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Unterwegs in schönster Landschaft zwischen Ginster und Wacholder: Die Polizeireiterinnen Sonja Bosse (links) und Konstanze Brinckmann haben einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Foto: cb
Unterwegs in schönster Landschaft zwischen Ginster und Wacholder: Die Polizeireiterinnen Sonja Bosse (links) und Konstanze Brinckmann haben einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Foto: cb

Polizeireiterinnen sind wieder in der Heide unterwegs

Von Christa-M. Brockmann
Niederhaverbeck. Großer Bahnhof auf der Heidefläche neben der Geschäftsstelle des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) in Niederhaverbeck: Im Beisein von Pressevertretern und Kameraleuten starteten die Polizeireiterinnen Konstanze Brinckmann und Sonja Bosse jetzt in die neue Saison. In den kommenden Wochen sorgen die Beamtinnen im 230 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet rund um den Wilseder Berg für Sicherheit. Die Kommissarinnen haben damit einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Und auch ihre Pferde freuen sich, denn in der weiten Landschaft mit Ginster- und Wacholdersträuchern können sie sich mal so richtig ausgaloppieren. Ihre sonstigen Einsätze sind stressiger — sie helfen bei der Absicherung von Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Open-Air-Konzerten, Umzügen und Demonstrationen.

Verstärkt wird die Polizei-Patrouille hoch zu Ross in der Heide von der Reiterstaffel der Johanniter-Unfallhilfe des Regionalverbandes Harburg und den Naturparkwächtern des VNP. Diese sind mit ihren Fahrrädern unterwegs. Ob man sich nun den Fuß verknackst hat, von einer Biene gestochen wird oder sich verläuft und sein Auto nicht wiederfindet — auch im unwegsamen Gelände sind die Helfer schnell zur Stelle. „Das ist für die 1,5 Millionen Besucher, die während der Heideblüte zu uns kommen, ein beruhigendes Gefühl“, berichtet VNP-Sprecher Steffen Albers. Die Polizeireiterinnen achten aber auch darauf, dass das Fahrverbot im Naturschutzpark eingehalten wird. „Leider nehmen die Übertretungen immer mehr zu“, bedauern Bosse und Brinckmann. „Wer erwischt wird, zahlt 90 Euro Strafe.“

Die Männer und Frauen der Johanniter-Reiterstaffel sind im Sanitätsdienst ausgebildet

Zur Freude von Albers blüht die Heide in diesem Sommer besonders schön. In einigen Altbeständen mache sich aber der Heidekäfer breit. „Diese Flächen sind braun“, erklärt Albers. „Wir werden sie im Winterhalbjahr abmähen, damit die Heide sich dann dort verjüngen kann.“ Die Touristen in Schneverdingen, auf dem Hanstedter Töps und in der Undeloher Heide sind trotzdem bester Stimmung und freuen sich auch, wenn ihnen die Männer und Frauen der Johanniter-Reiterstaffel begegnen. „Diese sind im Sanitätsdienst ausgebildet und haben in ihren Satteltaschen alles für die Erste Hilfe dabei“, informiert Regionalverbands-Leiterin Martina Leffert. Bemerkenswert: Die Johanniter kommen mit ihren eigenen Pferden und arbeiten alle ehrenamtlich. Neue Mitglieder sind übrigens immer willkommen.

Aber auch mit dem Fahrrad kann man prima seinen Dienst versehen, findet Naturparkwächter Franz Zahn aus Bispingen. Bei seinen Touren durch die Heide sitzt sein Hund Jasko (sechs Monate) in einem Drahtkorb am Lenker. „Bei weiteren Strecken läuft er aber an der Leine mit“, schildert Zahn. Freundlich beantwortet er die vielen Fragen der Besucher. Diese wollen zum Beispiel wissen, wo die Heide am schönsten blüht, wo man die nächste Schnuckenherde sieht, wie man von A nach B kommt und wo man den leckeren Heidschnuckenbraten essen kann.

Auch Infos über Sehenswürdigkeiten, die Landschaft, Fauna und Flora hält Zahn parat. Die Naturparkwächter sind ganzjährig unterwegs. „Im Schnitt fahre ich in zwölf Monaten 2500 Kilometer“, erklärt der Rentner. „Das macht Spaß und hält fit. Krank bin ich eigentlich nie.“