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Das Hotel Seminaris am Lüneburger Kurpark ist zugleich Zentrale der Gruppe. Foto: t&w
Das Hotel Seminaris am Lüneburger Kurpark ist zugleich Zentrale der Gruppe. Foto: t&w

Seminaris hat neuen Besitzer

Von Christoph Steiner
Lüneburg. Die Seminaris-Gruppe wechselt zum 30. September den Besitzer. Über den neuen Eigentümer der sieben Seminar- und Kongresshotels haben alle Beteiligten striktes Stillschweigen vereinbart. Damit auch über den Kaufpreis, der sich vermutlich im dreistelligen Millionenbereich bewegen dürfte.

Hartmut Pirl, Geschäftsführer der Seminaris Hotel- und Kongressstätten Betriebsgesellschaft (SeHoKo) mit Sitz in Lüneburg, sagt dazu nur: „Die Hotellerie ist ein globalisiertes Geschäft“ — und verweist als Beispiel auf die Steigenberger-Kette, die sich mittlerweile in ägyptischem Besitz befindet. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass auch der künftige Eigner aus dem Ausland kommen könnte.

Mehrheitseigentümer des Seminaris war bislang die Ergo-Versicherungsgruppe (Düsseldorf), deren Kommunikationschef Andreas Lampersbach auf LZ-Anfrage antwortet: „Aus strategischen Gründen wird sich die Ergo Group AG von der Beteiligung an der Seminaris-Gruppe trennen. Hotellerie ist nicht Teil unseres Kerngeschäfts, daher erfolgt jetzt der Verkauf.“ Die Vermutung liegt auf der Hand, dass die Ergo, wie alle Assekuranzen unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank leidend, Bares machen wollte.

Das Seminaris ist das Lebenswerk von Günther Strube

Hartmut Pirl betont, dass sich durch den Besitzerwechsel weder für die Seminaris-Gruppe selbst noch für dessen Mitarbeiter etwas ändere. „Deswegen bin ich ganz entspannt“, erklärt der SeHoKo-Geschäftsführer. Die Belegschaften in den Seminaris- und avendi-Hotels seien auf Betriebsversammlungen entsprechend informiert worden. „Es bleibt beim Namen, der Struktur, bei der Organisation, bei der Anzahl der Häuser und der Mitarbeiter“, unterstreicht Pirl.

Das Seminaris ist sozusagen das Lebenswerk von Günther Strube. Der 1. Oktober 1978 gilt als Geburtsstunde des Seminaris, dessen Name damals über einen Leserwettbewerb in der LZ ermittelt wurde. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs und prosperierte die Gruppe, die mit ihrem Tagungs- und Kongressgeschäft heute in allen wesentlichen Metropolregionen der Republik vertreten ist. Der Jahresumsatz beläuft sich auf mehr als 35 Millionen Euro. Der Wahl-Scharnebecker Strube legte die Verantwortung vor fünf Jahren in die Hände Hartmut Pirls.