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Autofahrer müssen neben den stationären Blitzern nun auch wieder mit Kontrollen der Polizei an der Ostumgehung rechnen. Foto: be
Autofahrer müssen neben den stationären Blitzern nun auch wieder mit Kontrollen der Polizei an der Ostumgehung rechnen. Foto: be

Polizei blitzt nach einjähriger Pause wieder auf der Ostumgehung

Von Carlo Eggeling
Lüneburg. Die rasanten Zeiten haben ein Ende, für manche ein teures: Seit zwei Tagen blitzt die Polizei wieder auf der Ostumgehung. Am Montag ertappten die Beamten 155 Fahrer, am Diesntag noch einmal 101 in Höhe der Anschlussstelle Kaltenmoor. Vier Rasern droht ein Fahrverbot.

Wie berichtet, hatte das Auge des Gesetzes Temposünder seit mehr als einem Jahr nicht mehr ins Visier genommen. Der Grund: Notwendige Markierungen fehlten. Auf die müssen die Mess­apparate justiert werden, um rechtssichere Aufnahmen zu schießen.

Nachdem die LZ Anfang Juli vom „Amtlichen Absurdistan“ berichtet hatte, kam Bewegung in die Sache. Denn Straßenbaubehörde und Polizei hatten es zuvor abgelehnt, die Kosten zu tragen, sie hätten schließlich nichts von den Einnahmen. Die kämen dem Landkreis zu. Der war in monatelangen Gesprächen zunächst bockig, dann ließ sich Landrat Manfred Nahrstedt die ihm angeblich bis dahin unbekannten Kalamitäten erklären — man fand in der Schatulle letztlich doch noch Mittel für die Finanzierung der Straßenmalerei.

Gewisse Toleranz

Die Polizei erklärt, dass in Absprache inzwischen die erforderlichen Linien auf den Asphalt gebracht worden seien. Nun könne man mit Gerät und Fahrzeugen wie gewohnt an mehreren Stellen an der Straße Position beziehen. „Mit Augenmaß“ gehe man an die fotografische Arbeit, sagt Hauptkommissar Kai Richter. Es gebe eine gewisse Toleranz, wenn die Kollegen die Messgeräte einstellten. Das würden sie jetzt auch wieder häufiger tun, sagt der Pressesprecher und mahnt damit, sich an die Geschwindigkeitsvorgaben zu halten.

Eines scheint nahezuliegen: Bei 256 geblitzten Autofahrern dürfte die Kasse im Lüneburger Kreishaus ordentlich klingeln — die Ausgaben für die Linien könnten die Kosten für die Malerei schon beim ersten Einsatz wieder eingespielt haben.

Kontrolliert hat die Polizei am Dienstag zudem am Sand und in der Stadt. Sie stoppte 20 Autofahrer und Radler, die zu Unrecht durch die verkehrsberuhigte Zone fuhren beziehungsweise mit dem Rad durch Fußgängerzonen steuerten.

3 Kommentare

  1. Tja, ich war bis vor einiger Zeit wirklich noch naiv und glaubte es gehe um Verkehrssicherheit und Unfallprevention im Straßenverkehr.
    Aber einerseits die Aussage der Polizei, das die Videofahrzeuge der Polizei auf der B4 sich vom Kostenaufwand nicht lohnen würden und anderseits die abenteuerliche Stellungnahme des Herrn Nahrstedt – die jedem PR-Berater den Angstschweiß ins Gesicht treiben würde – das aus Kostengründen eine gefühlte Ewigkeit auf der Ostumgehung nicht geblitzt wurde, lassen mich daran zweifeln ob hier wirklich die SPD regiert.
    Dachte immer es geht der SPD um die Menschen nicht ums Geld. 🙂

    • Dachte immer es geht der SPD um die Menschen nicht ums Geld. 🙂
      ja, dass habe ich auch mal gedacht, bis die seeheimer kamen.

  2. ob man mit den zu erwartenden geldeinnahmen eine mehrzweckhalle finanzieren kann? saufen für den regenwald geht doch auch. schmunzel