Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Seit Jahrzehnten hat die SPD das Sagen im Adendorfer Rathaus. Das könnte sich bei der Gemeindewahl am 11. September ändern, die politische Vielfalt im Rat deutlich wachsen. Foto: A/t&w
Seit Jahrzehnten hat die SPD das Sagen im Adendorfer Rathaus. Das könnte sich bei der Gemeindewahl am 11. September ändern, die politische Vielfalt im Rat deutlich wachsen. Foto: A/t&w

Politische Vielfalt in Adendorf

Mehr als 1800 Kandidaten zahlreicher Parteien und politischer Gruppierungen bewerben sich bei der Kommunalwahl am 11. September um 721 Mandate in Stadt und Landkreis Lüneburg. Bis zum Urnengang stellt die LZ vor, wer in welcher Stadt, Einheits- oder Samtgemeinde sowie im Kreis welche Ziele verfolgt.

Von Ingo Petersen
Adendorf. Rot, schwarz und grün wenig Farbe gibt es im aktuellen Rat der Gemeinde Adendorf, in dem die SPD zurzeit mit 15 Sitzen die absolute Mehrheit gegenüber CDU (6 Sitze) und Grünen (5 Sitze) hat. Das dürfte in der kommenden Wahlperiode anders werden. Neben den bereits vertretenen Parteien treten zur Kommunalwahl am 11. September mit der FDP, den Linken und den Aktiven Bürgern Adendorf/Erbstorf (ABAE) drei weitere Gruppierungen mit Chancen an.

In der Gemeinde mit ihren knapp 11000 Einwohnern sind 8410 Bürgerinnen und Bürger für die Gemeinderatswahl wahlberechtigt, 8462 dürfen den Kreistag wählen. In elf Wahllokalen können die Stimmen abgegeben werden, dazu kommen zwei Urnenwahlbezirke. Wer am Wahltag Fragen oder Schwierigkeiten welcher Art auch immer hat, kann sich an die Wahlsachbearbeiterin der Gemeinde, Sandra Eddelbüttel, (Tel. 04131/980915), wenden.

SPD

Das Niveau Adendorfs, als einen „Ort mit hoher Lebensqualität“ wollen die Sozialdemokraten erhalten und absichern. Feuerwehr und Polizei mitten im Ort werden unterstützt, das fachärztliche Angebot soll erweitert werden, die SPD will sich einsetzen für die Stärkung der Geschäfte im Ortskern, die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe soll ermöglicht werden. Ortsvereinsvorsitzender Rolf-Werner Wagner betont, dass die Absicherung der Bildungskette und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz oben stehen. Einsetzen will sich die SPD dafür, dass neue Baugebiete zuerst bezahlbarem Wohnraum dienen. Auch stehe man für den Erhalt der freiwilligen Leistungen für die Vereine, Verbände, Initiativen und für Bücherei, Freibad und Eishalle.

CDU

„Sie wählen am 11. September einen neuen Gemeinderat und keinen neuen Bürgermeister“, darauf hinzuweisen, ist der CDU besonders wichtig. Ein attraktives und lebendiges, eigenständiges, familienfreundliches, generationengerecht finanziertes, soziales, verkehrsfreundliches und sicheres Adendorf ist Ziel der Christdemokraten. Einsetzen will sich die CDU unter anderem für die Förderung kultureller und sportlicher Aktivitäten, die Stärkung der medizinischen Grundversorgung, die schrittweise Abschaffung der Kindergartengebühren, den Schuldenabbau und die Optimierung des Öffentlichen Nahverkehrs.

Grüne

Die Grünen setzen sich ein für die nachhaltige Entwicklung Adendorfs/Erbstorfs, vor allem für eine nachbarschaftsverträgliche und behutsame Bebauung, das heiße auch: „Keine ständigen Ausnahmen für Bauträger“. Der Erhalt freier, unbebauter Landschaftsflächen sowie das Thema Verkehr, unter anderem die Verbesserung der Radwegeverbindungen und die Einrichtung des Bahnhaltepunktes, gehören zu den vorrangigen Themen ebenso die Sanierung der Gemeindefinanzen. Fraktionsvorsitzende Bärbel Sasse: „Das alles auch aus Verantwortung für zukünftige Generationen.“

FDP

Kandidat Daniel Schneider erklärt: Wir wollen durch solidere Haushaltsführung und verantwortlicheren Umgang mit Steuergeldern einen ausgeglichenen Gemeindehaushalt erreichen. Adendorf braucht ein schlüssiges Verkehrskonzept, um die Infrastruktur dem Wachstum der Gemeinde entsprechend anzupassen. Wir fordern die Erarbeitung eines zukunftsweisenden Ortsentwicklungsplanes mit Bürgerbeteiligung. Liberale Kommunalpolitik bedeutet für uns auch ein vielfältiges Betreuungs- und Bildungsangebot: Unsere Kinder sollen alles werden können außer dumm.

ABAE

Sprecher Hans-Dieter Wilhus erklärt: „Wir vertreten keine parteipolitischen Interessen. Bei Entscheidungen sollen die Bürger/-innen die Möglichkeit der Mitsprache/Mitbestimmung erhalten.“ Zu den Zielen gehören: Die „angespannte Finanzsituation mit sechs Millionen Euro Schulden“ soll auf den Prüfstand. Der Durchgangsschwerlastverkehr soll auf zwölf Tonnen begrenzt werden. Weitere Forderungen sind eine Bürgerbefragung zu einer einheitlichen Geschwindigkeit im Ort, die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung. Der Kriminalität im Ort will man durch einen Kriminalpräventionsrat und durch Erhalt und Ausbau der Polizeistation gegensteuern. Die Kita-Gebühren sollen kontinuierlich sinken.

Linke

„Nach gefühlten 100 Jahren Alleinherrschaft der SPD in Adendorf benötigt die Gemeinde dringend sozial gerechte Politik“, sagt Linken-Kandidat Markus Graff, der vor Jahren schon einmal für die Grünen im Adendorfer Rat saß. Zu seinen Zielen gehören Frauen in die Führungsetage der Gemeinde, weil alle freien Stellen seit dem Kriegsende mit Männern besetzt wurden. Der Bau von Sozialwohnungen, kostenfreie Kindertagesstätten und eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Kindertagesstätten. Auch für den Rückbau „der unsinnigen Verkehrskreisel in Adendorf“ will sich Graff einsetzen

Listen und Bewerber in Adendorf

SPD: Rainer Dittmers, Ute Schaller, Jürgen Schreiber, Rolf-Werner Wagner, Elke Schönfeld, Ronald Steinberg. Karl-Heinz Brandt, Manfred Sören Schierholz, Jens Hungerecker, Ulf-Dietmar Gerhardt. Thomas Pufahl, Dr. Henry Arends, Rainer Zeiser, Wolfgang Möller, Stefan Meste, Sascha Schellin, Christian Pohlki, Wolfgang Bothe, Petra Kallweit, Claas-Tido Mundhenke, Bernd Jäger, Jürgen Leipe, Tom Heßler, Klaus Keil.

CDU: Gunter Freiherr von Mirbach, Klaus-Ulrich Hausch, Hans-Detlef Jacobi, Heike Piepke, Jörg Schmelter, Anastasios Pechlivanidis, Matthias Prüße, Henry Haase, Uwe Neuholz, Bernd Rennesland, Susanne Gothmann, Rainer Krösche, Frank Holthaus, Hans Georg Stratmann, Uwe Stahnke, Guido Schönfeld.

Grüne: Bärbel Sasse, Matthias Wiebe, Peter Bollmann, Ulrich Sauke-Gensow, Götz Draeger, Karl-Heinz Zcernikow, Ginette Ringwald, Marlies Gensow, Egon Leopold, Peter Clavien, Markus Riebandt.

FDP: Daniel Schneider, Klaus Petrasek.

Die Linke: Markus Graff.

ABAE: Hans-Dieter Wilhus, Daniela Warncke, Manfred Perlmann, Frederike von Natzmer, Christian Scholz, Roland Kloss.