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Das ehemalige Kinderheim an der Altenbrückertorstraße steht leer, die Bewohner sind umgezogen auf das Gelände der alten Schlieffenkaserne. Was aus dem Haus wird, ist noch nicht klar. Foto: t&w
Das ehemalige Kinderheim an der Altenbrückertorstraße steht leer, die Bewohner sind umgezogen auf das Gelände der alten Schlieffenkaserne. Was aus dem Haus wird, ist noch nicht klar. Foto: t&w

Ehemaliges Kinderheim hat ungewisse Zukunft

Von Carlo Eggeling
Lüneburg. Die Kinder und Jugendlichen sind umgezogen in das Gebäude 40 auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne, seitdem ist das Kinderheim am Altenbrückertor geräumt. „Wir benötigen noch Zeit bis Jahresende, um es auszuräumen“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. „Dann werden sehen, wie es weitergeht.“

In dem Haus waren in den vergangenen Monaten nur noch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Obwohl der Strom der Zuwanderer deutlich nachgelassen hat, spielen sie bei den Überlegungen der Stadt eine Rolle. Die Sprecherin sagt: „Es kann niemand vorhersehen, wie sich die Zahl der Flüchtlinge weiterentwickelt.“ Daher behalte man Unterbringungsmöglichkeiten in Reserve. Wie es 2017 weiterläuft, bleibt offen. Suzanne Moenck: „Eine Entscheidung über das Haus hat im Moment keine Priorität.“ Einen Abriss schließt sie aus: „Das Haus steht unter Denkmalschutz.“

Seit 1949 diente das Haus als Kinderheim

Das Gebäude, zwischen Lösegraben und Ilmenau gelegen, prägt den Weg in Richtung Stadtmitte. Als „Villa Olga“ wurde es 1894/95 von Albert Heyn erbaut, er war einer der Besitzer der Portland-Cement-Fabrik. Die zählte damals zu den wichtigsten Betrieben der Stadt. Der Unternehmer hatte das Ensemble mit dem langgestreckten Garten am Fluss auf dem Areal eines ehemaligen Gerber-Hofes errichten lassen.

Nachdem Heyn die gelbe Villa mit ihrem Türmchen verkaufte, wurde sie 1933 zum Zweifamilienhaus, berichtet Doris Böker in ihrer Denkmaltopographie. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam das Haus in städtischen Besitz, seit 1949 diente es als Kinderheim. Es ist nicht nur von außen ein markanter Punkt im Bild der Stadt, aus Sicht Doris Bökers hat es auch „innere Werte“, dazu gehören farbige Bodenfliesen und Stuckdecken: „Dieses Gebäude präsentiert in seiner Gesamtheit ein qualitätsvolles Beispiel großbürgerlicher Lebenskultur am Ende des 19. Jahrhunderts.“

One comment

  1. Lass mich raten: Sallier oder Hoppe