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Ladestationen könnten etwa am Klinikum, an Parkhäusern und Filialen der Sparkasse für E-Bikes und Elektroautos aufgebaut werden. Foto: A/be
Ladestationen könnten etwa am Klinikum, an Parkhäusern und Filialen der Sparkasse für E-Bikes und Elektroautos aufgebaut werden. Foto: A/be

Rat diskutiert Elektromobilität

Lüneburg. Der Bund fördert die Elektromobilität. Das solle die Stadt nutzen und gemeinsam mit Partnern auch selber handeln: Ladestationen könnten etwa am Klinikum, an Parkhäusern und Filialen der Sparkasse für E-Bikes und Elektroautos aufgebaut werden. Überdies sollten das Rathaus und auch städtische Gesellschaften den Fuhrpark elektrifizieren. Das wünscht sich die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Rat. Im Prinzip sind auch die anderen Ratsparteien dafür. Obwohl man das Thema zur weiteren Diskussion in den zuständigen Ausschuss überwies, ließen es sich die Parteien nicht nehmen, wortreich Stellung zu nehmen. Ein Auszug:

Eckhard Neubauer erklärte für die SPD, man solle neben Dienstfahrzeugen auch Taxen, Busse und Lieferfahrzeuge in den Blick nehmen. Selbstverständlich sollen die Mobile alle mit erneuerbaren Energien den nötigen Schub erhalten. Claudia Schmidt von den Grünen, als solche passionierte Radlerin, erzählte, sie habe eine Woche ein Strom-Auto genutzt, das habe ihr gut gefallen. Auch sie setzt auf Öko-Energie und möchte zudem „Carsharing mitdenken“.

Der Elektromobilität gehört die Zukunft

Eckhard Pols, der für die CDU im Bundestag sitzt, lobte, was Berlin schon alles getan habe, auch er ist sich sicher: „Der Elektromobilität gehört die Zukunft.“ Allerdings goss der Christdemokrat Wasser in den Wein. Die Herstellung und die Entsorgung von Batterien seien eine Belastung für die Umwelt: „Da sind Forschung und Anbieter gefragt.“

Birte Schellmann (FDP) sagte in Richtung Berlin: Sinnvoller als den Kauf von Autos zu fördern, wäre es, in die Infrastruktur zu investieren. Bei Ausgaben der Stadt solle man die eigenen leeren Kassen im Blick haben.

Der Linke Michèl Pauly möchte, dass in der Stadt Busse ausgetauscht werden, es würde weniger stinken und leiser zugehen. Bei Verhandlungen über die Zuschüsse für den Öffentlichen Personennahverkehr könnten Stadt und Kreis Vorgaben machen. Da Pauly generell gern für größere Lösungen eintritt, fehlte auch nicht sein Hinweis, dass es am schönsten wäre, man besäße ein kommunales Busunternehmen.

Für die Verwaltung erklärte Verkehrsdezernent Markus Moßmann, mit dem Versorger E.ON-Avacon sei man ebenso im Gespräch wie mit der Metropolregion und deren Projekt HansE, um Ladestationen aufzubauen. Die Stadt und ihre Gesellschaften achteten darauf, verstärkt auf E-Autos zu setzen. Die Stromer sollten zudem in Teilen der Stadt gebührenfrei parken können. Für E-Bikes und Gepäck gebe es schon verschließbare Boxen etwa am Klosterhof, das Angebot solle ausgebaut werden.

Und weil alle Aktivitäten am besten gebündelt werden, brauche es einen Koordinator. Die Aufgabe könne an die Stabsstelle des Nachhaltigkeitsbeauftragten Dr. Karl-Heinz Rehbein angedockt werden. ca

5 Kommentare

  1. Den wohl mit Abstand sinnvollsten Satz in dieser Ratsdebatte sprach Birte Schellmann (FDP): „Bei Ausgaben der Stadt solle man die eigenen leeren Kassen im Blick haben.“

    Und dann muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen über welche Zielgruppe hier gesprochen wurde. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 3,2 Mio. PKW zugelassen (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt). Davon waren lediglich 12.363 reine Elektro-PKW. Also rund 0,4%. In welchem Verhältnis stehen hier die angedachten Investitionen zu dem bundesweiten Umfang der Zielgruppe? Und das wie von Frau Schellmann so treffend bemerkt bei leeren Kassen der Stadt. Da kann man sich nur an den Kopf fassen und den Rest denken.

    Bei den immer beliebter werdenden E-Bikes genügt im Prinzip eine Steckdose. Aber sind die Ladegeräte genormt oder hat jeder Hersteller andere Anschlüsse? Dann müsste im Prinzip jeder E-Bike-Radler sein eigenes Ladegerät dabei haben. Ob das Anreize schaffen würde halte ich für fraglich. Zudem ist die Ladezeit teils nicht unerheblich.

    • Liebe Heidi
      neben einem känguruh kann nur noch ein politiker mit leerem beutel die größten sprünge machen. schmunzel

    • Heidi
      es gibt adapter. auch für e-bikes. wo ein wille, auch ein weg.

  2. Werner Schneyder

    Der Verbrennungsmotor ist die Technik des letzten Jahrtausends. Batteriegestützte Motoren sind nur eine Übergangslösung. Die Zukunft im Individualverkehr liegt beim Wasserstoffauto. Am besten wäre es allerdings, Städte komplett umzustellen auf Park-and-Ride, Fahrradstraßen (glatt, also nicht mit dem allseits beliebten Lüneburger Kopfsteinpflaster) und Wasserstoffbusse. Der Fernverkehr sollte getragen werden von bequemen Zügen mit viel Platz und Service nicht nur in der ersten Klassen. Es sollte kein Problem mehr sein, mit einem Kinderwagen die Bahn zu nutzen.

    Alles dies ist möglich!

    • Es ist möglich …. aber nicht gewollt. Die Öl-Kuh wird solange gemolken, bis sie tot (leer) auf dem Acker liegt. Erst dann werden neue (vorhandene) Konzepte präsentiert/umgesetzt.