Euro hinzukommen. Ihre „Vorfreude“ in Ehren, aber wo und worin Sie den „Gewinn für Stadt und Landkreis“ sehen, müssen Sie mir mal erklären.

  15. man stelle sich vor, kein verein in lüneburg ist bundesliga-tauglich? was dann? leere halle? wer soll sie dann füllen? unsere politiker? wie war das noch mit den eintrittspreisen? um so näher beim mond, zum so höher auf der erde? ob die mondkälber so viel geld haben?

    • Mondpreis ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für vorsätzlich überhöht angesetzte Unverbindliche Preisempfehlungen des Herstellers, wodurch die Hersteller dem Handel die Möglichkeit geben wollen, unter Zuhilfenahme starker Unterbietung den Eindruck ausgesprochen niedriger Preise zu erwecken.
      dieses ist nur eine ,,argumentation,, zu diesem thema. es gibt auch noch andere.

    • Herr Bruns, lesen Sie die Kommentare, dann verstehen Sie. Bert hat es auf den Punkt gebracht: Sport, SVG, Bundesliga, alles uninteressant. Es ist eine Hoppe Halle. Stadt und Sparkasse bezahlen, Herr Sallier verdient und Herr Hoppe bekommt wieder ein günstiges Veranstaltungszentrum von anderen bezahlt (ich erinnere an das mietfreie Vamos). Mit dieser Plattform wird er lukrative Events und Veranstaltungen (ob nun Musik, Sport, Kongresse, völlig egal) durchführen mit denen kein Privatunternehmen, die sich Hallenflächen mieten, pachten oder kaufen müssen konkurrieren kann. Sicher wird auch eine Küche von der Öffentlichkeit bezahlt, von der aus Herr Hoppe sicherlich noch den lokalen Cateringmarkt unter Druck setzen kann.

      • Klaus
        ich lese die kommentare und zwar alle. sie kennen das lied: hoppe hoppe reiter? wenn er fällt dann schreit er? schmunzel. wer gut schmiert, der gut fährt. http://www.schabi.de/poesie/hoppe.html

      • Hoppes Chancen, Betreiber der Arena zu werden, tendieren gen Null.

        Denn lt. der mir vorliegenden Ausschreibung des „Investors“ muss der geeignete Betreiber folgende Kriterien erfüllen:

        – ausgewiesener Kenner der Lüneburger Kultur und Veranstaltungsszene sein
        – über mindestens 10 Jahre Erfahrung als Betreiber einer Kultur-/Veranstaltungshalle, bevorzugt in Lüneburg verfügen
        – bereits Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern durchgeführt haben
        und
        – fähig sein, „die Lüneburger Abnick-Lemminge“* zu übervorteilen

        * im Originaltext steht „den Rat der Hansestadt Lüneburg“)

  16. Jens-Peter Koplin

    Na, die Vamos-Hoppe-Eventhallen-SVG-Affäre scheint den Wahlkampfstrategen von der Lüne-SPD ja mächtig um die Ohren zu fliegen. Wie war so eine schauderhaft peinliche Dummheit wie die klebrige Kuschelkampagne vom Februar überhaupt möglich? Man möchte vor Scham stellvertretend im Erdboden versinken, wenn man sich ansieht, wer bei diesem Narrenauftritt alles dabei war und was dort geäußert wurde. Wer die Spezialisten „der möglicherweise bahnbrechenden Sitzung im Vamos“ (LP vom 13./14. Februar 2016) nochmal grinsen sehen möchte, klicke hier: https://www.luenepost.de/lokales/campus-will-das-vamos-kaufen/

  17. Nachdem Meihsies nun das grüne Handtuch ins rote Feld geschmissen hat, gibt es keinen mehr, der im Rat dem Hallenbauwahn Einhalt gebieten kann.

  18. Sebastian Krüger

    An dem sinistren Wahltermin in zwei Wochen wird sich zeigen, ob sich ihre neue Sportlichkeit für die hoppehallenhanseartigen Sozis ausgezahlt hat. Anstand – sogar untereinander – lautet die Losung des geheimen Lüneburgs. Kryptisch sind die Reklameslogans ja von allen Parteien. Auf den gewaltigen Plakaten, die einem am Lüner Weg beim Um-die Ecke-Radeln die Sicht nehmen, sieht man blasse Menschen aus zum Teil rätselhaft schwarzer Wäsche gucken und webersinnig „Weniger Gebühren, mehr Bildung sagen.“ Andere sitzen zu netten Skeletten abgemagert mit überintelligent bebilderten Themenpostern in Wartehäuschen, die groß sind, wie einstmals nur die Nordlandhalle es gewesen ist. Positiv sein und zu denken geben, nennt man sowas wohl. Vor der Haustür des mächtig angespitzten LzOnline-Redakteurs wird überraschend der Straßenbelag ausgebessert und zwei Bundestagsabgeordnete, die sich im Stadtrat ihren Lebensunterhalt dazuverdienen, erstrahlen auf Fotos plötzlich wieder in postpubertärer Jugendfrische. Der bald bloß noch ehemalige Bürgermeister Andreas Meihsies war früher ebenfalls dabei, und pflanzte immer sogleich den mitgebrachten Rhabarber ins Beet. Indessen ruft Frau Schellmann in eine intensiv leuchtende gelbe Nebelblase hinein: „Deutschland wird vor Ort entschieden.“ Was sonst, möchte man Herrn Fahrenwaldt da fragen.

    • Kommt mir bekannt vor, was Sie hier schreiben, Krüger. Heißen Sie Jenckel mit Zweitnamen?

    • Jajaja kommt mir auch bekannt vor… Sowas ehnliches stand am Sonnabend in der Zeitung gleich rechs neben den Nachrufatikel zu Andre Meihsies ,den geschassten grünen … von Hans Jenkel geschrieben

  19. Hallo Herr Stadtrat Pauly

    Lüneburg brauche die Sparkassenarena. „Das kann man beschließen“, sagte Michèl Pauly (Linke). Aber er fügte hinzu, das Finanzierungskonstrukt im PPP-Verfahren sei risikoreich, weil die Stadt nicht an zusätzlichen Erträgen teilhabe und die Bürger in Stadt und Kreis im Falle einer Insolvenz des Investors Steuergeld werden nachschießen müssen. So stand es in der LZ.

    Kein Nutzungskonzept, keine Wirtschaftlichkeitsprüfung (Pauly, Linke), „kein angemessenes Verhältnis zwischen Risiken und Aufwendungen“ und wichtige Teile des Vertrags mit dem „sogenannten Investor Sallier“, wie Birte Schellmann (FDP) ihn nennt, „noch nicht ausgehandelt“. So stand es in derselben LZ.

    Wieso braucht Lüneburg die Sparkassenarena, Herr Pauly? Warum kann man das beschließen? Wer ist „man“ und wer ist hier „Lüneburg“? Sind Herr Hoppe, Herr Bahlburg, Herr Mädge und Herr Nahrstedt Lüneburg? Ganz nach dem Motto: „Wir sind das Volk“? Haben Sie die aktuellste Version des „Sporthallenkonzepts für die Hansestadt Lüneburg“ gelesen, Herr Pauly? Auf Seite neun heißt es dort: „… nach Fertigstellung der Sport- und Gymnastikhalle Saline ist die Hansestadt Lüneburg mit einem Überschuss von 3.374 qm ausreichend mit Hallensportflächen versorgt. (…) Mit einem Bestand von 11 Dreifeld-, 4 Zweifeld- und 16 Einfeld-Gymnastikhallen ist Lüneburg an Hallensportflächen gut aufgestellt. Betrachtet man die Mitgliederentwicklung Lüneburger Sportvereine sowie die aktuelle Rangliste der vereinsmäßig beliebesten Sportarten, so ist ein zusätzlicher Bedarf an Kleinfeldsporthallen zur Zeit nicht erkennbar.“ http://www.stadt.lueneburg.de/bi/___tmp/tmp/45-181-136686286686/686286686/00103565/65-Anlagen/01/SporthallenkonzeptderHansestadtLuenneburgfuerd.pdf

    Was hat sich in der Zwischenzeit geändert, das nun plötzlich auf den „Überschuss von 3.374 qm“ mehrere hundert weitere Quadratmeter oben draufkommen müssen, Herr Pauly? Ist „Lüneburg“, diesmal aber die 98 Prozent, die sich nicht für Volleyball interessieren, für die sportlichen und geschäftlichen Erfolge des TSV Gellersen, der Familie Bahlburg und der Campus Management GmbH verantwortlich, Herr Pauly?

    MfG. Frank Henschel

  20. Als Planungsgrundlage dient hierfür der sogenannte „Goldene Plan Ost“. Er basiert auf dem erfolgreichen „Goldenen Plan“ (West), der vor allem in den 60er und 70er Jahren dazu diente, den großen Mangel an Sportstätten abzubauen. Ziel war es, das strukturelle Defizit an Sportanlagen der Grundversorgung auszugleichen
    der name ist programm. das gold werden wie immer nur wenige entdecken. schmunzel.

    • … aber die wenigen, denen es gelingt, haben sich dann auch eine entsprechende Nase verdient. Gold liegt tief im Berge, aber der Kot am Wege, sagt ein peruanisches Sprichwort aus dem 18. Jahrhundert. Und doch: Nach Golde drängt, / Am Golde hängt / Doch alles. Ach wir Armen!

  21. Sehr geehrter Herr Eugen Srugis

    „Die Sparkassen-Arena macht unsere Region reicher.“ Das steht für Sie fest. Und mit Blick auf das PPP-Verfahren hoben Sie hervor, dass ein Lüneburger Investor Vertragspartner sei, „der es sich nicht erlauben kann, Stadt und Landkreis zu übervorteilen“.

    Wie passen diese beiden Behauptungen zusammen, Herr Srugis? Inwiefern macht eine Halle unsere Region „reicher“, für deren Bau und Baugrund „unsere Region“ nach 20 Jahren genau die etwas mehr als 12 Millionen Euro bezahlt haben wird, die beides kostet, ohne die Immobilie erworben zu haben und ohne an den mit Hilfe dieser Halle erwirtschafteten Profiten zu partizipieren? Und warum, wenn Ihnen die regionale Bereicherung dermaßen gewiss ist, müssen Sie den einen der beiden tatsächlichen Nutznießer, den Investor nämlich, gegen den Verdacht des intendierten Übervorteilens in Schutz nehmen? Sie können doch nicht die Sorge des Über-den-Tisch-gezogen-Werdens hegen und zugleich die Überzeugung besitzen, einen öffentlichen Vorteil zu schaffen.

    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir erklären würden, was Sie eigentlich genau sagen wollten?

    Mit Dank, Egbert Furhop

  22. »Zustimmung für die Sparkassenarena gab es von der CDU, „weil die Halle finanzierbar ist, aber gleichzeitig auch für alle anderen wichtigen Aufgaben der Kommune die Finanzmittel da sind. Das ist uns so bestätigt worden“, sagte Niels Webersinn.«

    Das ist ein guter Grund. Auch ich kaufe mir regelmäßig eine Halle, einfach weil ich sie finanzieren kann, aber gleichzeitig für Kleidung, Nahrung und Kinobesuche die nötigen Mittel habe.

    Wer ist eigentlich Niels Webersinn?

    • Niels Webersinn ist der kommunalpolitische Auszubildende von Bürgermeisterin Regina Baumgarten, die Eckhard Pols als Fraktionsvorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion vorausging und Dr. Gerhard Scharf als ehrenamtlichen Repräsentantin der Hansestadt nachfolgte.

  23. Fakt ist – wer bei dieser Kommunalwahl in Lüneburg Stadt oder Kreis SPD, CDU, Grüne wählt – der unterstützt weiter intransparente Lokalpolitik rund um eine Handvoll Protagonisten.

    Wer das möchte, sollte dies seinen Kindern erklären, die werden nämlich einst die Konzern-Lüneburg-Verstrickungen teuer bezahlen müssen. Oder eben Lüneburg verlassen, ach nein, Niedersachsen, denn die entschulden dann die Stadt wieder.

    Lüneburg braucht keine Arena – Lüneburg ist eine politische Arena voller Unterhaltungskünstler.

    • Was sonst? Sollen etwa alle die Linke oder Birte Schellmann wählen? Die stoffeligen und verknitterte Sprüche klopfenden Runkel-Kapeiken wollen Sie uns doch wohl nicht ernsthaft als Alternative andienen?

      Außerdem sind Kommunalwahlen ohnehin keine Partei-, sondern Personenwahlen. Oben genannter Dr. Scharf, Claudia Schmidt, Stefan Minks und Michèl Pauly sind Politikerpersönlichkeiten, die ich den geistlosen Polterpfeifen von rechtsaußen allemal vorziehe.

      Andrea

      • Liebe Andrea,

        was nutzen die „Politikerpersönlichkeiten“, wenn diese weiterhin gegen das (finanzielle) Wohl der Stadt arbeiten, um sich selber und anderen Denkmäler zu setzen und Pfründe zu sichern?
        Fühlt es sich besser an, von vermeintlich Persönlichkeiten Geld aus der Tasche gezogen zu bekommen? Denn das ist es letztendlich, was mit dem Libeskind-Bau und der SVG-Halle passiert.
        Gerade die bisher bekannten Pläne zur Finanzierung des Hallenbaus sind aus meiner Sicht entweder eine Bankrotterklärung der mathematischen Fähigkeiten der Mehrheit im Rat der Stadt und des Kreises – oder eben Gefälligkeiten für vergangene oder zukünftige Unterstützung. Das wäre nicht so schlimm, wenn es das eigene Geld der Entscheider wäre. Ist es aber nicht!

        • Lüneburger Milliardäre!

          Die jüngsten Studien der Beratungsgesellschaft Wealth-X verrieten uns: Zwischen Kaltenmoor und Ochtmissen gibt es von Euch 2473 Exemplare, also 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr und damit so viele wie nie. Allein: Auf acht Milliardäre kommt nur eine Milliardärin. Wie könnt Ihr Euch da denn so rasch vermehren?

          Ein Sparwitz von Kraftwerk („Wir spar’n, spar’n, spar’n bei der Autobahn“)

      • „Natürlich müssen wir eine glaubwürdige Stimme des Protests gegen die herrschende Politik sein, gerade wenn wir nicht wollen, dass Menschen am Ende aus Verzweiflung AfD wählen“, soll, hört man, Hiltrud Lotze wenige Tage vor der Kommunalwahl in Niedersachsen zu Eckhard Pols gesagt haben.

        • Paula
          der witz war gut, bitte noch so einen. wie ist das eigentlich so mit den parteien? stehen die wirklich auf demokratie? seilschaften in den bergen macht ja noch sinn.

        • Hiltrud Lotze wäre zuzutrauen, daß sie auf diesen Einfall kommt und ihn sogleich mit ihrem Kollegen Pols bespricht. Aber sagen Sie mal, Paula, die doppelte Mandatschaft, sollte die nicht längst abgeschafft sein? Wie ist das eigentlich gegenüber anderen lokalen Aspiranten zu rechtfertigen, vom Arbeitsaufkommen zu bewältigen und mit der Unabängigkeit von Parlamentariern überhaupt zu vereinbaren, wenn man wie Miriam Staudte und Andrea Schröder-Ehlers im Land- und Kreistag sitzt oder wie Hiltrud Lotze und Ecki Pols im Stadtrat und im Bundestag hin- und herhetzt? Also für mich müffelt solches Tanzen auf zwei Hochzeiten zuallererst schwer nach der Sorge um die eigene Position, die Zuhause verteidigt und in der großen, weiten Welt bekleidet werden soll. Ob man da die Zeit findet, im Klammergriff von Erdgasfreunden, Endlagerenthusiasten und A39-Kampagneros noch angemessen über multifunktionale Hallenfinanzierung auf ausrangierten Schlachthöfen zu meditieren?

          • Eine Anwesenheit ist im BT nur während der Sitzungswochen verpflichtend. Sie dürfen raten wie viele das sind. Die Auflösung finden Sie hier:

            https://www.bundestag.de/blob/372038/d803aee26fe8a64185dbe55c1f80c2a2/sitz_pdf_16-data.pdf

            Wobei es Jahre gab/gibt, in denen es 1-2 weniger waren/sind.

            Was den Niedersächsische Landtag betrifft:

            Der Landtag kommt in der Regel einmal – in Worten: 1x – im Monat zu einer meist drei Tage dauernden Plenarsitzung zusammen. In den Zeiten zwischen den Plenarsitzungen bereiten die Fachausschüsse die Beratungen des Plenums vor.

            Bleibt also noch genug Zeit für andere Dinge, z.B. auch für Nebenverdienste oder um sich von Lobbyisten rannehmen zu lassen.

          • Jo Bembel, Präsenzpflichten von Abgeordneten während der Sitzungszeiten sind das eine, sind die Kür, das andere sind die Anforderungen und die Arbeitsfron in den Ausschüssen und Gremien, das Abstimmen mit Fachleuten und Mitarbeitern, das Studieren von Vorlagen, Entwürfen und Gutachten, etc. Kurz: Im Plenum haben Sie die Bühnenauftritte, aber das harte Training, das Textstudium und die Vorbereitung von Entscheidungen – also die eigentliche Arbeit – findet in den Zwischenzeiten statt. (Schauen Sie hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/351865-arena-koennte-im-herbst-2017-fertig-sein) Viele Ratsdamen und -herren beklagen, sie seien zeitlich nicht in der Lage gewesen, die Vorlagen und Vertragsentwürfe für die Hoppehalle zu lesen. Was haben Miriam Staudte, Andrea Schröder-Ehlers, Hiltrud Lotze und Eckhard Pols ihnen voraus, dass sie das schaffen und außerdem noch die Wagonladungen von Konzepten und Stellungnahmen über divergiernde Positionen sagen wir zum heftig umstrittenen Bundesverkehrswegeplan absorbieren können?
            Erinnern Sie sich noch an Julia Verlindens schöne Darstellung vom 3. März 2014? Hier der Link, damit Sie verstehen, was parlamentarisches Engagement ausmacht, das ernst genommen wird: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/220147-220147

      • Tja, das ist doch das Schöne an der Demokratie – die Vielfalt der Perspektiven!

        Richtig, einig sind wir, dass Kommunalwahlen Personenwahlen sind, wenn die Programme 2016 denen aus 2011 und 2006 gleichen, voller Worthülsen, ohne Konzentration aufs Wesentliche – als sei seitdem so gar nichts geschehen, was neue konkrete Antworten verlangt.

        Also Personenwahl. Dann aber sind vier Personen mehr als wir Stimmen haben. Also gehen wir sie durch:

        Dr. Scharf ist nahe 80 Jahre alt. Ich kenne ihn gut, er war sehr engagiert und moderat, aber wir sollten ihn nicht als zentralen Akteur sehen, da muß eine jüngere Altersgruppe ran.

        Claudia Schmidt ist nett. Akzente außerhalb des Grünen-Mainstream gibt es nicht – als beurteile ich sie wie in meiner Aussage: die Grünen in Lüneburg reden viel in Resolutionen, aber folgen faktisch OB Mädge.

        Ehepaar Minks sind voll für die SPD engagiert. Wer sie wählt, wählt OB Mädge. Siehe oben. Ich erkenne da keine selbstkritischen Köpfe. Die braucht es aber.

        Kommen wir zu Herrn Pauly. Sehr engagiert, immer um eine eigene Position bemüht. Natürlich werden die Linke-Sozialklassiker regelmäßig ausgepackt, aber er hat auch eigenständige Ideen, und er hört ein Stück weit zu.

        Leider ist er jetzt etwas beruflich eingebunden, was ihn Kritik äußern lässt, aber eben momentan initiativ etwas einengt.

        Nach meiner Aussage wäre er wählbar. Wenn man linksaußen mit Tendenz Richtung bürgerlich gut findet (ganz nach Helmut Kohl: werdet älter und gründet Familien, dann werdet Ihr nicht mehr Eier werfen, sondern CDU wählen – was heute durch „Grüne wählen“ ersetzt werden kann).

        Und es gibt weitere Köpfe – aber wer natürlich platt und pauschal aufgrund Parteizugehörigkeit von vorneherein ausgrenzt, handelt borniert und limitiert sich selbst.

        Sie führen eine Person selbst auf, für die „Was sonst?“ nicht zutrifft – und das zeigt, dass Sie Herrn Pauly irgendwie der „linken Seite“ zuordnen, die ja gleich SPD und Grüne ist. Damit jedoch denken Sie schematisch-statisch und, das ist entscheidend, wählen gerade nicht nach Kopf.

        Denn: Was sonst? zu antworten ist einfach das Eingeständnis, sich die Welt dort schönzureden, wo dies für sich selbst bequemer ist, als die anstehenden Aufgaben besser als bisher lösen zu wollen.

        Wie ich schrieb: bitte sehr. Das jedoch müssen Sie dann Ihren Kindern erklären, nicht mir.

        PS: Die Kommentare von Frau Minks zu dem Verhältnis von Religion und Staat sind mit dem Wort Polterpfeifen im Übrigen auch ganz gut beschrieben)

        • Luenebuerger
          der erste satz war witzig, der zweite satz war schon nicht richtig. personenwahlen? in welchem bereich? innerhalb einer partei, oder außerhalb einer partei? die wenigsten kommunalpolitiker stehen an eins auf der liste. die mehrzahl lauert auf die liste. parteilose brauchen gar nicht erst zu lauern. deswegen ist die behauptung : kommunalwahl wäre eine personenwahl schlichtweg stuss.

          • Kein Stuss, Klaus Bruns! Zwar, auf eine Liste muss man es schaffen, wie Sie aus eigener Erfahrung wissen, sonst fällt man hinten runter und wird von jedem einzelnen noch im selben Momentanaugenblick ein für allemal und ganz und gar vergessen (siehe Meihsies). Aber steht man schließlich drauf auf solch einer Liste, kommt es bei Kommunalwahlen nicht auf den Listenplatz an. Das sagen Sie ja selbst. Der Wähler wählt die Person von der Liste runter, die er kennt oder zu kennen meint oder die einen schön klingenden Namen hat, welcher ihn an die liebenswürdige Frau von einem großzügigen Onkel mit Hut aus der Hannoveraner Verwandtschaft von der Zeit erinnert, als er selbst noch ganz klein war und seine sauren Drops nicht kauen durfte. („Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich höre, wie du dein Bonbon zerbeißt; der ist doch zum Lutschen da!“)

  24. Wer stellt sich eigentlich noch gegen den Hoppe-Hallen Wahnsinn? Ist alles schon paletti oder können irgendwo noch Einwände eingebracht werden oder könnte irgendwie noch auf die Ausgestaltung Einfluss genommen werden? Gerade im Wahlkampf hätte ich mir starke Stimmen versprochen, die kritisch sind, die die offensichtlichen Fehler offenlegen und Alternativen aufzeigen. Wird hier nur noch gekuscht oder gibt es vielleicht schon wirtschaftliche Parteienunterstützung durch Hoppe und Co?

    • „Gerade im Wahlkampf hätte ich mir starke Stimmen versprochen, die kritisch sind, die die offensichtlichen Fehler offenlegen und Alternativen aufzeigen.“

      Da haben Sie recht, Klaus. „Das Problem, auf das Bewegungen wie Pegida oder neue Parteien wie … die AfD reagieren und das ihren Nährboden bereitet, sind … nicht die Flüchtlinge oder die Muslime, selbst wenn deren Anhänger das glauben mögen und deren Organisatoren das geschickt vorgaukeln. Das Problem liegt darin, dass die Resonanzachse zwischen der etablierten Politik und weiten Teilen der Bevölkerung gebrochen ist, dass ihnen die Politik nicht mehr zu antworten scheint“. (so der prominente Soziologe Professor Dr. Hartmut Rosa in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 20. April 2015, Nr. 91, auf S. 6: http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/jeder-5-deutsche-fuehlt-sich-fremd-im-eigenen-land-13546960.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2)

      Wem also Pegida oder die AfD missfällt, sollte sich ans Reparieren dieser „Resonanzachse“ machen und sich mit den Bürgern (beispielsweise über den Sinn oder Unsinn von in hetzender Hast durchgepeitschten Hoppe-Hallen VOR anstehenden Gremienentscheidungen) austauschen. Das Zauberwort ist „Kommunikation“. Auch oder gerade mit Andersdenkenden sollte man ins Gespräch kommen – voll guten Willens, höflich und ohne Arroganz. Die steht jenen sogar besonders schlecht, die dem „einfachen“ Volk tatsächlich an Bildung oder Reichtum überlegen sind. Bloß – die wertvollen Grundsätze unserer Demokratie mit schönen Reden und guter Musik feiernd – voller Empörung und Abscheu dabei zuzusehen, wie Lüneburgs Gesellschaft auseinanderdriftet, ist hingegen keine angemessene Einstellung. Im Grunde ist sie sogar unpolitisch – und somit nicht die Haltung, zu der sich ein Lüneburger Politiker, ein wirklich „guter Bürger“ also, durchringen sollte.
      Meines Erachtens begehen aber die Menschen, die der AfD glauben, einen Irrtum. Demokratie als Resonanzversprechen bedeutet eben auch, den anderen zu hören, zu akzeptieren, mit ihm in den Austausch zu treten und sich auf einen gemeinsamen Nenner zu verständigen. Das Programm der AfD beruht jedoch gerade darauf, den anderen nicht hören zu wollen. Die Parolen sind: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, „Wir wollen keine Flüchtlinge, keine Ausländer, keine Schwulen“, „Wir sind das Volk – nur wir“, usw.
      Die Sehnsucht vieler, gegen Indifferenz und versteinerte Verhältnisse anzukämpfen, wird bei der AfD instrumentalisiert. Die Partei lebt ausschließlich von Empörung und Ressentiment. Einen Gestaltungsanspruch sehe ich da nicht.

      Trotzdem, wer das Gespräch mit den Lünebürger(inne)n über Hoppehallen-Pro und Elbbrücken-Contra verweigert, macht die stark, die sich die Verbitterung über solche Arroganz ohne jede Hemmung zunutze machen.

      • @KlausBruns: Fakt ist, dass die Parteien kaum noch jemanden finden, der sich ehrenamtlich UND für das Gemeinwohl kommunal engagieren möchte bzw. kann.

        In Lüneburg Kreis / Stadt haben nur zwei „Parteien“ volle Listen: die SPD, da Beamtenpartei, so dass sich kommunalpolitische Aktivitäten auch karrieremäßig lohnt, zumal seit 25 Jahren der alles mitbestimmende OB und Herr Nahrstedt um die Verteilung von Posten als SPD-Urgesteine höchstpersönlich kümmern. Was eben auch einmal Landratskandidatinnen dann aus der eigenen Verwaltung zwingt, wenn diese nicht im Club der SPD abgesichert sind.

        Und es gibt in einzelnen Gemeinden Bürger, die meist vormals in den klassischen Parteien aktiv waren, sich nun zu freien, unabhängigen Listen zusammengefunden haben.

        Das Wahlrecht erlaubt so oder so, dass jeder Wähler eine Person wählen kann.

        @Elke:
        Sie weisen exakt auf das Kernproblem unserer demokratischen Praxis hin, Klaus Bruns tut dies frustriert ja ebenfalls seit Jahren: es gibt innerhalb der Parteien, die nun einmal die organisatorische Basis sind für die Auswahl von Abgeordneten und Wahlämter, eine klare Aufspaltung zwischen:

        lokaler Basis mit ehrenamtlichen „Idealisten“, die diskutieren und Partei als Verein lebendig halten

        den Berufspolitikern, die sich aus der Basis einmal in die bezahlte Profi-Ebene verabschiedet, dann dort um jeden Preis halten wollen, mindestens für drei Wahlperioden, um Pensionen gesichert zu haben.

        Wer dort ausscheidet, wird dann in der Regel Lobbyist (so speziell bei Grünen zu erkennen, Joschka Fischer als der dreisteste Saulus…), oder aber geht zurück in die Verwaltung (SPD, LINKE), oder aber hat es extrem schwierig, wieder in der Wirtschaft anzuknüpfen (als Angestellter, Kleinunternehmer) – von den Vollkarrieristen abgesehen, die aber wohl nie am Gemeinwohl oder den Parteien als bürgernahe Vereine zwecks Beachtung der Bürgerinteressen interessiert waren (Matthias Wissmann, Ronald Pofalla).

        Und alle diese Parteien wollen: EU als künftige zentrale Entscheidungsebene!!!

        Europa ist aber noch weiter weg von Bürgern, als es Berlin oder Paris schon sind. Und wenn ein EU-Präsident direkt gewählt würde – wer würde solch einen Wahlkampf finanzieren? Crowdfunding – oder finanzstarke Konzerne? Es wäre dann exakt so ein System wie in den USA, und das ist faktisch so korrupt wie in China oder Russland, wo die Massen und Wege bis in die Regierungszentrale extrem weit sind, so dass sich kleine Zirkel die Macht aneignen fernab jeglicher checks and balances durch …

        unsere frühere subsidiäre, förderale, lokale, bürgernahe Parteiendemokratie, in der Abgeordnete sich letztlich doch nicht völlig von den Bürgern loslösen können.

        Wir Bürger überladen die politischen Gremien und ehrenamtlichen Politiker mit Teilhabe-, Transparenz- und Beteiligungsanforderungen, mit einem Zeitaufwand und professionellen Internet-Auftritt, der weder finanziell, noch zeitlich von einem normalen Angestellten mit Familie zu leisten ist, selbst wenn diese/r sich wirklich voll in der Freizeit engagiert.

        Wir fördern so faktisch die Berufspolitik – die sich aber nicht für eine lebendige Bürgergesellschaft mit starker kommunaler Selbstverwaltung, sondern eben „EU-Grossmacht-Ideen“ und Lobbyaktivitäten interessiert – ganz verständlicherweise, da dies eben Einkommen und Gestaltungsmacht ermöglicht.

        Wir Bürger müssen uns also fragen, wenn wir die Politiker kritisieren, was wir mit welchem Ziel kritisieren.

        Ich persönlich kritisiere in Lüneburg vor dieser Kommunalwahl vor allem eines: dass die meisten Kandidatinnen wohlklingende Ziele in den Programmen haben, die sie aber in den vergangenen 10 Jahren bereits längst hätten zielgerichtet und konsequent umsetzen können.

        Aber alle versprechen alles – und die größten Blender sind mE die SPD-Leute, die Transparenz und Teilhabe ganz hoch heben – aber dann die Elbbrücke gegen Bürgerentscheid abwürgen – so wie sie es schon immer vorhatten!!

        Ich mag ehrliche Ansagen und nicht verarscht werden. Es gibt in Lüneburg aber wohl genügend eingelullte Gutgläubige, die immer wieder die SPD – und Grüne wie CDU als wechselnde Steigbügelhalter – wählen, und die werden eben einfach mit Worthülsen hingehalten.

        Bitte schön.

        Es gibt aber auch Personen, die da nicht mitmachen und – oh Gott! – sich sogar trauen, etwas offen auszusprechen, was offensichtlich ist.

        Das muß jeder Wahlberechtigte in seinem Wahlbezirk selbst herausfinden und entscheiden, wen es da gibt, ob es da jemanden gibt.

        Im Übrigen wundere ich mich, dass die AfD bei dieser Kommunalwahl permanent angegriffen wird – was im Wahlkampf völlig normal ist – aber eigentlich niemand, einfach niemand auf das kommunalpolitische Wahlprogramm eingeht.

        Mich interessiert z.B. welche Lokalpolitiker sich dafür einsetzen, dass die Lüneburger Förderschulen erhalten und sogar ausgebaut werden?

        Wir benötigen sie dringend – alleine des Spracherwerbs wegen.

        Die SPD und Grünen – seit 2011 Mehrheitsgruppen in Stadt und Kreis – haben die Förderschulen im Zuge der Inklusionseinführung sofort reduziert – weil das benachbarte Gymnasium Raumbedarf hatte…

        Das habe ich mir gemerkt – und ich entscheide bei dieser Wahl danach, wer sich für mir wichtigste Punkte ernsthaft und transparent = offen einsetzt.

        Punkt.

        • Wo kann man das kommunalpolitische Wahlprogramm der AfD für Lüneburg einsehen?

        • Luenebuerger, bitte verwechseln Sie Klaus und Klaus Bruns nicht. Es handelt sich um verschiedene Autoren von ähnlichem Temperament, aber unterschiedlichen Ansichten.

          Sie sprechen über „Worthülsen“, die einem aus den Mündern von CDU-, SPD- und Günen-Politikern vor die Füße klappern. Wenn ich an deren letztes Schelmenstück, die hier debattierte, finanzpolitisch hoch riskante Hoppehallen-Mauschelei denke, kann ich verstehen, was Sie meinen.

          Übrigens stimmt es nicht, dass niemand auf das kommunalpolitische Wahlprogramm der AfD eingeht. Herr Jenckel und Herr Lühr von der Landeszeitung haben es getan. Sie haben zwei AfD-Kandidaten ausführlich zu Wort kommen lassen. Leider haben sich Herr Stephan Bothe, der in den Kreistag möchte, und Herr Dr. Eberhard Korthaus, den es nach dem Stadtrat drängt, als ausgesprochen unbeholfene Repräsentanten ihrer Anliegen erwiesen, so dass ich mir zumindest diese beiden Personen weder in der einen noch in der anderen Kommunalvertretung vorstellen kann oder sie darin wirken wissen möchte.

          Von hier aus können Sie die beiden genannten Herren sich über einzelne Themen ihres Programms äußern hören und sehen:

          Stephan Bothe, Kreistagskandidat:
          http://www.landeszeitung.de/blog/allgemein/353848-online-wahlforum-landkreis-lueneburg

          Eberhard Korthaus, Stadtratskandidat:
          http://www.landeszeitung.de/blog/allgemein/353847-online-wahlforum-stadt-lueneburg