Aktuell
Home | Lokales | Lüneburger Innenstadt wird leiser sauber
Die neue Kehrmaschine für die Lüneburger Innenstadt hat 100.000 Euro gekostet. Besonders für Kopfsteinpflaster eignet sich das Gefährt. Foto: t&w
Die neue Kehrmaschine für die Lüneburger Innenstadt hat 100.000 Euro gekostet. Besonders für Kopfsteinpflaster eignet sich das Gefährt. Foto: t&w

Lüneburger Innenstadt wird leiser sauber

Von Alexander Hempelmann

Lüneburg. Die Saubermänner werden leiser: Die städtische Tochtergesellschaft Abwasser-, Grün- & Lüneburger Service (AGL) hat eine neue Kehrmaschine angeschafft. Das Gefährt reinigt deutlich geräuschärmer als sein Vorgänger und schont dabei das Lüneburger Kopfsteinpflaster. 100000 Euro hat es gekostet. Das 4,55 Meter lange, 1,30 Meter breite und 2 Meter hohe Fahrzeug kommt ausschließlich in der Innenstadt zum Einsatz.

Der Arbeitstag für Sebastian Schulz beginnt um 6 Uhr, etwa eine Viertelstunde später ist er mit seiner Kehrmaschine in der Innenstadt, um die Straßen, Fußgängerzonen, Rad- und Gehwege zu säubern. Zu der Zeit hat er noch fast freie Fahrt, später müsste er sich gegen Lieferverkehr, Einkaufsbummler und Warenständer von Geschäften gleichermaßen behaupten.

Lärmpegel von 96 Dezibel

Gerade Anlieger dürften sich freuen, dass das neue Fahrzeug mit einem Lärmpegel von 96 Dezibel im Arbeitseinsatz deutlich leiser ist als jene Kehrmaschinen, die bislang ausschließlich zum Einsatz kamen. „Das ist das Leiseste, was der Markt derzeit hergibt“, versichert AGL-Chef Lars Strehse. Alle anderen Kehrmaschinen kämen auf eine Lärm­emission von mehr als 100 Dezibel. „Das klingt zwar nicht nach besonders viel, aber das menschliche Gehör empfindet einen Unterschied von drei Dezibel als Verdoppelung des Lärms.“ Weil das kompakte neue Gefährt nicht nur leiser, sondern auch schadstoffarm ist, wurde es vom TÜV Nord mit dem Gütezeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Sebastian Schulz spult mit dem 70 PS starken „Citymaster 2000“ der Marke Hako pro Tag 20 bis 25 Kilometer ab. Wenn er durch die Grapengießer-, Bäcker- oder Heiligengeiststraße steuert, wirbelt er weniger Staub auf als Kollegen mit anderen, älteren Modellen und schont das Pflaster. Denn die Kehrmaschine mit ihren beiden rotierenden Bürsten saugt nicht nach oben, sondern erzeugt eine horizontale Verwirbelung. Dadurch werde ausschließlich der herumliegende Müll aufgesaugt, und es löse sich weniger Material aus den Fugen, erläutert Georg Adolph, Abteilungsleiter für Straßenreinigung und -unterhaltung bei der AGL. An Bord ist auch ein Wassertank, um bei großer Trockenheit zu wässern.

Böller-Batterien schafft der Sauger nicht

1,5 Tonnen Müll kann das Fahrzeug einsaugen, ehe es zum Entladen auf die Deponie muss. Hilfe braucht Schulz allerdings stets am 1. Januar. Denn die zumeist großen Batterien der Feuerwerkskörper aus der Silvesternacht schafft der Citymaster 2000 nicht. Da müssen die Kollegen weiterhin ganz klassisch zum Besen greifen.