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Eine 40 000 Quadratmeter große Lagerhalle entsteht bereits seit Anfang des Jahres im Gewerbegebiet Winsen-Luhdorf. Eine weitere, noch größere Halle soll noch dazu kommen, der gesamte Komplex soll zum neuen Logistikzentrum des Onlinehändlers Amazon werden. Foto: be
Eine 40 000 Quadratmeter große Lagerhalle entsteht bereits seit Anfang des Jahres im Gewerbegebiet Winsen-Luhdorf. Eine weitere, noch größere Halle soll noch dazu kommen, der gesamte Komplex soll zum neuen Logistikzentrum des Onlinehändlers Amazon werden. Foto: be

Kommt Weltkonzern Amazon nach Winsen?

Winsen. 1500 neue Arbeitsplätze? Und dementsprechend auch neue Steuereinnahmen? Das lässt die Augen wohl jedes Verwaltungschefs einer Kommune leuchten — zu Stoßzeiten könnten es sogar bis zu 3000 Jobs sein, hofft jetzt Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU).  Voraussetzung war, dass der Verwaltungsausschuss der Stadt Beschlüsse fasst, die den Vorstellungen des möglichen Betreibers eines riesigen Hallenkomplexes im Gewerbegebiet Winsen-Luhdorf, des weltgrößten Onlinehändlers Amazon, entsprechen. Am Donnerstagabend stimmte der Ausschuss in drei Punkten der Befreiung vom festgesetzten Bebauungsplan unter anderem für den Neubau einer Halle zu.

Amazon bleibt zurückhaltend

Amazon selbst wollte sich zu den Aussichten der Stadt noch nicht äußern. „Das Unternehmen prüft derzeit an zahlreichen Standorten, ob sie für eine Erweiterung des Logistik-Netzwerkes in Frage kommen. Die Entscheidung darüber hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zu Planungen für die Zukunft äußert sich Amazon nicht“, so Anette Nachbar von der Amazon-Unternehmenskommunikation. Die Stadt Winsen benennt den Versandhandel hingegen bereits offen als Interessenten.

Die riesige Lücke im Netz der neun deutschen Logistikstandorte von Amazon ist unübersehbar: Kein einziges Großlager gibt es zwischen Flensburg, Wilhelmshaven, Göttingen und Berlin. Das soll sich jetzt ändern – und die Wahl von Amazon dürfte auf Winsen-Luhdorf fallen, wo schon ab September 2017 viele Hundert neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. „Ein Weltkonzern in unserer Kreisstadt“, freut sich Bürgermeister André Wiese schon. Eine solche gewaltige Wirtschaftsansiedlung habe es seines Wissens in Winsen noch nie gegeben.

Hallenbau ein strategisch-spekulatives Projekt

Bereits Anfang des Jahres hatte der Logistik-Immobilien-Entwickler „IDI Gazeley“ mit dem Bau einer 40 000 Quadratmeter großen Halle in Winsen-Luhdorf begonnen. Erst mal, ohne einen Mieter dafür zu haben. „Ein strategisch-spekulatives Projekt“, erklärt Simon Federau, Projektleiter von „IDI Gazeley“ in Winsen. Aber kein zu großes Risiko in einer „hochwertigen 1-a-Lage wie Winsen“, so Federau.

Sollte sich Amazon für Winsen entscheiden, würde das US-Unternehmen größter Arbeitgeber der Stadt. Zur Weihnachtszeit könnte die Belegschaft auf bis zu 3000 Mitarbeiter anwachsen, sagte ein Stadtsprecher. Neben einer bereits bestehenden Halle von 45 000 Quadratmetern soll eine weitere mit 25 000 Quadratmetern Fläche gebaut werden. pet/dpa